Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 84 (28.10.1889)
- Date
- 1889-10-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1446 bäum aus dem Samen zu erzielen, mit vollkommnen Recht die Frage als sehr naheliegend bezeichnet, „ob die sogenannte Veredlung der Früchte nicht in der That eine Degenerirung des Vaumgeschlechtes bewirkte."a) Dem jüdischen Volke, das vor Allen berufen ist die Herrschaft Gottes über die gesammte Welt des Erschaffenen zu dokumentiren, sind alle diese Propfungen und Paarungen gesetzlich verboten. Die verschiedenen Gattungen und Arten sind ihm nach S. R. H.'s (Kcklärung n'nHz für einander „geschlossen"/) (von sperren). Schon der Anblick der jüdischen Aecker sollte die Herrschaft Gottes über den Boden durch Einhaltung der ym '-^-Gesetze dem Beschauer verkünden, und das nvM-Gesetz ist nichts als die Signatur des die ganze geschaffene Welt beherrschenden irr^-Gesetzes auch an der Kleidung des Menschen, und die Warnung, die aus ihm für sein ganzes leiblich-geistiges Wesen stammenden Schranken nicht zu überschreiten. In dieser Auffaffung ist nach S. R. H.ß) sogar die ganze min nichts anderes als der Ruf, als das Gesetz der Erfüllung der ihm eigenartigen Bestimmung für das jüdische Volk, wie der inrH-Ruf schon bei der Schöpfung jeder Wesengattung ihren Beruf in den vom Schöpfer gezogenen Grenzen anweist. Es ist hier der Ort darauf hinzuweisen, wie wechselnd in ihren Anschauungen die „Wissenschaft" ist, und zu welcher Vorsicht in Annahme und Verwerthung die „Ergebnisse der neuesten Forschung" auffordern, die der Menge als „sichere Resultate exakter Naturwissenschaft" mit so vieler Emphase geboten und von ihr leider oft auch acceptirt werden. So galt die Angabe der min von der Erschaffung nur eines Menschenpaares und demgemäß die Abstammung der jetzt in verschiedenen Rassen dastehenden Menschen von diesem einen Paare, noch vor wenigen Jahren als Ammen- und Kindermährchen, als Beweis der Uuwissenschaftlichkeit und Unkenntniß des oder der Verfasser der min. Man sagte, die verschiedenen Rassen sind so voneinander unterschieden, daß sie unmöglich von einem Menschenpaare abstammen können. Und heute will man die ganze Welt der vorhandenen Wesen: Die verschiedenen Menschenrassen, den Wurm, das Krokodill, den Häring, den Löwen, den Elephanten — und das Suppenkraut, diese tausendmal mehr als die einzelnen Menschenrassen von einander unter- 3) Pentateuch I. pag. 20. 4) Pentateuch und Choreb, Cap. 57. 5) Das. und Pentateuch I. pag. 18. schiedenen Geschöpfe, alle von einem einzigen hypothetischen Urkeime ableiten, der auf einem ebenfalls hypothetischen vor Aeonen im Weltocean befindlichen seither aber untergegangenen Erdtheil sich befunden habe, und verschreit den als vollendet Unwissenschaftlichen, der an der Wahrheit dieser Lehre auch nur im Mindesten zweifelt. Die Opposition, die sich in wissenschaftlichen Kreisen gegen diese Anschauung allmählich Bahn bricht, ist noch nicht ins Volk gedrungen, und der „Gebildete" schwört noch immer auf eine Lehre, der — außer vielem Andern — schon das Gesetz der min den Stempel des Jrrthums und der Falschheit aufdrückt. — Die Grundanschauung des Judenthums über die Erschaffung der Welt, daspttvw', als freien Willensakt des Schöpfers einerseits, und andrerseits über die Physiologie des Entstehens, des Werdens und Wachsens und über die Entwickelung der einzelnen Zellen, aus welchen sich die organische Welt aufbaut, liegt nach S. R. H.'s Entdeckung6) } schon in den Wurzeln rrn nvi rtfr? und bbn bbn b* Vw. Jedem Sein (rrn) geht mn, der Gedanke des \ Schöpfers voraus. Vor dem Werden existirte es bereits im Gedanken des Schöpfers, alle Naturerscheinungen und die Gesetze nach denen sie wirken, sind nichts anderes als in die Erscheinung getretene Gedanken und Willensäußerungen des Schöpfers. Und m (nn) das Leben, ist nichts anderes als potenzirtes, als erhöhtes Sein (rrn). Und alles Lebende erhält sich in erster Linie durch Aufnahme des ihm Adäquaten, d. h. seiner Ernährung und Entwickelung Zuträglichen, und durch Abweisen des ihm nicht Homogenen, d. h. für seine Entwicklung Untauglichen. Es ist dies aber nichts anderes als -pn (Wurzel von -sn-Gaumen), als die Gaumenthätigkeit, deren Grundprinzip somit schon auf der untersten Stufe7) aller organischen Entwickelung vorhanden ist. Denn auch das Wachsthum auf der untersten Stufe beruht auf jener fundamentalen Eigenschaft, die wir bei den höher organisirten Geschöpfen schlechtweg als Gaumenthätigkeit (qn) bezeichnen können. Nur durch Aufnahme von Nährstoffen aus dem umgebenden Medium und zwar durch kritische Auswahl aus denselben, wächst das Saatkorn — und der Mensch: -pn rrn rrn njn. 6) Jeschurun VIII. pag. 118 ff. 7) menschlich gesprochen. Denn auch dem primitivsten Wesen liegt ein, die höchste menschliche Weisheit und Fähigkeit um Himmelsfernen überragender, schöpferischer Gedanke und eine schöpferische „Technik" zu Grunde, gegen welche auch die höchste je von Menschenhand zu erreichende stümperhaft zurücktreten muß. — r itTTfTfrqaCTgaBBg1