Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 100-101 (24.12.1889)
- Date
- 1889-12-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1742 Deutschland. Oppeln, 9. Dezember. Die oberschlesischen Synagogengemeindeu sind zu einem Bunde mit dem Sitz inGleiwitz zusammengetreten. An der Spitze steht 1 Ausschutz Stadtrath Huldschinsky, Königs- Hütte, Amtsgerichtsrath Levy, Beuthen, Rechtsanwalt Berger, Königshütte, Amtsrichter Hogemez, Tarnowitz, Commissionsrath Grätzer, Groß-Strelitz, Sanitätsrath Dr. Freund, Gleiwitz, Apothekerbesitzer Muhr, Oppeln. Zweck des Bundes ist Förderung der Berwaltungs-, Bildung?- und Wohlthätigkeitsangelegenheiten der dem Bunde angehörigen Synagogengemeinden. Altona, 17. Dezember. Nach kurzem Krankenlager verschied am vorigen Sonntag in seinem 58. Lebeusjahrc, der in weiteren Kreisen als hebräischer Dichter wohl bekannte Lehrer an der Israelitischen Gemeindeschule dahier, Herr I. S. Witt ko wer. Schon in frühester Jugend kam er hierher, um zu Füßen des unvergeßlichen -ij/ar^QDjj npv seinen Durst nach mm zu stillen. Unter den größten Entbehrungen verbrachte er diese seine Jugendjahre und die Vorbedingungen zu einem osn Tcta, die dahin präcisirt werden, omi kxn ntoa ns rrnn ->prr "m p«n nn^n .twou hat er im buchstäblichen Sinne des Wortes erfüllt. Wie er selbst erzählte, bezeichnete er durch Einschnitte in sein Brod, wie viel er davon täglich essen dürfte, um damit auszukommeu. Er blieb sein ganzes Leben lang die personifizirte Genügsamkeit. Dem Vorbilde des großen Lehrers aller Lehrer, nt^D n"y -irm, von dem die mm nur eine einzige Tugend erwähnt, die der rmy, strebte er auch insofern nach, als er im höchsten Grade bescheiden war und sich dadurch bei Jung und Alt beliebt machte. Seine Devise lautete: anp^i pirr6 oiiw mvp. An der Israelitischen Gemeindeschule wirkte er 28 Jahre lang als hebräischer Lehrer mit Gewissenhaftigkeit und Fleiß, der ihn auch daun noch zur Schule führte, als in seinem Innern bereits die Krankheit nagte, von der er sich nicht mehr erholen sollte. Die Gemeinde verliert in ihm einen pflichttreuen, zuverlässigen Beamten und das Lehrerkollegium einen aufmerksamen Kollegen, dem es kindliche Freude gewährte, wenn er Jemandem einen Freundesdienst erweisen konnte. Die Armen beweinen in ihm einen Fürsprecher und der Ettlinger-Verein, der bedürftige Schulkinder mit Kleidung versieht, beklagt einen seiner eifrigsten Vorstandsmitglieder, der weder Zeit noch Mühe achtete, wenn es einem guten Zwecke galt. Der Verblichene widmete seine Mußestunden speziell der hebräischen Sprache, die er mit einer seltenen Fertigkeit beherrschte. Die Leser Ihres geschätzten Blattes haben in früheren Jahrgängen in diesen Spalten manches tiefempfundene, formvollendete hebräische Gedicht ans der Feder des Seligen zu Gesicht bekommen und jeder Freund - der hebräischen Literatur kennt dessen Werk Dm-® muN, „Blüthenstranß", eine Anthologie hebräischer Gedichte, zum Theil Ucbersetzungen bekannter deutscher Dichtungen, welches ihm einen Ehrenplatz unter den neuhebräischen Dichtern sichert. Die zahlreiche Betheiligung bei der Beerdigung gab den besten Beweis von der Beliebtheit, deren sich der Entschlafene zu erfreuen hatte und der schlichte, herzliche Nachruf auf dem Begräbnißplatze, den ihm Herr Klansrabbilier Munk widmete, entsprach so ganz dem bescheidenen Wesen des und rief in den Herzen aller Zuhörer den lebhaftesten Widerhall hervor. Möge '"ivri der tieftraueruden Gattin und Tochter, denen er stets ein liebevoller, hingebender Gatte und Vater war, Trost spenden und möge der Verblichene in den himmlischen Gefilden den Lohn seiner guten Thaten ernten. zvu niw Wallungen. (Fortsetzung.) Adolf lachte kurz und gezwungen. „Es ist mir nicht neu, daß mein jugendlicher Frohsinn Dir stets in der Seele zuwider gewesen ist, während Du Steinheims duckmäuserisches Wesen als den Ausfluß jeglicher Tugend betrachtet hast. Nun hat der Scheinheilige endlich die Maske abgeworfen, vielleicht dürfte ich jetzt hoffen, milder von Dir beurtheilt zu werden." „Du irrst, jugendlicher Frohsinn war mir nie zuwider, am allerwenigsten bei meinem Sohne. Aber jene Ausschweifungen, deren Du Dich leider so vielfach schuldig gemacht hast, kann man unmöglich unter solch' unschuldiger Bezeichnung passiren lassen, ich hätte sie tadeln müssen, selbst wenn sie nichr die enormen Summen verschlungen hätten. —