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Der Israelit · 1889-10-28 · Heft 84 (28.10.1889) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 84 (28.10.1889)
Date
1889-10-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXX. Jahrgang. KeUllgeM^84Lrs„IsraM"L,,Ieschurlm". Leitender Artikel. Ci» WM Sder Wiffkii Md sxeciell Wer Mtmwilskiisl-iMihr AnslyliMiiSkil de» Mut-mu» von vr. weä. Marcus Hirsch, prakt. Arzt in Frankfurt a. M. (Fortsetzung und Schluß.) In großen Gattungen, Arten 2c. geschieden, stehen die Geschöpfe der Erde, der Pflanzen- und Thierwelt da, und über alle, vom Menschen bis zum Wurm, von der Ceder bis zur Batterie *) 1) Auch diese jüngst entdeckten kleinsten pflanzlichen Gebilde, der Triumph der Mikroskopie, gehorchen dem uralten 12'!27- Gesetze. Auch bei ihnen erzeugen die Sporen der einen Art stets nur ein und dieselbe Batterien, und diese scharfe Sonderung tritt auch im physiologischen Verhalten dieser kleinsten Gebilde zu Tage. Es gibt nämlich morphologisch (in ihrem Aussehen) nicht von einander zu unterscheidende Batterien, die sich nur durch ihre physiologischen und physikalisch-chemischen Eigenschaften unterscheiden lassen. Die einen -. B. zerlegen nur Eiweißstoffe, die anderen rur Kohlenhydrate (Stärkemehl rc.) Und auch die Abkömmlinge dieser Batterien zeigen, trotz morphologischer Gleichheit, nur die jeder derselben zukommenden verschiedenen physiologischen Eigenschaften. Diese kleinsten mikroskopischen Gebilde, denen die deletärfte Wirkung auf den Organismus innewohnt — sind sie ja mit an Gewißheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Erzeuger der Tuberculose, der Diphterie und anderer Krankheiten — sind so recht geeignet unseren Einblick in den Schöpfungsplan zu vertiefen. Denn je mehr man in ihn eindringt, desto überwältigenderer tritt er uns entgegen, eben auch durch seine bis ins Kleinste gehende Vorausberechnung aller der so vielfach verschlungenen Beziehungen und dagegen geschaffenen Schutzvorrichtungen. Bei der enormen Verbreitung dieser schädlichen Batterien nämlich, die den Menschen überall umgeben und auch seiner Nahrung anhaften, wäre seine Existenz unmöglich , wenn nicht im Körper selbst Schutzvorrichtungen sich befänden, die sie zum Theil wenigstens unschädlich machen. Diese Function übernimmt als Nebenverrichtung auch der die Verdauung der eingesührten Nahrungsmittel besorgende Magensaft. Ein großer Theil der mit denselben eingeführten Batterien verträgt nämlich keine Säuren, und da der Magensaft im gesunden Zustande stets sauer reagirt, so zerstört er die giftigen Eigenschaften vieler Batterien. Es besteht somit schon vom Urbeginn der Schöpfung an eine Schutzvorrichtung, deren Bedeutung erst die Forschungen der jüngsten Tage erkennen lassen. So enthüllt uns jede neue Entdeckung immer mehr von dem schier unergründlichen, von menschlicher Einsicht kaum zu erfassenden Schöpfungsplan. Der Fortschritt in der Erkenntniß des Schöpfers, der 'nftN NZN, müßte demgemäß eigentlich in geradem Verhältnisse zu jeder neuen Entdeckung der Wissenschaft und jeder Verbesserung des Mikroskops stehen, und jede neue Entdeckung müßte sich zu einer Huldigungshymne des Schöpfers gestalten. Es wird dies aber erst dann sein, wenn die Menhat der Schöpfer sein noch bis auf den heutigen Tag geltendes Schöpfungswort: ausgesprochen: Alle diese Geschöpfe haben sich nur zu entwickeln und können sich nur entwickeln innerhalb der von Gott vom Urbeginn an bestimmten und gezogenen Grenzen. Jedes Wesen hat seine Generationskraft nur für die eigne Gattung — — zu verwenden, und ist Gedeihen und Erhaltung der Gattung an strikte Einhaltung dieser vom Schöpfer gezogenen Grenze geknüpft. Jede Abirrung führt zum Verfall und gestaltet sich für den Menschen zum todeswürdigen Verbrechens) Und in der That gehorcht die organische Welt, sich selbst überlassen, noch heute wie vor Jahrtausenden diesem Schöpferworte und erhält sich fortdauernd und fortpflanzungsfähig nur innerhalb des wv^-Gesetzes, durch Einhaltung der dom Schöpfer gezogenen Schranken und Theilungen. Aus einem Haferkorn hat sich noch nie die Weizenfrucht, aus dem Pfirsischkern noch nie die Kartoffelknolle entwickelt. Die den Pflanzen- und Thierzüchtern gelungenen Propfungen und Paarungen beziehen sich größtentheils nur auf Veredlung wildwachsender Arten durch — nach langer Züchtung auf besonderem Boden durch besondere Düngung besonders günstige Lage re. erzielte — veredelte Sorten derselben Gattung, und auf Paarung schon verwandter Individuen. Und auch hier behält das ii'l^-Gesetz seine Giltigkeit, tritt der l2'vi)-Ruf mahnend und rächend ein. S. R. H. hat in seinem Commentare darauf hingewiesen, wie diese künstlich der Natur aufgezwungenen Paarungen sich größtentheils als nicht fortpflanzungsfähig erweisen und aus der Thatsache, daß es kaum noch gelingt einen kräftigen Fruchtschen von ihrer Selbstverhimmclung zurückkommen, in jeder neuen Entdeckung nicht den Schöpfer de? Entdeckten sondern nur den Entdecker selbst zu feiern, und wenn sich die Ueberzeugung Bahn gebrochen haben wird, daß um Himmelsferneu der Schöpfer eines Kunstwerkes den Erforscher desselben überragt. Sind ja auch schon im bloßen Erkennen und Verstehen auch nur des kleinsten organischen Gebildedem menschlichen Geiste unüberschreitbare Schranken gesteckt, und tritt die Wahrheit des: ignoramus et ignorabimns „wir wissen nicht und werden nie alles wissendas einer der größten Forscher der Jetztzeit ehrlich zugestanden, bei jedem Fortschritt in der Forschung immer mehr zu Tage — und vom Erkennen undDerstehen bis zum Selbstschaffen liegt ja auch noch eine unermeßliche, nie zu überbrückende Kluft! 2) Pentateuch III. 20, 15, 16.

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