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Der Israelit · 1889-11-18 · Heft 90 (18.11.1889) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 90 (18.11.1889)
Date
1889-11-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1559 Allianceschulen in Tunis der Dkrection des Ele mentarunterrichts in Tunis Arbeiten geliefert, die dieselbe mit den andern Schulen Tunesiens ausgestellt hat, andererseits haben die Mädchenschulen der Alliance, deren Directricen zumeist aus der Bischoffsheim'schen Anstalt hervorgchen, die Arbeiten eingesendet, die dieses Institut mit den seinigen ausgestellt hat. Die Jury hat diesen Arbeiten große Auszeichnungen verliehen, unter spezieller Anführung der Alliance Jsraelite in der Gruppe II. Classe VI. Die Knaben- und Mädchenschulen der Alliance in Tunis haben eine goldene Medaille erhalten, und die Bischoffsheim'sche Anstalt hat gleichfalls eine goldene Medaille erhalten, mit Erwähnung der itzrael. Schulen der Alliance im Orient. Griechenland. Athen. Bei der Hochzeit des griechischen Kronprinzen Conftantin mit Prinzessin Sophie von Preußen, welche neulich dahier stattfand, ist der Oberrabbiner von Korfu als Vertreter der Juden Griechenlands zugegen gewesen, und ist sowohl vom deutschen als vom griechischen Herrscherpaare mit hohen Ehrenbezeugungen ausgezeichnet worden. Anfang und Ende. Skizze aus dem polnischen Aufstande im Jahre 1863. Von S. Horowitz. (Fortsetzung.) Monate waren verstrichen und das polnische Blut floß in Strömen, den heimathlichen Boden tränkend. Aber vergeblich war der kühne Adlerflug, und von den russischen Kugeln durchbohrt, senkte er seine Fittige. Der Ausstand lag in den letzten Zuckungen, und die versprengten Insurgenten, mit Entbehrungen aller Art kämpfend, näherten sich, von Kosaken verfolgt, den österreichischen Grenzpfählen, um hier entwaffnet und als Kriegsgefangene internirt zu werden. Jetzt war die österreichische Grenze stark besetzt, den Aufständigen war jede Unterstützung von drüben abgeschnitten und wer vor den nachsetzenden Russen Rettung suchend, österreichisches Gebiet betrat, wurde nach einer Festung escortirt. In der ehemaligen polnischen Residenz, in der zum Castell umgewandelten, früheren Königsburg Wawel, waren einige 100 Freiheitskämpfer untergebracht und, o Ironie des Schicksals, in den Grüften des Schlosses ruhten die Gebeine von Polens Königen und in seinen Casematen schmachteten des Landes edle Söhne. Es war ein trüber, regnerischer Oktobertag. Die schlammigen Stoppelfelder boten einen trostlosen Anblick, und die Natur bereitete sich zu ihrem Winterschlafe vor. In der Nähe der Grenze trieben sich noch einige Trupps herum, es existirte kein Obercommando mehr, und jede Schaar focht ziellos auf eigene Faust. Den ganzen Tag hörte man das Knallen des Kleingewehrfeuers, sich bald entfernend, bald näher kommend. Hie und da schlug am Horizont eine Feuersäule empor, eine Bauernhütte, eine vollgesüllte Scheune ging in Flammen auf; ein Racheact der Russen, welche auf diese Weise, die einst mit der revolutionären Bewegung sympathisirende Landbevölkerung einschüchtern wollten. Auf dem Gehöfte des Gutspächters David Mayer herrschte eine gedrückte, ängstliche Stimmung. Die Bewohner desselben kamen seit einigen Tagen nicht aus dem Schrecken heraus, denn fortwährend wurde ringsum geplänkrlt. Die Schutz bietenden Gebäude wurden bald yon den Russen, bald von den Polen besetzt, und die rechtmäßigen Insassen mußten sich vor den Kugeln in die Keller flüchten. Momentan war das Feld frei, und nur in der Ferne ließ sich ein schwaches Bombardement vernehmen. Der Pächter wagte sich aus seinem Verstecke und schaute spähend um sich, um zu erforschen, in welcher Richtung die Kämpfenden sich befänden. Er sah verstört aus, und eine sichtbare Unruhe spiegelte sich in seinem Gesichte wieder. Er wußte, daß der junge Graf sich unter den versprengten Schaaren befinde, welche seit einigen Tagen unter unausgesetztem Geplänkel sich zurückziehe, und war um Severin besorgt. War er nicht bereits todt oder in russische Gefangenschaft gerathen, dann mußte er in der Nähe sich befinden und dann könnte er ihm vielleicht von Nutzen sein. Das Donnern der Feuerwaffen hatte sich allmählich ganz gelegt, und auch die übrigen Einwohner kamen zum Vorschein. Frau Chase kroch aus ihrem Schlupfwinkel, Himer ihr ihre Tochter Ester, und Marcin, der alte Hausknecht, hatte schon so viel Courage, seine kurze Pfeife zu stopfen. Da wurde eine querfeldein rennende Gestalt sichtbar, welche ihre müden Schritte gegen das Gehöft lenkte. Von einer unerklärlichen Ahnung ergriffen, ging ihr David entgegen, und wer beschreibt seine Gefühle, als er den todtmüden, verwundeten puoicr-Junker erkannte. Severin, am Kopfe von einem Säbelhiebe

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