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Der Israelit · 1889-12-02 · Heft 94 (2.12.1889) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 94 (2.12.1889)
Date
1889-12-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXX. Jahrgang. KellllgeM^94i>es„Israellt"L„IrschurM Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Mittelhochdeutsche Dichtung in ihrer Beziehung zur biblisch-rabbinischen Literatur. II. Heft: Ueber die Gedichte Walthers von der Vogclweide. Von Dr. S. Gelb haus. Frankfurt a. M. 1889. I. K o uff mann. 8. Dem ersten Hefte dieser Studien „Freidanks Bescheidenheit", das wir s. Z. in diesen Blättern besprochen, ist bald das zweite vorliegende gefolgt. Die Beziehungen Walthers zur Bibel sind klar, wie sie bei einem Dichter des Mittelalters nicht anders zu erwarten sind, und in dieser Beziehung ist dem Vers, der Nachweis gelungen, wenn auch manches nicht zutrifft. Minder gelungen ist der mit der nachbiblischen und rabbinischen Literatur, da man, wie wir bereits in der ersten Besprechung bereits geäußert, bei allgemein gültigen Moralsätzen oder Betrachtungen den Nachweis eines Zusammenhangs in den seltensten Fällen mit Bestimmtheit führen kann. Es sei hier einiges angemerkt: S. 9: hkb iw zz\d i? pn heißt nicht: „Du hast keinen Anfang und kein Ende", sondern „Du hast keinen Kreisumfang und keine Idee", d. h. keine Form. S. 11: Owe u. s. w. lehnt sich an eine äsopische Fabel an. — S. 12: Der Zusammenhang zwischen: Minne u. s. w. mit riv 'rai rvs» ist nicht ersichtlich. — S. 23: Jr müezet u. s. w. erinnert an Samuel I. 16, 7 aber nicht an pn bs. — S. 26: Ich bin u. s. w. hat Verwandtschaft mit der rabbinischen Stelle ip ’nn 'di d’jb” p aber nicht mit Pred. 2, 4 und 7, 14. — S. 27: Si hat ein küssin daz ist rot liegt doch zu weit ab von H. L. 6, 8. — S. 29: Din jamertac und S. 31: Diz kurze u. s. w. sind so allgemeine Gedanken, daß bei dem nicht übereinstimmenden Wortlaut Beziehung zur rabbinischen oder biblischen Literatur nicht gesucht zu werden brauchen. S. 30: Den eit u. s. w. ist im Gedankengang von Hiob 3, 1 sehr verschieden. Im Uebrigen halten wir Untersuchungen wie die vorliegenden des Herrn Dr. Gelbhaus. trotz mancher Mängel, die denselben anhaften, recht verdienstlich. mm by 'd. Eine Homilie gewidmet dem Andenken an das Hinscheiden Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiners Samson Raphael Hirsch >2?. Von Moses Muranski. Mainz 1889. Wirth'sche Hofbuchdruckerei. 8. Wir machen hiermit aus die eben erschienene hebr. geschriebene kleine Broschüre aufmerksam, die wir dem Wohlwollen des Publikums empfehlen. Dieselbe, dem Andenken des Rabb. Hirsch gewidmet, ist in gutem Hebräisch geschrieben und zeugt von einer reichen Kenntniß des Vers, auf talmudischem und midraschischem Gebiete. Wir bemerken zugleich, daß der Vers, in Frankfurt lebend, leidend ist und sich in sehr dürftigen Verhältnissen befindet. Mit der Abnahme dieser Schrift weist man daher dem Vers, einen ehrbaren Verdienst zu und erfüllt ein gottgefälliges Liebeswerk. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Mainz, 29. November. Wir haben heute als erste Sendung zum Besten der von der epidemischen Krankheit Heimgesnchten in .Jerusalem M. 500 abgeschickt. Die Nachrichten über den Verlauf der Krankheit lauten etwas günstiger, namentlich in der Beziehung, daß bis jetzt keine Todesfälle zu beklagen sind. Das materielle Elend ist jedoch in Folge der vielen Erkrankungen ungemein groß. So sendet uns der Oberrabbiner der marokkanischen Israeliten in Jerusalem eine herzzerreißende Schilderung von den traurigen Zuständen in seiner Gemeinde. Täglich muß er Boten ausjenden, die für die Aermften bei den Armen in Jerusalem betteln müssen, um sie vor dem Hungertode zu schützen. Wir hoffen, daß es uns bald wieder vergönnt sein wird, eine größere Sendung abgehen zu lassen. Das Verzeichniß der bis jetzt eingegangenen Gaben befindet sich im Jnseratentheil. Aus Thüringen. Herr Heidungsfeld, isr. Lehrer und Cantor in Eisenach, feierte am 21. November sein 25jähriges Dienstjubiläum. Die „Eisenacher Zeitung" berichtet hierüber Folgendes: „Am 21. d. M. feierte Herr Lehrer Heidungsseld hier sein 25jähriges Dienstjubiläum. Er hat

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