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Der Israelit · 1889-10-21 · Heft 82 (21.10.1889) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 82 (21.10.1889)
Date
1889-10-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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1411 die während 4 Monaten gefallen sind. Diese Epidemie wird das Elend der jüdischen Bevölkerung noch erhöhen. Herr Baron v. Hirsch hatte die Güte, dem Central-Eomitö die nöthigen Gelder zur Disposition zu stellen, um den bedürftigen Familien Hilfe zu spenden. England. London, 30. Sept. Die Mutter des für das nächste Amtsjahr zum Lord Mayor gewählten Sir H. A. Jsa acs war eine Tochter des verstorbenen Senor De Mendoza, aus jener alten portugiesischen Familie, auf deren Verwandschaft mit seinem Hause sich Earl Beaconsfield nicht wenig zu Gute that. Sir H. A. Jsaacs betreibt mit seinen Brüdern ein Fruchtgeschäft unter der Firma M. Jsaacs u. Sons. Er ist Aldermann von Portsoken, Meister der Loriners und Mitglied der Gold- und Silberdrahtzieher- Gilde. Im Jahre 1888 bekleidete Sir Jsaacs das Amt eines Sheriffs. Feuilleton. Waööi Mieser AschKenafi. VIII. Die strenge Justiz, welche der König an den Großen des Landes, den Mördern seines Vaters, den Unterdrückern seines Volkes, hatte vollziehen lassen, verfehlte nicht, ihm die Herzen der Menge zu gewinnen, und als nun verkündet wurde, daß der König ein großes Heer sammeln wolle, um die Feinde an den Grenzen des Landes zu bekämpfen, da strömte die persische Jugend schaarenweise herbei, um an diesem heiligen Kampfe theilzunehmen. Der junge König selbst trat an die Spitze des Heeres, das voller Begeisterung den Feinden entgegenzog. Große Schlachten wurden geschlagen, und die Feinde mußten fliehen. Nach diesen Erfolgen schwoll das Herz des jungen Königs in Stolz und Uebermuth, und er hörte nicht mehr auf den Rath seines Großveziers, der ihn bei diesem Feldzuge begleitete. „Lasse die Feinde fliehen", sprach Rabbi Elieser. „Sie sind auf's Haupt geschlagen, und für lange Zeit wird ihnen die Lust vergangen sein, das persische Reich auf's Neue anzugreifen." „„Nein,"" sagte der König, „„es ist nicht genug, daß sie gedemüthigt sind, sie müssen vernichtet werden. Es hieße den Sieg nicht ausnützen, wenn wir die Verfolgung einstellen."" „Ich muß Dir davon auf das Ernstlichste abrathen. Die Feinde fliehen in's Gebirge, wo sich ihnen tausend Schlupfwinkel und Zufluchtsorte darbieten. Sie sind hier zu Hause und kennen das Land ganz genau, während wir hier fremd sind. Du wirft das Leben Deiner tapferen Krieger unnütz opfern und nur geringe Erfolge erzielen. Dein schönes, großes Heer, welches mit Dir die Feinde besiegt hat, Dich liebt und für Dich begeistert ist, würde während Deiner ganzen Regierungszeit Dir zur Stütze gereichen, wenn Du es, beinahe unversehrt, nach Persien zurückführst. Wenn Du es aber unnützer Weise in diesen Bergen opferst, so werden die Väter und Brüder dieser tapfer» Männer Dich mit Recht der Schuld des Todes derselben anklagen, werden Dir zürnen, Dich Haffen. Vergiß nicht, o König, daß Du iit der Qeimatf) viele Feinde hast, daß die Verwandten der Hingerichteten Dir grollen und mit Begierde die erste Gelegenheit ergreifen werden, Dich zu stürzen oder aus dem Wege zu räumen." „„Du sprichst für Dich selbst, Großvezier, Dich trifft in erster Linie die Rache jener Männer, von denen Du sprichst."" „Wenn Du das meinst, o König, so entlasse mich aus Deinen Diensten. Ich bin in jedem Augenblicke bereit, mein Amt niederzulegen und die Insignien meiner Würde in Deine Hände zurückzugeben." Der König fuhr zornig auf. „„Was sollen diese Reden"", sprach er. „„Du weißt nur zu gut, daß ich Dich nicht entbehren kann. Noch nie hat in Persien ein Großvezier freiwillig sein Amt niedergelegt; entweder starb er im Besitze seiner Würde oder er wurde vom Könige entlassen oder es wurde ihm sein Kopf vor die Füße gelegt. Drohe mir nicht wieder, daß Du gegen meinen Willen Dein Amt niederlegst. Du bist wohl mein erster Berather, aber doch mein Sklave wie jeder Andere meiner Unterthanen. Du darfst mir Deinen Rath ertheilen; aber ich habe das Recht, ihn zu befolgen oder nicht. Wähle ich das Letztere, so hast Du Dich schweigend meinem Willen zu fügen."" Der Großvezier schwieg, und der König schickte sich an, die fliehenden Feinde zu verfolgen und zu vernichten. Anfangs ging alles gut. Als aber das persische Heer die Spuren der Feinde im Gebirge verfolgen mußte, als es nicht gelang, die Fliehenden einzuholen, als von den Bergen herab und aus den Thälern die mörderischen Pfeile der in sicheren Verstecken verborgenen Feinde gar manchen tapfern persischen Soldaten niederstreckte, da begann das Heer unwillig zu werden, und auch die Heerführer

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