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Der Israelit · 1889-10-24 · Heft 83 (24.10.1889) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 83 (24.10.1889)
Date
1889-10-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1430 die vorschriftsmäßige Ausführung zu prüfen und zu bescheinigen habe, wurde zugleich Vorsorge für die religionsgesetzgemäße Herstellung solcher Anstalten getroffen. Ferner wurden acht Gemeinden zum Zwecke der Anstellung oder Erhaltung von Lehrern und onanw subvenionirt und dabei die Bedingung gestellt, daß der betr. Lehrer möglichst auch euien belehrenden Vortrag für Erwachsene am Sabbat halte. Zum Zwecke .der Herstellung von Synagogen wurden nur in einzelnen Fällen und nur in solchen, wo der Bestand der Gemeinden davon abgängig war, Unterstützungen bewilligt. Zur Ausbildung für den Rabbinerberuf und zwar mit einer einzigen Ausnahme auf dem Rabbinerseminar zu Berlin erhielten neun junge Leute Stipendien. — Zur Ausbildung zum Lehrerberuf auf den Seminarien zu Würzburg, Cöln und Hannover, den Präparandieen zu Burgpreppach und Höchberg wurden fünfundzwanzig Subventionen gewährt. — Ferner wurde zur Ausbildung zum Mohel ein Stipendium ertheilt. Beihilfe zur i^v-Verköstigunng von Militär wurde in vier Fällen geleistet. — Außerdem wurden in vier besonderen, den Zielen der Vereinigung entsprechenden Fällen Bewilligungen ertheilt. Wenn auch die erfolgten Bewilligungen nur in mäßigen Beträgen ertheilt werden konnten, so haben sie doch wesentlich zur Erreichung des Zieles beigetragen und überdies in den betreffenden Kreisen anregend gewirkt. Ein Hauptgegenstand besonderer Sorgfalt war auch die Stellenvermittlung. Wenn man bedenkt, wie schwierig cs für viele junge Leute ist, Stellen, welche ihnen die Heilighaltung des Sabbats gestatten, zu erlangen, und wie viele dadurch von der Noth getrieben, den Sabbat und damit das ganze Religionsgesetz preisgebeu, muß jede Plaeirung, welche die Beobachtung von ro# ermöglicht, als eine wahre Scelenrettung betrachtet werden. Die verschiedenartigen oft weitgehenden Anforderungen, welche von den Herren Prinzipalen gestellt werden, namentlich die häufig verlangte Kenntniß der Branche, erschweren in vielen Fällen die Vermittlung. Die Commission, welche sich der Vermittlung von Stellen widmet, hat sich bemüht, die Stellesuchenden mit den Prinzipalen in Verbindung zu bringen und hat keine Mühe und weitläufige Eorrespondenz zu diesem Zwecke gescheut. In wie weit diese Bemühungen zum Ziele geführt, läßt sich nicht ziffermäßig genau angeben, da nicht in allen Fällen die Commission von dem günstigen Resultate in Kenntniß gesetzt wurde. Im laufenden Jahre sind indessen bereits 27 Fälle der Besetzung zur Kenntniß der Commission gelangt. Es ist zu hoffen, daß eine weitere energische Verfolgung dieser Angelegenheit von immer steigendem Erfolge begleitet sein wird, um so mehr als die Vermittlung ohne irgend welche Kosten für die Stellesuchenden wie für die Prinzipale erfolgt. Die Thätigkeit der Freien Vereinigung war demnach in Richtung auf alle ihre Aufgaben eine förderliche und zweckentsprechende, und es erscheint daher der Wunsch gewiß berechtigt, daß dieselbe durch stets zunehmende Beteiligung, insbesondere durch Gewinnung neuer Mitglieder und Erhöhung der jetzt noch sehr niederen einzelnen Jahresbeiträge in den Stand gesetzt werde, ihre segensreiche Wirksamkeit immer mehr ausdehnen zu können. Der Vorstand hat daher in seiner oben erwähnten Versammlung beschlossen, auf's Neue zu reger Betheiligung an der Vereinigung aufzufordern und ist im Interesse der hochwichtigen Zwecke derselben lebhaft zu wünschen, daß diesem Aufrufe ein recht erfolgreiches Resultat zu Theil werden möge. Rumänien. Aus Jassy wird geschrieben: Am 26. v. M. wurde hier ein großer Einbruchsdiebstahl verübt, welcher in seiner Ausführung an jenes Verbrechen erinnert, welchem vor einigen Jahren die Wiener Jnwelierfirma Granichftädten zum Opfer fiel. Wie bereits telegraphisch gemeldet, geschah der Einbruch bei der hiesigen Bankfirma Michael Daniel u. Söhne, der Verlust der Firma beträgt eine Viertelmillion Francs. Die Art, in der die Einbrecher das Werk vollbrachten, zeigt, daß dieselben nach einem bis auf die kleinsten Details entworfenen Plane arbeiteten. Daß günstige Umstände zu ihrem Erfolge beitrugen, ist aus Folgendem zu ersehen. Die Bureaux des Bestohlenen, eines strenggläubigen Juden, blieben an Samstagen und Festtagen stets geschloffen. Dem zweitägigen jüdischen Neujahrsfeste folgte Heuer ein Samstag, so daß drei Tage lang Niemand von dem Geschäftspersonale das Comptoir betrat. Diesen Umstand benützten die Diebe; in einem unbewachten Augenblick durchbrachen sie aus einem anstoßendem Hause eine Waud und schlichen in den Bodenraum über dem zu ebener Erde befindlichen Comptoir, in welchem sie den Eintritt der Feiertagsruhe abwarteten, um zur Arbeit zu schreiten. Das Comptoir ist von den Wohnzimmern des Bankiers ziemlich isolirt, und die nach der Straße mündenden Fenster des-

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