Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 92 (25.11.1889)
- Date
- 1889-11-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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15Ö1 wandtschafttichen Verbindung mit Abraham auch die Verbindung mit dem Gott Abrahams und so das Glück seines Lebens erhofft! Wie innig mag nach alledem Abraham gewünscht haben, daß diese Gesinnung befestigt, daß dieses Gottvertrauen durch Verwirklichung der auf sie gesetzten Hoffnung gerechtfertigt werden, und so Gottes Name im Kreise der Menschen die Heiligung finden möge, für die Abraham jederzeit das eigene Leben und die Ehre seines Hauses rückhaltlos einsetzt! Wenn hier Gottes Waltung in ihrer Wundergröße einträte und die eisernen Gesetze bräche, an deren starrer Unveränderlichkeit alles menschliche Hoffen und Harren sonst scheitert, wie mußte ein so sichtbares göttliches Eingreifen in die menschlichen Anliegen doch einer ganzen Welt die Wahrheit einprägen, daß der Gott des Himmels auch der Gott der Erde ist! Daß dieser Wunsch sich erfülle, war der Inhalt des ersten Gebets, das der erste Beter zum Himmel sandte. Seinen Wortlaut kennen wir nicht, und nur aus seiner Gewährung wissen wir den Gegenstand desselben. nNi m 'n ndti 'nh ^n dnun .nS vmnoKi lmw* Durch diese ganze Verkettung von Geschehnissen war endlich die Möglichkeit geschaffen und Abraham so nahe gelegt, daß es ihn von selbst dazu drängte, von Gott die Waltung Seiner Liebesgröße zu erbitten, ohne dadei etwas für sich, ja ohne dabei etwas für Abimelech, sondern um in Wirklichkeit nur von Gott zu verlangen, Er möge Seine alle natürlichen Schranken überragende Allmacht und Seine den Menschen zugewandte Vaterliebe, wovon Abraham längst überzeugt war, nun auch zur Ueberzeugung der gottentfremdeten ganzen Menschheit machen. Damit war der Bann gebrochen und der Schleier zerrissen, der bis jetzt die Wahrheit verhüllte, daß Menschen von Gott etwas erbitten dürfen. Durch Abraham's Gebet öffnete sich der reiche zur Beglückung der Menschheit bestimmte Gottesfchatz und wandte sich den seiner harrenden Sterblichen, in allererster Reihe aber demjenigen zu, der ihn zuerst erschlossen. Unmittelbar an die Erhörung dieses Gebets für Abimelech und sein Haus, schließt sich die Mittheilung, daß zur Zeit als Abimelech's Wunsch sich erfüllte, Gott Sara bereits bedacht hatte und nun Seine Verheißung verwirklichte. c) Wenn Abraham Mm Bmnn seiner Sendung die Verheißung wurde, rara mm, daß alle Völker durch ihn gesegnet werden, so hat sich dieser Segen wohl nirgends offenkundiger bewährt als in dem Gebet, das die gesammte Menschheit von ihm gelernt hat, um so den Segen des Himmels in ihren Kreis zu ziehen. ebenfalls versagt ist, von Gott erfleht, wie es Abraham bei Abimelech gethan. — Die Erklärung dieses Ausspruches dürfte wie eine Reihe anderer das Gebet betreffende Aeußerungen unserer Weisen, sich aus der Eingangs dieser Abhandlung dargestellten Auffassung ergeben. Stach allen Erklärungen des Gebets, wird sein innerstes Wesen, wie alles was so unmittelbar das uns verhüllte Göttliche berührt, Geheimniß bleiben. Aber gerade diese Unzulänglichkeit hat schon in den frühesten Zeiten nach Gleichnissen und Metaphern gesucht, um das an und für sich Unfaßbare wenigstens dem Bewußtsein näher zu bringen. Bei der geistigen Höhe des zu erklärenden Objekts müssen alle zu seiner Verständlichmachung dem täglichen Leben entliehenen Tropen und Bilder trivial erscheinen, weßhalb eine Beschränkung auf das Allernöthigsie geboten erscheint. Die PD"Q, welche wir von Gott im Gebete erflehen, weist schon durch ihre Beziehung und Verwandtschaft mit rD"Q auf die Art und Weise hin, in welcher sie uns zu Theil wird. Das Gebet stellt die Verbindung zwischen dem Menschen und dem Gottessegen her und leitet ihn geradezu aus der göttlichen Höhe in unser Leben. Sprechen doch unsere heiligen Ueberlieferungen geradezu von nTTtfä, von Kanälen und Leitungsröhren, welche diesen Segen vermitteln, um uns diese Anschauung geläufiger zu machen. Wenn jemand auf diese Weise concrete, materielle Dinge einem anderen zuführen wollte, etwa Wein durch einen Heber, so müßte immer der Wein zuerst dem den Heber ziehenden und von da erst dem andern zufließen. Deßhalb ist der .n^nn ruyj -in iniN^ *p» Nim ran py P^sno In ähnlichem Sinne wird in dem by2 sNPin '□ P"T “)D1D Dnn die dunkle Stelle Berachot 58 d. erklärt: HDN 'di anmff D’pnst b& omra by Iw p"D,“D mns? dud "'1 pld”P P’innp Tny '"n “IDN1 die dort gegebene Erklärung gipfelt in der Bemerkung: plt£n D’D r&apDH TU’üb bvQTW iwin nmpDD npyn y'y P ^aprw nsnaoi yrr oipo^ noipDD nmpyn p p pi pn mpD yupm cmn mp» 4*vmp rrostrc Puyanni roöin pn oipca nny'ap^ jwtnn DipDo "Wan npiyi rorai ysm mmnP nppn nsntjo J"n yv D»naa pi nw .mmP nrnp -nyn n*m tin mpop n •cT"y Pi D’pmr Unter diesem Bilde begreift sich auch, daß Aussprüche wie^ (Berachoth 26 a.): yw NN'Pp PIT flprb blV NP myD rvany bw in nnntsr p» (ibid 63 b.) mntp t^"p Nmp chn ty"p tnp ubw ’03 vpy non riNmp u’N INN inyi rnanyi ll^iyv nicht etwa hyperbolisch sondern wortwörtlich zu nehmen sind. — Unsere Gebete und Gotteshuldigungen, die wir in tp"p zum Himmel senden, sind das Medium, durch welches uns die Gewährung unserer Wünsche wird. Wie nun eine concrete Leitung marterieller Gegenstände leitungsunfähig wird, wenn dieselbe auch nur eine Spanne große Lücke aufweist, so darf auch kein einziges Glied der Verbindung fehlen, wenn sie nicht in Frage gestellt und in der That ein sipnP NP myD werden soll. 6) Baba Kamma 92 a. wird an dieser Zusammenstellung gelehrt, daß derjenige zuerst Erhörung findet, welcher das ihm Versagte, nicht^für^sich, wohl aber für einen andern, dem es