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Der Israelit · 1889-12-16 · Heft 98 (16.12.1889) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 98 (16.12.1889)
Date
1889-12-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1699 „Denn Ich bin der Ewige, Ihr Gott, in Zukunft, so daß keine Nation, keine Sprache über sie wird herrschen können." Einst wird es anerkannt werden, daß Er unser Gott ist, der uns geschützt hat die lange Zeit hindurch, so daß keine Nation, keine Sprache uns hat unterdrücken und bewältigen können. Heute noch hat sich die Verhe ißung unseres Gottes: „Ich habeEuch nichtverstsßen 2c." bewährt. Und was Feinde von Außen und Feinde von Innen gewollt, es ist nicht geworden. Das Judenthum mit seinem Gesetze besteht fort und fort. Zur Zeit der Chaldäer verbot man den Juden zu beten. Daniel, der erste Rathgeber des Kölligs, ließ sich nicht zurückhalten, sein tägliches Gebet zu seinem Gotte zu richten. Er rettete sein Volk, das sich dem königlichen Befehle fügte. — Heute zwingt uns kein Herrschergebot, daß wir nicht zu Gott beten dürfen. Aber wie Viele stellen sich jenen Babyloniern gleich, die aus Haß gegen jenen einen Mann, den sie verderben wollten, ein unerhörtes, beispielloses Verbot erwirkten, daß Niemand 30 Tage lang zu Gott beten dürfe, wie Viele gibt es heute, die nicht nur 30 Tage nicht beten, die sich überhaupt in ihrer Menschenwürde etwas zu vergeben glauben, wenn sie zu Gott beten sollen! — Zur Zeit der Perser, wo es den Juden recht gut ging, da fühlte man sich geschmeichelt und — verletzte deßhalb die Gesetze Gottes, aß mit am Tische des Königs, bückte sich vor Haman und seinem Götzenbilde. Heute glaubt man auch, aus Höflichkeit, aus socialen und politischen Gründen, sein Gesetz und sein Judenthum verleugnen zu sollen. Man fühlt sich auch heute geschmeichelt, wenn man zum Diner eines Nichtjuden bet festlichen Gelegenheiten eingeladen wird und glaubt, etwas Großes zu thun, wenn man sich nicht ausschließt. Auch heute ist es nichts Seltenes, daß edle fromme Männer zu fürstlichen Tafeln geladen werden, die neben den Großen des Reiches sitzen und — nichts von verbotenen Speisen genießen, ohne im Mindesten zu verletzen. Die Erfahrung hat im Gegentheil gezeigt, daß die Ueberzeugungstreue und die Ehre, die sie zuerst Gott geben, ihnen nur Achtung und Werthschätzung eingetragen und sie in den Augen der Nichtjuden geehrt hat. Nicht das Zeitalter Mordechai's und Esters haben -Rettung gebracht, sondern Mordechai und Ester, die eine rühmliche Ausnahme bildeten, haben ihr Volk gerettet. Und daß die uns drohenden Gefahren, daß Haß und Feindschaft am sichersten abgewendet werden, wenn wir festhalten an unseren Gesetzen, das lehrt uns deutlich und unwiderleglich die Chanukahgeschichte. Daß wir alle Gefahren überdauern, wenn w i r den Bund mit unserem Gotte aufrecht erhalten; daß unser Vertrauen auf die göttliche Verheißung bis heute nicht erschüttert werden konnte; daß unser Volk damit auch sich seine Erhaltung verdient: das beweist die mehrtausendjährige Geschichte, die so überzeugend zu den späteren Geschlechtern spricht. Darum halten wir aus und halten uns stets vor: „Ich habe sie nicht verworfen und sie nicht ausgestoßen sie zu vernichten. Meinen Bund mit ihnen zu brechen, denn Ich bin der Ewige, ihr Gott." Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen. Deutschland. Mainz, 13. Dezember. Die epidemische Krankheit, welche seit einigen Monaten in Jerusalem würhet, hat auch in H e b r 0 n ihren traurigen Einzug gehalten. Die Glaubensgenossen in dieser Stadt wenden sich an uns mit der dringenden Bitte, das Mitleid edler Menschenfreunde für sie auzuregen. Wir haben nicht jdas Recht, die für Jerusalem bestimmten Spenden auch nur theilweise nach Hebron zu senden. Wir bitten daher unsere grotzmüthigen Brüder und Schwestern, auch der durch die schreckliche Krankheit in große Noth gerathenen Glaubensgenossen in Hebron zu gedenken. Wir schließen mit den Worten des uns zugegangenen Briefes: „Möge der allgütige Gott von allen edlenMohlthätern jede Krankheit fern halten, möge Er ihnen helfen auf allen ihren Wegen. Wir aber werden für unsere Wohlthäter an der Höhle Machapelah unsere Gebete aus innigstem Herzen zum Allgütigen emporsenden." Osnabrück, 8. Dezember. Sie wollen verzeihen, wenn ich einen kleinen Raum Ihrer gesch. Zeitung für eine kurze Notiz in Anspruch nehme, die ich nicht allein im Interesse der Wahrheit, sondern auch — und in erster Reihe — als Jude glaube veröffentlichen zu müssen. Daß es eine Schmach für unsere Zeit ist, wenn ein Theologe, sich ins Parteigetriebe mengend, die giftige Saat des Antisemitismus aussäet, ist eine alte abgcthane und traurige Thatsache. Daß es eine Schande und Pöbelhastigkit ist, wenn em unbescholte-

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