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Der Israelit · 1889-11-18 · Heft 90 (18.11.1889) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 90 (18.11.1889)
Date
1889-11-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1562 Glück und Unglück, in Vorzügen und Fehlern, in seiner Niedrigkeit und Hoheit , und diese Ehrfurcht vor Gott, dem König aller Könige, sei bei ihm übergegangen in Fleisch und Blut zur Verehrung und Liebe, zum Gehorsam gegen seinen irdischen König und Herrn. Ein donnerndes Hoch durchbrauste den Festsaal, die Kapelle intonirte „Heil dir im Siegerkrunz" und stehend und feierlichst wurde die erste Strophe gesungen. Während der Redner noch die letzten Worte sprach, hob sich langsam der Vorhang der Bühne, in bengalischem .Lichte prangte die Büste unseres Kaisers in sinnigen Blumen und Gewächsen; Germania (Frl. Auguste Friede) hielt im Hintergrund einen Lorbeerkranz und im Kreise huldigten eine große Zahl junger Damen, in die deutschen Farben gekleidet, ihrem geliebten Herrscher. Nicht endenwollender Beifall wurde dem von Herrn Heinrich Stupp (Ausstattungsgeschäft) gestellten prächtigen Bilde gezollt und immer aufs neue ging der Vorhang auf und nieder. Diesem Toast folgte derjenige des Herrn Jakob de Jonge, des vieljährigen Präsidenten der israeliti. Gemeinde Köln, welcher namens der Gemeinde die Grütze und Glückwünsche dem festgebenden Verein in schönen, sinnigen Worten darbrachte. Herr Simon -Simon, der Präsident de8 Wohlthätigkeitsvereins, sprach hiefür den Dank desselben aus und brachte der hiesigen israelitischen Gemeinde ein Hoch. Stadtverordneter Lieb mann feierte in seinem Toast die Verdienste des Rabbiners Dr. Frank. Es sprachen ferner noch die Herren Gustav und Philipp Fleck, Klein und andere mehr. Mit besonderer Aufmerksamkeit folgten die zahlreichen Zuhörer dem Violin-Solo (Reverie von H. Vieuxtemps des Herrn Fritz Aranyi (Goldmann), Concertmeister am Stadttheater. Sein kunstvollendeter Vortrag fand ebenfalls rauschenden Beifall. Die Elavierbegleitung hatte Herr Samuel Herz freundlichst übernommen. Tafellieder, gespendet von Mitgliedern des Vereins, trugen zur Hebung der Stimmung wesentlich bet. Herr Jöhlinger dankte der mirwirkenden Künstlerin und den Künstlern für die Bereitwilligkeit, mit welcher sie zur Verherrlichung des Festes mit ihren freundlichen Spenden beigetragen und verlas eine größere Zahl Begrüßungs- und Glückwunschtelegramme, welche aus dem In- und Auslande inzwischen eingetroffen waren. Zur Beendigung der offiziellen Feier ergriff das Wort Rechtsanwalt Simon Mayer, welcher, anknüpfend an Göthe's Worte: „Tages Arbeit, abends Gäste — Saure Wochen, frohe Feste" dem Festausschuß und besonders mit Recht dem Vorsitzenden deffelben, Herrn Eduard Jöhlinger, zu danken für die unermüdliche Thätigkeit und die Opfer, die er gebracht, um eine Festfeier zu Stande zu bringen, die so schön und herrlich verlaufen sei, daß sich alle Theilnehmer noch in später« Jahren derselben freudig erinnern werden. Literarischer "Bericht. nnwm nurao ,mawni mW jnwn pte tw n"a -iw pnst» mos 'di D*D-iiBon fltun am nxo 'dt 'dt ♦,T"ntej Das halachifche Werk, das soeben die Presse verlassen und im Verlage des Herausgebers, eines Urenkels des Verfassers Herrn Rabbiner A. Kaßvan inMumnik-Sarat, Rumänien, erschienen ist, wird in der jüdischen Gelehrtenwelt nach dessen Bekanntwerden, gerechtes Aufsehen erregen. Wenn auch in der heutigen Zeit die robn bv wo« 't nur mit maasy dt®b b. h. betrübender Weise nur mit i engem Maße gemessen werden können, und daher! Werke, wie das vorliegende, nur auf einen beschränkten Kreis Sachverständiger .angewiesen sind, um dort ihre volle Würdigung zu erlangen, so wird! diese Responsensammlung, sowohl durch den | illustren Namen des vor mehr als 100 Jahren im goldnen Zeitalter des gründlichen Talmudftudiums als »no« jwo gefeierten Verfassers, als auch durch deren manigfachen, die tiefste und gründlichste Gelehrsamkeit in hohem Maße bekundenden Inhalt, bei Allen, die für den nm bw brate den unsere mann« »bna so wunderbar gepflegt, Sinn und Verständniß haben, die üngeheucheltste, anerkennendste Bewunderung finden. Der verewigte Verfasser bpi "st, ein herrlicher Zweig der berühmten Gelehrtenfamilie -iw — so nennt er in Nr. 16 der Resp. den TW nwian seinen nn p Onkelsohn — war seiner Zeit eine der gefeiertsten Talmudheroen, an den aus weitester Ferne — wie z. B. in Nr. 21 an Tte rnTp pss wvd halachifche Anfragen gerichtet wurden. Wie er diese beantwortet, welcher Scharfsinn, welche gesunde Logik seine Studien durchdringen, wird dem in den Geist dieser mawri sich Versenkenden fast in jeder einzelnen Abhandlung recht deutlich und klar, so daß dieses epochale Werk, den besten dieser Art würdig angereiht zu werden, die begründetste Anssicht hat. Was aber diesem Geistesprodukte noch einen besonderen, nicht gewöhnlichen Vorzug verleiht, ist der prickelnde Styl, die glänzende Schreibweise, die der Verfasser bei allem

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