Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 86 (4.11.1889)
- Date
- 1889-11-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Kolonisation Palästina’s. Der Dscholan (J12DD j'Tü)* Zum ersten Male aufgenommen und beschrieben G. Schuhmacher, Ingenieur in Haifa (nöTl)- (I. Fortsetzung.*) ~r^-; .jl ,1? V - B. Die Bodenbeschaffenheit, Pflanzen und T li i e r e, die Bewässerung und das Klima des Dscholan. Der Dscholan ist nach seiner Bodenbeschaffenheit in zwei Gebiete einzutheilen, nämlich: 1) in den steinigen, d. i. nördlichen und mittleren Theil, und 2) in den ebenen, südlichen mehr zum Ackerbau geeigneten Theil. Beide Gebiete bilden ein Stück des grossen Hochplateaus, das im weitesten Sinne Hauran genannt wird und sich vom He r m o n und Damascus an südwärts bis zur Steppe hamad und dem Adschhm, ostwärts bis zur syrischen Wüste und dem dschebel cd-druz, westwärts aber bis zum Jordan ansdehnt. Das Plateau des Dscholan steigt in seiner Längsrichtung von einer Minimalhöhe von -j- 297 m im Süden (schcffct rnobara) allmählich bis zur Höhe von mehr als j 1100 m im Norden (mcrdscli - cl - Imkadi) an —; abgesehen von den vulkanischen Bergen, die j eine Höhe von 1294 m erreichen — und hat j demnach eine mittlere Höhe von 700 m über dem I Niveau des Mittelländischen Meeres oder von j 900 m über dem See von Tiberias. In seiner Querrichtung steigt das Land von den Abhängen am Jordan im Westen rasch und — in Folge der Lavaströme — terrassenförmig von einer durchschnittlichen Höhe von 500 m nach Osten bis zu der 900 bis 1000 m hohen Wasserscheide zwischen dem Fasse des teil alm cn-ncda und des kamt kursu an, senkt sich dann etwas dem Bette des nähr er-rukkad entgegen, um im Osten desselben nach dem Hauran hin I wieder anzusteigen. j Der höchste Punkt des Plateaus läge also! im Norden, während im Südwesteck der Zawljc \ cl-gharbije, also am äussersten Ende des Dschoj lan, der niedrigste Punkt sich findet. Zieht man j auch die Schara und das Ghor in Betracht, so handelt es sich um den bedeutenden Höhenun-! terschied von -f- 1360 m (etwa Mcdschdcl cschi Scherns) und — 200 m (Ghor bei cd-duwer),; *) 8. Nr. 316. | also von 1560 m. Der steinige Dscholan {csch-Schara, cl-Kanctra und der obere Theil der Z xvije tsch-scharkijc) ist eine überaus rauhe und wilde Gegend, bedeckt von Lavamassen, die den zahlreichen Vulkanen entströmten und sich nach jeder Eichtling hin ausgedehnt haben. Zum Landbau somit weniger geeignet, dient er; umsomehr als Weidegrund für die zahlreichen j He er den der Beduinen und gilt als das Ideal j eines solchen, als belad cr-rabiy Land der Frühweide. Wo immer zwischen den harten, compacten Basaltmassen ein Fleck Erde sichtbar wird oder eine Eitze sich öffnet, entsprosst denselben zur Winter- und Frühlingszeit der üppigste Graswuchs und bietet den Rinderherden I der Beduinen bis in den Sommer hinein reichlich grünes Futter; da dieser Theil des Dscholan überdies einen grossen Reichthum an permanenten Quellen besitzt, so versengt auch der Hochsommer nicht alles Wachsthum, sondern es bleiben stets grünende Oasen um die Quellen. Wer zu zwei verschiedenen Jahreszeiten, etwa im August oder September und dann im Februar oder März, jene Gegenden bereist, der wird sich kaum mehr zu orientiren wissen. Die nackten Steinmassen die ihm im Sommer auf Schritt und Tritt hemmend im Wege lagen, die die Wirkung der Sonnenstrahlen vermehrten und der Gegend einen eintönigen, düsteren Charakter verliehen, sowie die vielen Ruinenhaufen sind im Frühjahr von mehr als mannshohem Gras überwuchert; die Myrthe, die Eichenstauden ragen nicht mehr vereinzelt aus den Lavabrocken hervor, die Trümmerstätten sind verschwunden, das Land ist in ein wogendes Grün, in eine lachende Aue verwandelt, und nur das Straucheln des Reitthiers auf der unwegsamen Strasse, das Erklimmen von neuen und immer neuen Felsblöcken und der Blick auf die charakteristischen kegelrumpfförmigen Vulkanreihen bringen den Reisenden znr Gewissheit, dass es derselbe Dscholan ist, der nur in verändertem Kleide vor das Auge des Wanderers tritt. Der Boden ist als ein Verwitterungsprodukt