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Der Israelit · 1889-11-04 · Heft 86 (4.11.1889) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 86 (4.11.1889)
Date
1889-11-04
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1488 fratb nun die Änglo Jewish Association in London von diesen Vorgängen Kunde erhielt, machte sie Lord Salisbury davon Mittheilung und dieser hat, sden Ernst der Lage anerkennend, sofort an Sir W. White in Konstantinopel telegraphirt, die Angelegenheit gründlich zu untersuchen. Giniges über Worwaldsen. Dem Verfasser des Aufsatzes über jüdische Gegenstände in der bildenden Kunst war es von vornherein klar, daß seine Arbeit Lücken enthalten müßte und zugleich damit stand ihm der Plan fest dieselbe mit Nachträgen allmählich zu ergänzen. Wie groß war daher seine Freude und Ueberraschung als er in dem Thorwaldsen-Museum in Kopenhagen und zwar im zweiten Stockwerk, das des großen Meisters Kunstsammlungen, Bücher, Möbel u. andere unschätzbare persönliche Erinnerungen enthält, gleich im ersten j Saale ein großes Aquarell „Eine Synagoge" in Rom! erblickte eine Arbeit des Baseler Künstlers Hieronymus Heß (1799—1850), der seine Studien unter Koch in Italien machte, und „durch korrekte, charakteristische und sorgfältig vollendete Zeichnung, besonders in humoristischen Figuren sich einen Namen erwarb."*) Das im Vorstehenden dem Künstler zuerkannte Lob bestätigt sich aber auch im vollsten Maße an dem uns hier interessirenden Synagogenbild, worauf übrigens der Künstler nach seinem Brauche die hebräischen Wandinschriften aufs Zierlichste in Gold anbrachte. Thorwaldsen und die Synagoge! Welche besondere Umstände dieses Bild in Thorwaldsens Besitz gebracht haben mögen, — darüber konnten wir uns noch nicht verlässigen. — Die nach allen Momenten durchdachte Eomposition aber, die Fülle des Details, die Lebhaftigkeit der dargeftellten verschiedenartigen Bewegung und des Mienenspiels mußten den großen Bildhauer fesseln, unsere heutige nüchternen, dem natürlichen Scheine mehr zugeneigte Zeit, dagegen mag freilich nichts mehr wissen von den Beziehungen, An¬ *) Neues Künftlerlexikon II. Stuttgart 1860. deutungen und verborgenen Absichtlichkeiten in der Darstellungsweise, und Hogarth und Kaulbach gehören einer veralteten Kunstanschauung an. Daß übrigens Thorwaldsen, der selbst äußerst korrekt und zierlich zeichnete, auch die technische Vollendung der Arbeit schätzte, ist unzweifelhaft. Etwaige persönlichen Beziehungen zu dem Schweizer Künstler nachspürend fanden wir in Thorwaldsens Leben von Thiele, Leipzig 1852 eine andere Notiz, die wir unfern Lesern nicht vorenthalten zu dürfen glaubten. .Dort heißt es Seite 14: Im Jahre 1790 trat Thorwaldsee zum ersten Male öffentlich als Bildhauer aus, obgleich auf seinen Namen damals noch kein Werth gelegt wurde. Es war nämlich dem Maler Nicolai Wolfs, einem Schüler Abildgaard's, aufgetragen, die Ehrenpforte mit Malereien und Statuen zu dekoriren, welche die israelitische Gemeinde in Kopenhagen zum Empfang der Gemahlin des Kronprinzen, späteren Königs Frederik des Sechsten, der hessischen Prinzessin Marie Sophie Friederike in der dänischen Hauptstadt errichten ließ. Zu der Bildhauerarbeit benutzte Wolff seinen Freund und jüngeren Kunstbruder Thorwaldsen, der in seiner engen Werkstatt drei Statuen für jene Ehrenpforte modellirte. Wenn auch ^Thorwaldsens Name in den Berichten über die Feierlichkeiten beim Einzug der Kronprinzessin nicht genannt ist, so finden wir doch daselbst eine nähere Beschreibung seiner Arbeiten, aus welcher hervorgeht, daß sie in drei Figuren bestanden: „den Genien Dänemarks und Norwegens, welche sich die Hände über einem flammenden Altar reichten und das dänische und hessische Wappen hielten, sowie aus einer Fama mit Trompete und Kränzen von Rosen und Myrten, die beweglich und sich beim Vorwärtsschreiten der Procession nach allen Seiten drehte, um das Gerücht von der Ankunft der Herrschaften zn verkünden." Freitag, 8. Nov.. 14. Cheschwan. Samstag, 9. Nov., 15. Cheschwan NV1 Sabbat-Ausgang 5 Uhr 15 Min. (Mainzer Uhr.)

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