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Der Israelit · 1889-11-25 · Heft 92 (25.11.1889) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 92 (25.11.1889)
Date
1889-11-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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dir bisher versagt war.3) ..t^n vub "i’rinj xh p by Sie anzutasten habe ich dir Sara auf Grund deiner edlen Gesinnung nicht gegeben, aber wohl hat deine reine Absicht zu der Fügung geführt, Sara zu nehmen, um nun unmittelbar deinen Wunsch zu erfüllen. Als nun Abimelech Abraham das große Unrecht vorhält, das er durch Verheimlichung seines wahren Verhältnisses zu Sara fast veranlaßt hätte, erwiedert ihm Abraham: „Ich dachte, es sei an diesem Orte keine Furcht vor Gott und man würde mich wegen meines Weibes ermorden. Sie ist nun in der That väterlicherseits meine Schwester und ward erst später mein Weib. Als nun die Götter mich aus meines Vaters Hause fort umher irren ließen, 4) so verlangte ich die Gnade von ihr, daß sie mich Bruder nenne." Abraham hätte seinem sonst überall zu Tage tretenden, zarten Taktgefühl hier wenig entsprochen, wenn er selbst bei einem weniger gottesfürchtigen Fürsten Gottlosigkeit voraussetzte und diese Voraussetzung als Begründung oder doch Entschuldigung für seine gerügte Handlungsweise geltend machte. — In der That nennt daher Abraham den König gar nicht in seiner Rechtfertigung, sondern spricht nur von der vermeintlichen Gottlosigkeit des Ortes, die gerade die Veranlassung war, ihn aufzusuchen. Die verschiedenen Götter, eben ihre Verschiedenheit und Buntscheckigkeit waren es, die Abraham unstät von einer Gegend in die andere ziehen ließen, um diesen Wahngebilden entgegenzutreten und den Namen Gottes zu verkünden. Hätte sich die Verkennung Gottes nur in einer einzigen Form des Götzenthums geltend gemacht, so hätte Abraham an einem und demselben Orte bleiben, dem Jrrthum entgegentreten, der göttlichen Wahrheit das Wort reden und dann Hoffen können, die von ihm für Gottes Sache Gewonnenen würden nun das Bewußtsein von Gott selber weiter tragen und überallhin verbreiten. Aber so lagen die Dinge nicht. Die einen beteten Holz und Stein, die anderen Thiere, die dritten Berge, noch andere Himmelskörper an, allen wollte Abraham entgegentreten, alle sollten durch ihn auf Gott hingewiesen werden, deßhalb nöthigte ihn diese Verschiedenheit der Götter sein Vaterhaus zu verlassen und von einem Volk, von einem Land zum andern zu irren. 3) Irin *pJD er wirb durch dich zum Beten geführt und du wirst leben oder vielleicht auch Gesundung finden, wie von der krankhaften Naturanlage, welche dir bisher das Glück, ein Kind zu besitzen, versagte, rnt^n by TH B. d. Könige II. 20, 7. 4) Onkelos gibt die Worte 'n THN iynn ’D ’iY) mit dt naiy ma wony lyu “p wieder. Auf allen diesen Zügen begleitet Sara den Gatten und theilte mit ihm die Aufgabe seines Lebens. Sie theilt nicht nur alle Gefahren, sondern auch die Trophäen aus diesem fortgesetzten Kampfe gegen menschlichen Wahn und Vorurtheil, — die geretteten Menschenseelen. Abraham gewinnt für Gott die Männer, Sara die Frauen. Aber in Wirklichkeit wird in diesem einzigen, erhabenen Lebensberuf des ersten jüdischen Mannes und Weibes Abraham's sittliche Größe noch von derjenigen Sara's weit überragt. Abraham's Hingebung seines ganzen Lebens für die Anerkennung Gottes im Kreise der Menschen trug ihm bei diesen den Titel eines 'n eines Gattes fürsten ein, aber die Fürstin mußte auf diese glänzende menschliche Anerkennung, welche sie doch als Gattin mit dem Gatten theilte, verzichten. Vor der Welt durfte sie nicht als die Gattin des gefeiertsten Gatten gelten, diese Selbstverleugnung war die Gnade, die Abraham von Sara erbitten mußte. So tief hatte das Götzenthum seine Bekenner in Laster und Barbarei versenkt, daß Abraham und Sara den Völkern, in welche sie die Furcht vor Gott tragen wollten, ein Attentat auf das Leben oder auf die Reinheit ihres Familienlebens gewärtigen mußten. Wenn daher Abimelech das große Unrecht rügt, das Abraham fast qeranlaßt hätte, indem er Sara nicht als sein Weib bekannte, so deutet Abraham in seiner Rechtfertigung an, so groß auch dieses Unrecht sein möge, das Unrecht, das er durch seine Angabe verhütet habe, sei doch noch größer. Die Verheimlichung der Verheirathung Sara's hätte möglicherweise zu einer Verletzung des Ehebündnisses, die volle Wahrheit aber zu einem Morde führen können.5) Wie mag aber ein Abraham, der einer entarteten Welt ein vielbewegtes Leben lang ihr Unrecht vorgehalten, beglückt gewesen sein, von einem heidnischen Fürsten nun selber eines, glücklicherweise nur scheinbaren, Unrechtes geziehen zu werden! Wie mußte ihm diese Vorhaltung doch Bürge dafür sein, daß er nicht umsonst gelebt und gewirkt, daß die Gottessaat, die er in die Geister und Gemüther seiner Zeitgenossen gestreut, doch bereits Wurzeln geschlagen und schon so herrliche Blüthen gezeitigt hat, daß ein König von solcher Ehrfurcht für den Gott Abraham's erfüllt ist, daß er aus einer ver- 5) Wenn sonst rmj? ’lba mit D’DI hD’Sltf gleichgestellt wird, so bezeugt der Umstand, daß nicht V'QN ITÜ’Dty mit ’pjj PIHj; sondern immer m’-jy ’PJ mit D’D"J nD’Dty als gleichwerthig bezeichnet wird, wie dieser itfp’n selbst, die größere Bedeutsamkeit von V'VN nO'DtP an und für sich voraussetzen muß.

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