Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 86 (4.11.1889)
- Date
- 1889-11-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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15 der vulkanischen Laven und zersetzten Aschen sehr ertragsfähig und wie das wilde Gras, so gedeihen auch Weizen und Gerste, Erbsen {hummus), Linsen, Bohnen, das Kameelfutter (kursänne), weisser Mais und gelbes Welschkorn. Es wird daher auch jeder einigennassen steinfreie Raum, wie z. B. die der Wasserscheide benachbarten Bochebene, die von den Bergen teil cl baram lind te'l el-uram, teil ahn en-neda, des hami hirsn und den tulul cl-muchß begrenzt ist, namentlich von den Tscherkessen aufgesucht und bepflanzt, ja selbst der Krater des mächtigen teil ahn cn-ncda wird besäet und soll die besten Erträge abwerfen. In den Niederungen des Ifulc-Sees, wo kein Mangel an Wasser ist, wird seit kurzem auch —-—• - Reis gebaut, welcher qualitativ nichts zu wünschen übrig lässt und ausserdem einen weit gewinnreicheren Handelsartikel bildet als das Ge- | treide, für das der Hauran wie geschaffen ist.! Das gelbe sogenannte europäische Welschkorn, dura frandschijc oder scifra wird neuerdings im Spätsommer auf das Getreidestoppelland, namentlich an wasserreichen Stellen des Plateaus gesäet und bewässert, so dass das Land einen doppelten Ertrag abwirft. Tabak gedeiht in vorzüglicher Qualität in der Nordgegend bei zäora, und in versteckten Dungbeeten, die der Spürsinn der Beamten nicht erräth, pflanzt sich der rauchbedürftige Beduine ebenfalls einige Stauden, die er, sobald die Blätter welken, unpräparirt verbraucht. (Fortsetzung folgt.) zur Ji/i'zie Bericht des Vereins g .jüdischer Waisen in Palästina (Sitz: Frankfurt a. Main) für das Jahr 1888. (I. Fortsetzung.*) ►- --p- Durch Vermittelung unseres bewährten Freundes, des Herrn Sigismund Simmel, machte Herr Bankdirector Joseph S t r a u s s in Berlin der Anstalt das überaus willkommene Geschenk einer schönen Nähmaschine. Besonders hervorzuheben ist noch eine Gabe, welche zeigt, dass auch von nichtjüdischer Seite unseren Anstalten mit Liebe entgegengekommen wird. Herr Baron von IIst ino ff in Jaffa spendete nämlich bei Gelegenheit seiner Vermählung Frs. 800, wovon Frs. 100 zu Ausflügen und Frs. 200 für die Schülerbibliothek bestimmt sind. Noch haben wir der von Herrn Franklin gestifteten Prämie zu gedenken, welche diesmal Jacob H a 1 p e r n aus Minsk zu Tlieil wurde. Der Trauer um das Hinscheiden des hochseligen Kaisers Friedrich gab die Schule durch eine würdige Feier Ausdruck, welcher zahlreiche offizielle Persönlichkeiten beiwohnten. Leider wurde unsere Verwaltung abermals von einem schweren Verlust heimgesucht. Am 26. Januar d. J. starb unser College Eduard M e n d e in Berlin, von Anbeginn an ein Gönner unseres Vereins und langjähriger Schatzmeister desselben. Als Mitglied der Sektion Berlin führte er die dortigen Kassengeschäfte mit unermüdlichem Eifer und grösster Gewissenhaftigkeit bis zu seinem allzufrühen Hinscheiden. Zum Andenken des Verewigten fand am 26. F e b r u a r eine Feier in unserem Waisenhause zu Jerusalem statt, wobei Herr Ch. Hirschensohn die Trauerrede hielt. In unserem Vereine wird sein Angedenken nie erlöschen. Für das jüngst heimgegangene Mitglied des Central-Comites der Alliance, den edlen Herrn E. J. Veneziani, wurde gleichfalls in der Anstalt eine würdige Todtenfeier abgehalten. Die Einziehung der Beiträge und übrigen Kassengeschäfte, die Herr M ende besorgt hatte, hat Herr Julius Kalmus in Berlin auf unser Ansuchen provisorisch zu übernehmen die Güte gehabt. Wenn wir noch hinzufügen, dass Herr Direktor Dr. Herzberg abermals durch seine angegriffene Gesundheit gezwungen war, eine Badereise nach Europa zu unternehmen, und dass in Folge dessen Herrn Ephraim Cohn vertretungsweise die Geschäfte des Leiters auch an dem Waisenhause übertragen wurden, während Frau Dr. Herzberg die Pflege der Kinder und die gesammte Wirtschaft des Hauses mit gewohnter Hingebung leitet, so haben wir,! wie wir glauben, Alles verzeichnet, was für; Waisenhaus und Schule im abgelaufenen Jahre von Wichtigkeit war.! Fassen wir das, was aus diesem Berichte i hervorgeht, zusammen, so ergiebt sich zur Ge- I! *) 8. Nr. 3J9.