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Der Israelit · 1889-11-14 · Heft 89 (14.11.1889) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 89 (14.11.1889)
Date
1889-11-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1537 werth gehalten, nur eine Antwort zu erthetlen! Der Vorstand hat keine Controle über die in den städtischen Anstalten untergebrachten Israeliten, er bekümmert sich nicht darum, wann die Kranken ausgenommen werden, wann sie entlassen — und wohin sie sich begeben. Es ist ein tief erschütterndes Ereigniß, ein Zeichen größter Theilnahmlosigkeit, daß man sich nie mit einer so wichtigen Frage befaßt hat. Eine Gemeinde, die Unsummen für Chorgesang mit Orgel verbraucht, hat kein Herz für die Kranken! — Niemals werden die jüdischen Kranken von den Cantoren besucht, wogegen die katholischen und evangelischen Geistlichen regelmäßig die Kranken besuchen. Der Rath, unser verehrter Herr Bürgermeister, ein liebenswürdiger alter Herr, wäre den Herren Vorständen in dieser Angelegenheit gewiß entgegengekommen. Karl Wiesenthal. Emden, 28. October. Der seit einigen Jahren hier bestehende Synagogen-Damenverein mar, v» hjo D’tw bereitete der hiesigen Gemeinde eine überaus große Freude durch die Schenkung einer mm tdd mit prachtvollem senp >b, welche einen Aufwand von 1000 M. erforderten. Die Einweihung dieses heiligen und hochherzigen Geschenkes fand am nws-o natp statt und gestaltete sich zu einer wahrhaft erhebenden Feier. Durch die begeisternde von Herzen kommende und zu Herzen gehende Rede, die Herr Rabb. Dr. Buchholz nach dem Einheben hielt, hatte derselbe die Feier zu einer recht weihevollen gestaltet. Löckrritz. Ein schwerer Verlust hat unsere kleine Gemeinde betroffen, die Zierde und Krone derselben, der Lehrer unserer Kinder, ist uns durch Gottes unerforschlichen Rathschluß ganz plötzlich entrissen worden. Am 8. »nwn wurde Abraham Rosenow im 69. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abberufen. Ein Herzschlag' machte seinem edlen Leben ein Ende. Sein so jäher Tod hat eine tiefe Lücke in unserer Gemeinde hervorgebracht; wir beklagen in ihm einen Mann von biederem, edlem Charakter, und seltener Frömmigkeit; sein ganzes Leben war nur dem Dienste Gottes geweiht, Arme und Hilfsbedürftige waren seine Freunde, er theilte mit ihnen gerne, und linderte so manche Thräne. Seit Jahren erblindet, ließ er sich hiusühren, wo es galt eine Mizwo zu üben, und war mit ganzer Seele und ganzem Vermögen dabei; ihn konnte nicht Sturm noch Wetter davon zurückhalten! Da unsere Gemeinde zu klein, und wir uns keinen Lehrer halten konnten, so hat er freiwillig aus Liebe zur heiligen Lehre dieses Amt übernommen, und hat, obgleich des Augenlichtes beraubt und selbst im Dunkel wandelnd, um sich her geistiges Licht verbreitet. Er hat mit seltener Hingebung und Liebe unsere Kinder in allem jüdischen Wissen unterrichtet und mit Begeisterung Gottes Wort gelehrt. Wte freute es ihn, wenn er mitten unter ihnen stehen konnte, und die Kinder seinen Lehren andächtig lauschten. Am nawn narr? hat er uns noch dnrch seinen ergreifenden Vortrag erbaut, und wenige Tage darauf war er saust hinübergeschlummert; die nichtsahnenden Kinder kamen zum Unterricht und fanden den geliebten Lehrer todt; der Mund, der so gerne Gottes Wort gesprochen und gelehrt, er war für immer geschlossen. Wir haben hier keinen Gottesacker, da unsere Gemeinde zu Pasewalk gehört, und da die Zeit zu kurz, so konnte der Verblichene erst nach nsa di» zu map kommen. Es war ein ergreifender -nsa dv in unserer Gemeinde, Wohl selten wurde andächtiger und rührender gebetet, wie in diesem Jahre. Rührend war es anzusehen, wie unsere Kinder, die Schüler des Verblichenen, an diesem Tage bei seiner Leiche abwechselnd wachten, und mit Andacht D’Vnn sagten, er hatte es sie jagelehrt! Wir wollen richtig sagen und keinen Fehler machen, unser lieber Lehrer hört jedes Wort, sagte ein kleiner Knabe. Am Grabe hielt Herr Rabbiner Schönberger in Pasewalk eine erschütternde Trauerrede und hob die Verdienste des Dahingeschiedenen in tief ergreifender Weife hervor. Wir aber wollen uns bestreben, dem guten Beispiele des edlen Todten zu folgen, an unfern Kindern das zu vollenden, was er mit so großer Liebe begonnen. Wir wollen e Gottesfurcht lehren, damit sie freudig Gottes heilige Gebote üben und wir gute Menschen und fromme Jehudim erziehen. Dieser mar möge dem Dahingeschiedenen in jenen lichten Höhen zu Gute kommen! .lriDtw m crnn ama nnri mm» «nn py pa Gott möge die Hinterbliebenen trösten. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Prag. Dem 30. Jahresbericht des israelitischen Freitisch-Vereines in Prag, für das Vereinszugleich Schul-Jahr 1888—1889 entnehmen wir:

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