Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1889-12-30 · Heft 102 (30.12.1889) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 102 (30.12.1889)
Date
1889-12-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2447947-2448023--29241-2476963
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1765 „Verfasser der Gegenpetition die Aussprüche von „hervorragenden israelitischen Autori- „täten, wie Dr. „Meyer in Stuttgart, Sü ßkind, „Loew, Zegedin, „Dr. Stein in Frankfurt a. M., „Dr. Creuznach, Professor Graetz, Bezirks- Rabbiner Landsberg, Rabbiner Stern „in Buttenhauseu, Dr. Rothschild in „Alzey, sowie die Verhandlungen der Synoden zu „Leipzig 1869, in Augsburg 1670, der Rabbiner- „versammlung in Philadelphia über die Verb in d- „lichkeit des Schulchan-Aruch und des „sich darauf stützenden Schächtgebots, „nicht zu kennen, sondern nur sein eigenes Urtheil „als einzig maßgebend hinzustellen. Für uns sind „die AussprüchedieserMänner doch wohl etwas maßge- „bender, als die des Verfassers der Gegenpetition". Von den hier genannten neun Herren sind 4 nicht mehr am Leben, einer ist nicht mehr Israelit, und die übrigen 4, die sich als Lebende gegen diese Discreditirung ihres Namens verwehren konnten, haben es sofort in den öffentlichen Blättern gethan. Es sind dies die Herren Prof. Grätz und die Herren Rabbiner Dr. Landsberg-Kaiserslautern, Süßkind-Wiesbaden und Rothschild-Alzei. — Herr Dr. Philippsou gab die Erklärung ab, daß die Schlachtgesetze auf keiner der Synoden auch nur erwähnt worden seien. Der Frankfurter Thierschutzverein verlangte von dem Verbandsvorstand zu gleicher Zeit Einstellung der Agitation gegen das Schächten und schied aus dem Verbände, als diesem Verlangen nicht entsprochen wurde. Herr Leopold Hamburger in Frankfurt a. M. nahm sich der ganzen Angelegenheit mit wackerem Eifer an und die vorliegende Schrift verzeichnet die verschiedenen Schritte, die von demselben unternommen worden, um dem Verbandspräsidenten Otto Hartmann in Köln eiues besseren zu belehren. — Dieser Zweck ist nun allerdings nicht erreicht worden, da bei Herrn Hartmaun vernünftige Gründe keinen Eindruck zu machen scheinen. Dagegen ist hier aktenmäßig der Beweis erbracht, daß Herr Hartmann und die ihm Heeresfolge leistende Schächtgegner, von der Intoleranz ihres Kreuzzugs überzeugt, zu allerlei Mitteln und Mittelchen ihre Zuflucht nehmen, um bei den Thierschutz- Vereinen diese Ueberzeugung nicht aufkommen zu lassen. — Dieses wiederliche Gebühren der öffentlichen Verurteilung übergeben zu haben, ist ein hohes Verdienst des Verfs. vorliegender Schrift, der wir deßhalb eine recht weite Verbreitung wünschen. — Der Bruttoerlös ist der Frankfurter Suppenanftalt bestimmt. Ratibor, 20. Dezember. Am Mittwoch, dem ersten Chanukatage, wurde die hiesige neue Synagoge feierlich ein ge weiht. Die Synagoge ist eines der prächtigsten Gotteshäuser in ganz Deutschland, ein Kuppelbau in modernem Style. Zahlreiche Säulen tragen das Dach; in kostbaren Malereien sind die Fenster angefertigt. Etwa 1000 Personen haben in dem Tempel Platz; der Bau kostet die Gemeinde 180,000 Mark. Die Einweihungsfeier war überaus glänzend, ein freudiges Ereigniß für die Mitglieder der Gemeinde, ein seltener Kiddusch haschem in Bezug auf die nichtjüdischen Honoratioren der Stadt. An einer Front von Flaggenmasten' vorbei schritten die Geladenen und die Mitglieder der Gemeinde in den Tempel hinein. Das Innere des Gotteshauses bedarf in seiner Schönheit keines Schmuckes. Nur die Stufen, die zum Allerheiligsten hinanführen, waren mit Pflanzen besetzt. Mit dem von den zahlreichen Gaskronen ausfließenden Licht vermischte sich das durch die farbenprächtigen Fenster brechende Licht des Tages. Eine weihevolle Stimmung lag über der Versammlung. Auf den vordersten Mittelreihen nahmen die Ehrengäste ihre Plätze ein. Es swarcn erschienen: Se. Durchlaucht Prinz Egon von Ratibor, Landrath P o h l, der Kommandeur des Ulanen- Regiments Major von Papen, Landgerichts-Präsident Wehmer, Negierungsrath Beyer, Gymnasial-Direktor Dr. Thiele, Rektor Dr. Knape, Postdirektor W i n d e r l i ch, Regierungsrath S ch röd e r, Kammer-Direktor von Gehren, Hauptmann Foitzik, Bürgermeister Bernert, Beigeordneter Rieding er, Geh. Kommerzienrath Doms, Kommerzienrath Pol ko, die Stadträthe Sobzick, Russek, Freund, Tarlau, Lüthge, Ackerm a n n, Hauptmann v. G i l g e n h e i m s, Rittmeister v. B i e l a, Landtagsabgeordneter Z a r u b a, Schulrath Dr. Rho d e, Kreisschulinspektor Pelz u. v. a. Se. Durchlaucht der Herzog von Ratibor, welcher ebenfalls geladen war. hatte heute früh in einem huldvollen Schreiben sein tiefes Bedauern ausgedrückt, der Einweihung nicht beiwohnen zu können. Entschuldigungsschreiben hatten auch Regierungs-Präsident Dr. von Bitter und Stadtpfarrer Schaffer gesandt. Den Ehrengästen folgten die Deputirten der oberschlesischen israelitischen Gemeinden, diesen die Mitglieder der Ratiborer Gemeinde. Au den vorderen Seitenreihen nahmen die Vorsteher und Repräsentanten der hiesigen israelitischen Gemeinde und die auswärtigen Rabbiner Platz. Es waren erschienen die Rabbiner Dr. Kopfstein-Beuthen, Dr. Münz-Gleiwitz, Dr.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.