Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 92 (25.11.1889)
- Date
- 1889-11-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXX. Jahrgang. M «2. Israelit««>Jeschurun. Zkttslyrlfl W MkkW D. Geilte« Md D. Feder« kr AM«. Gelllkirde Md Klhllie. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe IudentHum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den SS. November 5650 (1889). Leitender Artikel. Zur Geschichte des Geöets und des ersten Meters. Von Bezirksrabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz). IV. Zur richtigen Würdigung des Erlebnisses bei König Abimelech in Gerar, (Cap. 20) welches endlich das erste Gebet Abraham's bewirkte, ist ein tukzek Hinweis auf das erste ähnliche Begegniß in Egypten (Cap. 12) geboten. Ein flüchtiger Vergleich zeigt sofort, daß bei aller äußeren Aehnlichkeit des Vorgangs die ihnen zu Grunde liegenden inneren Motive dennoch vollständig verschiedener Art sind. Gelegentlich des Vorgangs bei Pharao wird wiederholt Sara's Schönheit hervorgehoben und als das eigentliche Motiv bezeichnet, ein Umstand, der in dem Begegniß mit Abimelech nirgends erwähnt wird. Auch darf nicht übersehen werden, daß bei dem Zusammentreffen mit Abimelech Sara bereits eine neunzigjährige Greisin war, daher eine leidenschaftliche Neigung nicht wohl das Motiv für Abimelech's Handlungsweise gewesen sein kann. Beruft sich doch Abimelech Gott gegenüber auf seine redliche Absicht, die Gott ausdrücklich anerkennt und Abimelech einer göttlichen Mittheilung im Traume würdigt, währenddem Pharao das Unwürdige seiner Handlungsweise durch empfindliche Strafen zum Bewußtsein gebracht wird. Den Schlüssel zur Eröffnung eines befriedigenden Verständnisses dieses ganzen Vorganges enthalten die ihn schildernden Schlußworte isy nsy »3 □maN niw mt? -o-r by n»ai om bj nya 'n Gott hatte dem Hause — oder wie wir sagen würden — der Dynastie Abimelech's die Möglichkeit, ihren gegenwärtigen Träger zu überleben, versagt. Abimelech hatte wie Abraham keine Nachkommen und zwar war dies nicht etwa eine Sttafe für die Aneignung Sara's, sondern eine längst vorbereitete göttliche Fügung, — nisw nw 121 pp oma» — um eben Sara, das Weib Abraham's, durch Abraham'S Gebet zur Ahnmutter ihres Volkes zu machen. *) Abimelech war für Abraham, als Verkünder und einziger Vertteter Gottes auf Erden von solcher Hochachtung erfüllt, daß er die Hoffnung hegte, der auf seines Maulte lastende Unsegen werde gebrochen, wenn es ihm gelänge, Abraham dadurch näher zu treten, daß er sich mit dessen vermeintlichen Schwester vermähle, die dann in Wirklichkeit seine Frau werden solle.1 2) Gott sagt jedoch Abimelech im Traume, du glaubst dich und dein Haus durch diese Aneignung Sara's der Zukunft zu erhalten, aber du verfällst dem Tode, denn du hast dir eine bereits verehelichte Gattin angeeignet. Auf diesem Wege wirst du dein Ziel nicht erreichen, aber gib dem Gatten die Gattin zurück, er ist mit prophetischem Blick begabt und kennt daher die edlen Motive deiner Handlungsweise so vollkommen, daß er durch dich zum Gebet veranlaßt wird, dir das Leben zu gewähren, das 1) Bei Pharao schließt sich daher, die Strafe der O’yjj D’7l“U direkt an die Erzählung des Vergehens an. Hier aber erfahren wir von dem Verhängniß 18V "ILp ’3 erst ganz gelegentlich nach seiner Aufhebung am Schlüsse der Darstellung. Auch die Verschiedenheit der Praeteritumsorm, dort yjj’i und hier “1 ny, läßt letzteres als Plusquamperfekt, als eine längst vorher bestandene Fügung erscheinen. 2) Während es bei Pharao heißt njHD n*3 Plpm, wird hier die Aneignung Sara's durch rntfi' llpN wiedergegeben. Letztere Beziehung ist der stehende Ausdruck für das Eingehen einer legitimen Ehe, wie er durch nn’p rw mH psy mtwa nirp als solcher festgestellt ist.