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Der Israelit · 1889-10-21 · Heft 82 (21.10.1889) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 82 (21.10.1889)
Date
1889-10-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXX. Jahrgang. M 82. Israelit »m, Jeschurun. Zritslhrist }ut FSrdMW W. Geistes und D. iebens in Ws. Gemeinde and Mult. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, de» S1 Oetober 5649 (1889). Leitende Artikel. VereK Schirah. Mainz, 7. Oktober. I. Perek Schirah ist eine der merkwürdigsten Schriften, die wir besitzen — klein an Umfang und unendlich groß an Bedeutung. Das gesammte Weltall und alles, was es enthält, tritt uns redend gegenüber, sich vereinigend km Preise des Schöpfers: die Himmel und die Erde, das Paradies und die Hölle, die Wüste und das bewohnte Land, die Meere, die Flüsse und die Quellen, der Tag und die Nacht, die Sonne, der Mond und die Gestirne, die Wolken, der Sturm und die Blitze, der Thau und der Regen, die Bäume des Waldes und die einzelnen Fruchtbäume, die Aehren, die Kräuter und die Gräser, die Vögel des Himmels, die Jnsecten, die Seeungeheuer und die Fische, die Hausthiere und die wilden Thiere, die in Wäldern und Gebirgen wohnen — sie alle verkünden den Ruhm ihres Schöpfers. Aus dieser kurzen Inhaltsangabe läßt sich schon die Bedeutung und die Größe dieser an Umfang so kleinen Schrift erkennen. Welch' einen hohen Werth die großen Lehrer Israels auf dieselbe legten, wird deutlich in der Einleitung ausgesprochen. Dieselbe lautet: „Rabbi Elieser sagte: Jeder, der sich mit dem Perek Schirah beschäftigt in dieser Welt, wird das Glück haben, den Allherrn zu preisen in der zukünftigen Welt, wie es heißt: .3"nyV yvr idm *6 -w ,rwD i'L" tn „Dann wird singen Moscheh. Es hätte doch heißen sollen: Damals sang Moscheh. Allein, die heilige Schrift deutet uns hier an, daß Moscheh. der seinem Schöpfer ein Loblied sang in dieser Welt, Ihn preisen wird in der zukünftigen Welt." „Und Rabbi sagte: Jeder, der sich beschäftigt mit dem Perek Schirah in dieser Welt, dem bezeuge ich, daß er auferftehen wird zum ewigen Leben und daß er errettet wird von den Verführungen des bösen Triebes und von dem harten Strafgericht und von dem Verderben des Anklägers und von allen Arten von Schädigungen und von den Wehen, die der messianischen Zeit vorangehen, und von dem Strafgerichte der Hölle; er wird das Glück haben zu lernen und zu lehren, zu beobachten und zu thun und zu erfüllen; was er gelernt hat, wird ihm erhalten bleiben; er wird lange leben hienieden und im Jenseits die ewige Seligkeit finden." Unsere Alten haben den Perek Schirah in vielen Gebetbüchern beifügen lassen, um so Jedermann Gelegenheit zu geben, denselben an jedem Tage zu lesen, damit man dadurch der ewigen Seligkeit theilhaftig werde. Es heißt jedoch nicht, wer den Perek Schirah liest, sondern wer sich damit beschäftigt. — Wir wollen uns unter göttlichem Beistände bemühen, diese wunderbare Schrift in längeren Betrachtungen unfern geehrten Lesern vorzuführen und die Gedanken zu erfassen, welche unsere großen Lehrer darin niedergelegt haben. Was nun den Ursprung und den Verfasser dieser Schrift betrifft, so wissen wir darüber so gut wie nichts. Die beiden großen Lehrer Israels, Rabbi Elieser ben Horkinas und Rabbi Jehnda, der Fürst, gemeiniglich Rabbi genannt, sind die Einzigen aus alter Zeit, welche, wie wir oben gesehen haben, sich über den Perek Schirah ausgesprochen, und ihre Worte sind als Einleitung demselben vorangestellt. Rabbi Elieser lebte vor mehr als 1800 Jahren, und aus seinen Worten geht her-

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