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Der Israelit · 1889-10-08 · Heft 80-81 (8.10.1889) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 80-81 (8.10.1889)
Date
1889-10-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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1386 mentarisch sein ganzes Vermögen Zu Schulstiftungen. Von den einzelnen Legaten sind besonders zu erwähnen : 40,000 fl., deren Zinsen für Lehrer-Supplenten an Volksschulen je zu 100 fl. ohne Unterschied der Confession bestimmt sind; ein Kapital von 40,000 fl. dessen Zinsen für arme Schulkinder zu 50 fl. zur Anschaffung von Büchern, Kleidern oder als Sparanlagen verwendet werden sollen; endlich die Zinsen von weiteren 40,000 fl. für Volks- und Bürqerschullehrer zu je 200 fl. zu Ferien- und Studienreisen. Ein ansehnliches Legat vermachte Herr Singer zu Schulzwecken seiner Heimaihsgemeinde Eibeschitz in Mähren. Frankreich. Paris. Beim ersten Wahlgang der Deputirtenkammer wurden zwei Israeliten, die Herren Bischofsheim und Reiuach, gewählt. In Nancy ist Oberrabbiner Libermann im Alter von 70 Jahren gestorben. Derselbe stand nicht nur in jüdischen, sondern auch christlichen Kreisen in hohem Ansehen. England. London, 27. Sept. Die Stadt Bury in Lancashire war am Mittwoch der Schauplatz eines geheimnißvollen Mordes, welcher in der ganzen Gegend großes Aufsehen erregte. Das Opfer ist ein jüdischer Möbelbändler, Namens George Gordon aus Manchester. Derselbe bekam am genannten Tage eine Botschaft, infolge welcher er sofortnachBury reiste, da er Verdacht hatte, daß in seiner dortigen Filiale Unregelmäßigkeiten vorkämen. Im Laufe des Nachmittags erhielt sein Vater ein angeblich vom Sohne uuterzeichuetes Telegramm, laut welchem er nach Burnley weitergereist wäre. Der alte Gordon glaubte diesem Telegramm nicht, da er wußte, daß sein Sohn weder in Burnley etwas zu thun hatte, noch den Vorabend des jüdischen Neujahrsfestes aus eigenem Willen außer dem väterlichen Hause verbringen würde. Ein Verwandter wurde sofort nach Bury geschickt und der Leiter der Filiale, ein gewisser Dukcs, versicherte ihm, der junge Gordon wäre in Gesellschaft eines Herrn und einer Dame nach Burnley gereist und hätte das in Rede stehende Telegramm durch ihn abschicken lassen. Am nächsten Tage begab sich der alte Gordon selbst nach Bury, und nachdem er sofort die Abwesenheit aller Geschäftsbücher wahrgenommen hatte, ließ er das ganze Geschäftslokal polizeilich untersuchen. Man wurde auf einen großen schweren Kasten aufmerksam, weil er verschlossen und der Schlüssel nicht vorhanden war. Hierüber befragt, gab Dukes die Aufklärung, der Kasten wäre verkauft und der Käu fer hätte den Schlüssel. Der ängstliche Vater ließ jedoch den Kasten mit Gewalt öffnen und darin befand sich die schrecklich verstümmelte Leiche seines Sohnes. Dukes, welches sofort verhaftet wurde, betheuerte seine Unschuld, aber in seiner Tasche fand sich der fehlende Kastenschlüssel und in seinem Hanskellcr waren Vorbereitungen zu einer Vergrabung der Leiche getroffen worden. JmKasten fand man auch einen blutbefleckten Hammer und einen blutigen Schraubenzieher und am Herd die Asche der Geschäftsbücher. Der Schädel des Opfers ist zertrümmert und trägt Zeichen tiefer Stichwunden. Süd-Afrika. In Bedford (Cap der guten Hoffnung) wurde Herr Lewyno zum Mayor der Stadt erwählt. Derselbe stammt aus Bedford in England. In Keerkdorp wurde ein neuer jüdischer Friedhof angelegt. Rev. Misrachi aus der Capstadt hielt die Einweihungsceremonie ab. Marokko. Marokko. Der Sultan besuchte vorigen Monat Tetuan. Ein großer Theil der Bevölkerung war außerhalb der Stadt zu seinem Empfange versammelt; ans einer Seite des Wegs waren Juden und Jüdinnen stationirt, von welchen die Ersteren Fahnen, die Letzteren Tamburins trugen und spielten: Gott segne unfern Herrn. Sie waren großen Unannehmlichkeiten ausgesetzt und wurden gezwungen ihre Schuhe auszuziehen, als der Sultan nahte. Aehnliches kam ans dem Marktplatze in der Stadt vor. Zum Schutze der Inden wurde am Eingang in das Mellah eine besondere Wache ausgestellt. Htaböi Mieser Aschkenast. VII. Am andern Tage holte der Wagen des Königs den bisher Gefangenen aus dem Gefängnisse ab und brachte ihn vor das Thor des königlichen Palastes. Tief verneigten sich die Thürsteher und Diener des Königs, geradeso wie zu der Zeit, da Rabbi Elieser noch Großvezier gewesen war, und

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