Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 80-81 (8.10.1889)
- Date
- 1889-10-08
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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1391 Hebers vorhanden." 2 3) Und alles was ist, ist Sein Werk. „Alles ist Träger und Vollbringer" — Bote — „des Gedankens und der Absicht des Schöpfers." Wir können uns nicht versagen, hier den Anfang der näheren Ausführung, die diese zwei Worte im zweiten der Sabbatartikel gefunden, anzuführen '): Sie wurden vollendet! Sie sind nicht nur entstanden in der Zeit — das Kleinste wie das Größte, das Einzelne wie das Ganze ist der Ausdruck, die Verwirklichung eines Gedankens Dessen, der nicht geruhet, bis er seinen Gedanken ausgeführt, bis er seinen Gedanken vollendet. Die Vollendung seines Gedankens stehet vor dir, und Ihn, den Denkenden, der den Gedanken dieser Welt d*ob dieser Welt so voll von Gegensätzen und voller Liebe, Ihn, der den Gedanken dieser so kämpfenden und doch so einheitlichen Welt gedacht und vollbracht, Ihn weist dir der Sabbat." „Und darum: vdjAö Engel, Bote, Botschaft, Send ung, Aüftra g heißt das Werk im Geiste des heiligen Wortes. Jedes Werk ist rovbo, ist Träger, Verwirklicher, Vollstrecker eines Gedankens des Meisters. So lange es ist, so lange es wirkt, ist es und wirkt es im Aufträge des M e i st e r s; und ob du den Meister nicht stehest, sein Bote, seine Sendung wwNta, ist Größtes und Kleinstes, es stehet da, weil er es dahingestellt, es wirket und schaffet, weil er es zu solchem Wirken und Schaffen und für solches Schaffen und Wirken, Kraft und Stoff und Form, Bewegung und Leben zugedacht und zugezählt und zugewogen und gegeben, und gesprochen: Das sei und das wirke und schaffe! und Sein Wort sind die Naturgesetze, die du erspähest» 2C. 2C." So ist in diesen zwei Worten die ganze 8. v. y. naturwissenschaftliche Fundamentalanschauung enthalten, aus welcher der jüdische Gottesbegriff ruht. Und wie somit die Entstehung der Welt als freiwilliger Akt des Schöpfers anzusehen ist, so ist nach jüdischer Anschauung, auch die Erhaltung der Welt nur an vom Schöpfer gesetzte Bedingungen geknüpft. Als erstere dieser Bedingungen, als erstes dieser „Naturgesetze" tritt uns der Ausspruch 4) entgegen und eröffnet eine überwältigend großartige 2) Hirsch Pentateuch I. 42. 3) Jeschurun I. 310. 4) Pentateuch I. 10. Perspektive durch die ganze Welt des Geschaffenen, vom Urbeginn an bis aus den heutigen Tag. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondeuze«. Deutschland. Bielefeld, 22. September. Unser ältester Mitbürger Herr Rentner Jordan feiert im nächste» Monat seinen 111. Geburtstag. Der alte Herr liest noch ohne Brille und macht auch, falls das Wetter es gestattet, häufig Spaziergänge. Rawitsch, 22. September. Für die feierliche Einweihung der neuen Synagoge war bereits vor längerer Zeit ein Festcomitö gewählt worden, welches aus den Herren Rechtsanwalt Breslauer, Moritz Landsberg und Ludwig Brann bestand. Um 1/al2 Uhr hatten sich unsere gesammten Gemeindemitglieder mit zahlreichen Herren der christlichen Bevölkerung auf dem Platze vor dem Hauptportal der Synagoge eingefunden, während der Vorstand in den Raumen des interimistischen Bethauses im jüdischen Schulgebäude die geladenen Ehrengäste erwartete. Kurz vor 12 Uhr trafen daselbst ein Herr Regiments-Kommandeur Oberst Jakob, Herr Oberstlieutenant von Prittwitz und Gaffron, Herr Kreis- Landrath Steinmann, Herr Amtsgerichtsrath Waldmann, Herr Stadtrath Schmidt in Vertretung der Stadt mit dem Herrn Stadtverordneten - Vorsteher Linz, Herr Amtsgerichts-Sekretär Schubert, Herr Sanitätsrath Dr. Adamkiewicz, Herr Kretsschulinspektor Wenzel, Herr Seminar-Oberlehrer Jänicke, Herr Rektor Weiß u. s. w. Eine große Zahl geladener Ehrengäste war durch die gleichzeitig tagende Kreissynode am Erscheinen verhindert. Se.Excellevz der Herr Ober-Präsident zu Posen hatte dem Vorstande sein Bedauern ausgedrückt, durch dienstliche Abhaltung dem Feste der Einweihung nicht beiwohnen zu können. Punkt 12 Uhr setzte sich unter denKlängen eines von der Regimentskapelle ausgeführten Festmarsches der Festzug vom Schulhause nach der neuen Synagoge in Bewegung; denselben eröffneten unter Vorantritt zweier Festordner die schulpflichtigen Knaben und Mädchen der jüdischen Gemeinde. Nachdem der Zug vor dem Hauptportal der Synagoge angelangt war, erfolgte die feierliche Ueberreichung des Schlüssels, bei welcher der verdienstvolle Leiter der jüdischen Gemeinde, Rittergutsbesitzer lLouis Stillmann die Ansprache hielt. Herr Landrath Steinmann nahm, gleichfalls mit kurzer Ansprache, die Schlüssel im Namen der Re-