Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1889)
- Date
- 1889-09-30
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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1379 notorisch nicht von Jsac von Corbeil; ebensowenig auch unsere Schrift. Vor allem spricht noch Folgendes dagegen. Die Zeit, in der Jsac von Corbeil lebte, war eine Zeit, in der man sich mit jdem Talmudstudium sehr wenig beschäftigen konnte. Es war die Zeit nach der Verbrennung des Talmuds, und gerade der Verfall des Studiums mutzte dazu zwingen, einen populären Auszug zu schaffen, der den Unterricht nothdürftig ersetzen sollte. Eine solche Zeit kann aber nicht solche ausführliche Bestimmungen treffen, die diesen Unterricht pflegen sollen. Es spricht ferner dagegen, daß in den beiden rnLv.i "i&D besonders der Unterricht im Raschi betont wird, ja dem Targum vorgezogen wird, während hier zwar Toßaphot bekannt ist, nicht aber Raschi. Einen weitern Beweis gegen diese Annahme ergibt B. V; nach dieser Stelle dort muß diese Verordnung schon dem R. Tam Vorgelegen haben. Denn die dortige Erklärung findet sich fast wörtlich in Toßaphot zu Menachoth 53 b im Namen des R. Tam citirt. Wahrscheinlich hat R. Tam diese Erklärung dieser Schrift zugefügt. Auch geschichtliche Gründe sprechen gegen die Annahme Güdemanns. Die Zeit Ludwig IX., in der Frankreich sich politisch concentrirt hatte, kann nicht die Abfassungszeit der Schrift sein. Es heißt in ihr: in allen Gemeinden ringsum soll man ein Midrasch errichten. So lange noch die Feudalherrschaft war, eine Concentration der Monarchie noch nicht eingetreten war, ist das denkbar; denn da bedeutet nicht das ganze Land, sondern eine Grafschaft. Wir wissen, daß die Zeit der Tekanoth mit R. Gerson beginnt. R. Tam hat aber 3 Synoden — wahrscheinlich sogar 4 — geleitet, und in diesen Synoden, deren Bestimmungen uns systematisch geordnet, gegeben sind am Ende der Responsen von R. Meir aus Rothenburg und in kol bo § 117, hat man sich sicherlich, wie mit den andern Angelegenheiten der Gemeinden, so auch mit dem Unterricht beschäftigt. Auf mehreren dieser Synoden sind jedenfalls solche Bestimmungen, wie die vorliegenden, verfaßt worden. Dadurch erklärt es sich auch, daß die Bedeutung der Uebersetzung in die Landessprache so hervorgehoben wird, während später schon die Toßaphot keinen solchen Werth mehr daraus legen. Diese Satzungen des Unterrichts sind also offenbar älter. Später hat eine Verschlimmbesserung stattgefundeu. Das zeigt A 7, m eigentlich stand, der hebräische Bibeltext solle in die Landessprache übersetzt werden, während später für den Bibeltext das Targum eingeschoben wurde, jedenfalls in einer Zeit, wo infolge der Verfolgungen weniger Liebe zum Lande herrschen mochte, und man um so fester am Alten hielt. Aus alledem ergibt sich, daß die Bestimmungen in den Synoden abgefaßt wurden. In Spanien sind sie nicht abgefaßt. Dort hätte sich ein mehr kulturfreundliches Element eingemischt. Denn der ganze Lehrstoff hier ist aufgebaut auf dem Grundsätze, für die Religion zu erziehen. Bildung für die Welt zu gewinnen, das wird nicht berücksichtigt. Dieses Planmäßige aber charakterisirt die ältere Zeit, in der Raschi und Raschbam lebten, in der man sich fern hielt von aller Weitschweifigkeit und mit Wahrheitsliebe in den Gegenstand einzudringen suchte. Der Redner schloß mit den Worten: Curtius sagt in seiner Rede über die Freundschaft: Die Gastfreunde im Alterthume reichten sich beim Abschiede Gegenstände zur Erinnerung, besonders halbste man Gegenstände und gab dem Gaste die eine Hälfte. Dasselbe sagt auch der Talmud. Wenn Freunde nrit einander verkehren und sie gehen auseinander, sollen sie in ■yno auseinandergehen. Dadurch werden sie an einander denken. Manche erklären: man solle ein Problem besprechen, das zum Nachdenken anregt und so geistig verbindet. Möge das, worauf ich Sie hingewiesen, ein solches Problem sein, das Sie zum Nachdenken veranlaßt. Dann ist der Zweck meines Vortrags kein vergeblicher gewesen. Die Versammlung spendet dem Vortragenden reichen Beifall und erhebt sich auf Antrag des Dr. Samuclsohn zum Ausdruck des Dankes von ihren Sitzen. (Schluß folgt.) Lehrer - Conferen;. Fulda. Am 26. Mai fand unter dem Vorsitze Sr. Ehrwürden des Herrn Provinzialrabbinen Dr. E a h n hier eine Eonferenz der Lehrer des Rabbinatsbezirks Fulda statt. In herzlichen Worten hieß der Herr Rabbiner die Lehrer willkommen. Herrn Lehrer N u ß b a u m wurde das Wort zu seinem Referate: Stoff und Methode des Religionsunterrichts in der Volksschule." Referent eröffnete den Vortrag mit dem Hinweise auf die geschichtliche Entwickelung des Religionsunterrichts. Unter Zugrundlegung des Bibelworts -pp>^ 'n no btotp* nnyi ■py» führte Herr Nußbaum in begeisterter und begeisternder Weise aus, daß des Lehrers vornehmste Aufgabe darin bestehe, des Kindes Herz zu entflammen für unsre p"n rrnc«, den schlummernden Keim der Gottcsverehrung zu wecken und zu beleben. Referent ging dann zum eigentlichen Thema über. In erster Linie sei das Kind mit den Eigen-