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Der Israelit · 1889-10-31 · Heft 85 (31.10.1889) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 85 (31.10.1889)
Date
1889-10-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1454 und die Unterschiede hervorzuheben, ans», Himmel und y*pn, Firmament, scheinen gleichbedeutend, wie cs heißt (1. B. M., Cap. 1, V. 8) □’“&« «opn □■»dp y>p-6. „Und es nannte Gott das Firmament Himmel." Daß wir das eine Wort mit Himmel und das andere mit Firmament wiedergeben, scheint willkürlich zu sein. Ebenso sind die Zeitwörter oneDD „erzählen" und tjjd „verkündet" fast gleichbedeutend. Wir könnten auch umgekehrt sagen: „Die Himmel verkünden die Ehre Gottes und das Werk Seiner Hände erzählt das Firmament", ohne in der deutschen Sprache dem Sinne und der Bedeutung des Verses zu nahe zu treten. Nicht so im heiligen Urtext; die Ausdrücke haben wohl ähnliche Bedeutung, aber sie decken sich nicht. Wir wollen versuchen, ihre Unterschiede klarzulegen. Unsere alten Forscher haben sich bereits vielfach bemüht, die Begriffe Schomajim und Nokia auseinander zu halten. Daß sie in gewisser Beziehung identisch sind, geht aus dem oben angeführten Bibelverse hervor. Aber worin unterscheiden sie sich? — Don Jizchak Arama, der Verfasser des Werkes Akedath Jizchak, erklärt in Ucbereinstimmung mit vielen andern großen Lehrern Israels, daß Nokia den uns sichtbaren Himmel mit den an ihm von uns erschauten großen Himmelskörpern bedeutet, während Schomajim sämmtliche Himmel, die sich übereinander wölben und von denen die oberen sämmtlich unserm Auge nicht ersichtlich sind, bezeichnet. Es ist also Nokia ein Theilbegriff von Schomajim, und diesem Theile legen wir ja auch gewöhnlich den Namen des Ganzen bei. So heißt es auch in der heiligen Schrift: „Du hast gemacht die Himmel und der Himmel Himmel und all ihr Heer." Wir sehen also, daß die heilige Schrift zwischen dem Theile, den wir gewöhnlich Himmel nennen, und der Gesayimtheit der Himmel unterscheidet. Die Gesammtheit der Himmel „Schomajim", wird in der talmudischen Ausdrucksweise häufig an Stelle des Gottcsnamens gebraucht Da^y v'vo ntd »m p min „die Lehre, die vom Himmel (von Gott) stammt!, „Und es wird sein die Furcht des Himmels (die Furcht Gottes) über euch" — eine Ausdrucksweise, die in Bezug auf Nokia niemals vorkömmt. Wenn wir in der heiligen Schrift der Bedeutung der Worte Sippur und Hagadah nachgehen, so werden wir finden, daß Sippur meistens eine einfache Erzählung der Geschehnisse bedeutet, die eine direkte Einwirkung auf das Thun und Lassen des Hörenden nicht beabsichtigt. So heißt es bei der Rückkehr des Elieser pnsri nayn wi „der Knecht erstattete Bericht über das, was ihm auf der Reise begegnet war." Ebenso heißt es bei Jakob -ßD'i „und er erstattete dem Laban Bericht über die Vorkommnisse in seinem Vaterhause. Bei den Träumen Joseph's, der beiden Beamten Pharao's, bei Pharao's Traum, bei dem Traum des Midjaniters im Buche der Richter wird fast immer der Ausdruck Sippur gebraucht. Der Ausdruck Hagadah hingegen bedeutet eine Verkündigung, welche direct auf das Thun oder Lassen des Hörenden einwirken soll. So spricht Joseph zu Pharao ny-)E& tjh nttny n». „Was Gott zu Ihun vorhat, hat Er dem Pharao verkündet", zu dem Zwecke nämlich, daß Pharao Vorbereitungen treffe, um sein Volk vor dem Hungertode zu schützen. — Wo die Thora uns belehrt, welche Antwort wir dem nach der Bedeutung des Peßach fragenden Kinde geben sollen, heißt es: "paV mjm d’iödo TiNsa b 't nry m naya. „Erkläre dem Kinde die Bedeutung des Peßach so, daß die kommenden Geschlechter sich die in Mizrajim geschehenen Wunder so vergegenwärtigen, wie wenn sie ihnen selbst sich ereignet hätten." Es erübrigt uns nun noch, auf die Verschiedenheit der im ersten Theile des Verses gebrauchten Worte bt* nna, „die Herrlichkeit Gottes", und im zweiten Theile desselben angebrachten Worte nago vt „und das Werk Seiner Hände" hinzuweisen. Die Bedeutung wird sich aus dem Folgendem ergeben. Es gibt eine philosophische Betrachtung, welche dazu geeignet ist, unser Wissen zu vermehren, die jedoch keinen Einfluß auf unsere Handlungen übt. Der Philosoph, welcher mit klarem, unbefangenem Geiste das Universum betrachtet, muß, von Ursache zu Ursache emporstetgend, zu der Ueberzeugung gelangen, daß es eine letzte Ursache alles Daseienden, gibt, welche zugleich die erste Ursache ist. Zu diesem hohen Grade der Erkenntniß hat es der große griechische Denker Aristoteles gebracht; er hat den einzigen Gott, die höchste Ursache alles Daseienden erkannt, aber nicht wie unser Vater Abraham. Dem groben griechischen Philosophen blieb der Begriff des freien, persönlichen Gottes verhohlen; an Stelle der Freiheit lehrte er die Nothwendigkeit. Auf ihn und seine Schüler kann man die Worte anwenden maa d’"ibdd n'nwn „die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes." Durch die Betrachtung des Universums wurde ihr Wissen vermehrt, indem sie die Herrlichkeit Gottes erkannten. Diese Erkenntniß hatte jedoch auf ihr Thun und Lassen keinen Einfluß. Anders war es bei Abraham. Seine Gotteserkenntniß war vollständiger. Gott

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