Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 80-81 (8.10.1889)
- Date
- 1889-10-08
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1390 gen, die den Aussprüchen und Gesetzen der min auf biologischem, die Natur und vor Allem den Menschen in allen seinen Beziehungen zum Gegenstand habenden Gebiete zu Grunde liegen. Wir sehen hier vollkommen ab von den tiefpoetischen an Großartigkeit unübertroffenen Schilderungen der Natur, der Natureignisse und ihrer Wechselbeziehung zum Menschen, wie sie so zahlreich in i"j"n Vorkommen und ihre Parallele vergebens suchen im Schriftthum der übrigen Völker. Wir sprechen hier blos von der Großartigkeit, von der Tiefe und von der Wahrheit, die dem gesetzlichen Theile der nun auf dem Gebiete der Natur zu Grunde liegt. Es ergibt sich das übrigens, wenn wir genau überlegen, mit zwingender Nothwendigkeit von selbst. Man verzeihe uns einen Vergleich. Wollen wir genaue Auskunft haben über ein Kunstwerk, über die Idee und Absicht die der Schaffung desselben zu Grunde gelegen, wenden wir uns da nicht am Liebsten an den Künstler selbst und halten seine Aussprüche für die authentischen und gewähren ihnen das Attribut der höchsten Wahrheit? — Nun denn! Der Schöpfer der Welt und der Menschheit hat in den Gesetzen und Aussprüchen der nun für das jüdische Volk und die Gesammtmenschheit die Ideen, die Absichten und die Ziele niedergelegt, die ihn bei der Schaffung der Natur und des Menschen, für die sittliche Entwickelung des Menschengeschlechtes geleitet. Diesen Aussprüchen und Gesetzen, die den Menschen und zwar den ganzen Menschen von der Wiege bis zum Grabe, in geistig seelischer, wie in körperlicher Beziehung, in seiner Beziehung zur Natur und zu seinen Mitmenschen zum Gegenstände haben, kann deßhalb nichts anderes als die höchste, als die absolute Wahrheit zu Grunde liegen. Sie stammen ja von dem Einen Einzigen, der, als ihr Schöpfer, allein im Stande war, das tiefe Geheimniß Seines Werkes zu kennen, und somit die absolute Wahrheit über Natur und Mensch seinen Gesetzen und Aussprüchen zu Grunde zu legen. Wollen wir also die Wahrheit erkennen über beide, so haben wir uns nur an die Aussprüche zu halten, die ihr Schöpfer in seinen Gesetzen niedergelegt. Daher denn die Großartigkeit, Tiefe und Wahrheit der göttlichen Gesetze und der ihnen zu Grunde liegenden Kenntniß der Natur und des Menschen und ihrer Wechselbeziehungen zu einander. Je tiefer wir also in die Gesetze eindringen, umsomehr enthüllt sich uns das G eheimniß der Natur, und je mehr wir in das Geheim»iß der Natur eindringen, um so klarer, um so verständlicher werden uns die Gesetze. Derjenige Forscher nun, der dies wie vielleicht Keiner vor ihm erkannt, und der diesen Gedanken des Schöpfers, wie sie in den Gesetzen und Aussprüchen der min niedergelegt sind, bis an ihren Urquell nachgegangen und mit bewunderungswürdiger Genialität erforscht hat, ist Samson Raphael Hirsch tz"pim. Und es zählt wahrlich nicht zu den geringsten seiner unvergänglichen Verdienste um das jüdische Volk und die Gesammtmenschheit, diesen Schatz gehoben und in der ihm eignen unvergleichlich tiefen und dabei überzeugend klaren Weise in seinen Werken zur Darstellung gebracht zu haben. Er hat sich dabei das Ziel gesteckt, die Aussprüche und Gesetze der mznty min und ns in streng wissenschaftlich exakter Weise zu erforschen, aus dieser das gesammte immense Gebiet des Talmuds mitumfassenden Forschung den Begriff des Gesetzes zu ermitteln, und diesen Begriff nur dann als richtig hinzustellen, wenn sich ihm alle Nüancen des Gesetzes, wie es in der schriftlichen und mündlichen Lehre niedergelegt ist, zwanglos unterordnen lassen. Er ist dabei auch an das einzelne Wort herangetreteu und in das Geheimniß des einzelnen Wortes eingedrungen und hat bewiesen, wie oft schon in den Wortwurzeln selbst der Gedanke enthalten ist, der dem Gesammtinhalte zu Grunde liegt. Es würde den Umfang dieser Darlegung weitaus überschreiten, wollten wir diese Forschungen, soweit sie auch nur auf naturwissenschaftliche Anschauungen Bezug nehmen, hier näher skizziren. Wir müssen uns darauf beschränken, einige wenige Punkte auf's gerathewohl herauszugreifen, die nebenbei sich größtentheils auf die Erforschung und Erklärung einzelner Worte und Ausdrücke der nun stützen. Die Grundanschauung der nun über die geschaffene Welt, gleichsam die Signatur Gottes an der Schöpfung, der Protest gegen jede atheistische Weltanschauung die den Schöpfer hinwegleugnen will aus der Welt, liegt nach H's Auffassung schon in den zwei Worten: 'toi und lratfcD. Himmel und Erde und Alles was sie füllen: itoi „sie waren nicht immer, sie wurden", sie sind geschaffen worden, es ist der Wille des Schöpfers, der sie in's Leben gerufen, „sie wurden zum Ziele geführt" „und ehe sie wurden, war ihr Dasein und ihr Jetztsein als Ziel im Gedanken ihres UruTHilliii m1 nilii