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Der Israelit · 1889-09-24 · Heft 76-77 (24.9.1889) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 76-77 (24.9.1889)
Date
1889-09-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1343 nähme an den Ergebnissen der Wissenschaft, durch die Freiheit der Person, durch das Sclbstdestimmungsrecht und durch seine vollkommene Mündigkeit. Das ist das hehre, lichtumflossene Ziel, in welchem die allgemeine Wohlfahrt und das Glück Aller zu erstreben >und zu finden wäre. Das zu erreichen, ist die heiße Sehnsucht, das glühende Verlangen des großen Lehrers Moses, indem erwünscht: „O, gäbe Gott, daß das ganze Volk aus Propheten bestünde, daß der Geist des Ewigen auf ihnen ruhen möchte!" (Numeri 11. 29.) Alle, alle mögen sie Antheil haben an dem Geist Gottes. Da herrsche vollkommene Gleichheit; Gleichheit im Antheü an der Bildung, Gleichheit im Antheil an der Erkenntniß, Gleichheit im Antheil an der Wissenschaft, an ihren Errungenschaften, an der Aufklärung, an dem Fortschritt, an der Freiheit. Das verlangen die Bibel und der Talmud, das fordert die Nächstenliebe, das erhofft der Menschenfreund und das sei auch das stete Streben eines jeden Einzelnen in der Gesammtheit. Literarischer Bericht. Kurzgefaßter Leitfaden für den.grammatischen Unterricht in der hebräischen Sprache von Dr. L. Knoller, Rabbiner. Zweite verbesserte Auflage. Breslau. Verlag von W ilh. I aeobsohn u. Cie. 1890. Der Leitfaden soll als Hilfsmittel für den Unterricht in der hebräischen Sprache zunächst an Religionsschulen dienen. Diesem Zwecke entsprechend macht er weder auf Vollständigkeit, noch auf strenge Wissenschaftlichkeit Anspruch. Bei der beschränkten Zeit, die für den hebräischen Unterricht bestimmt ist, und mit Rücksicht darauf, daß die hebräische Sprache selbst, geschweige die Grammatik als Hilfswissenschaft, in Religionsschulen nur als Mittel für den Unterricht in der Religion, für das Verständnitz der h. Schriften und des Cultns gelehrt wird, wäre nichts verfehlter, als den Schülern ein möglichst umfangreiches formales grammatisches Wissen auf Kosten des stofflichen beizubringen. Der grammatische Unterricht soll den Religionsunterricht erleichtern und fördern, nicht aber beeinträchtigen, indem er einen erheblichen Theil für sich in Anspruch nimmt. Der Leitfaden stellt sich deßhalb die Aufgabe, die Grammatik, deren Wichtigkeit, ja Nothwendigkeit um so weniger verkannt werden soll, als bei der modernen Schulbildung die Schüler sich mit einem unsystematischen, mechanischen Unterricht in einer fremden Sprache nicht befreunden können, auf das angemessene Maß zurüchuführen. Wesentliches ist trotzdem nicht außer Acht gelassen worden. Sehr wesentlich ist es, daß der Preis des Leitfadens auf Vs des Preises der bisher vielfach gebräuchlichen Grammatiken reducirt werden konnte. Derselbe ist in einer für den Schüler leicht faßlichen Sprache geschrieben und ist dazu angethan den Unterricht im Hebräischen zu erleichtern. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. Am Donnerstag den 26. September c. ist einer der wohlthätigsten Bürger Berlins, der Rentier Julius Joel Meyer, Sohn des verstorbenen Geh. Commerzienrathes Jacob Abraham Meyer, des Begründers der Seidenfabriken in Preußen, einem längeren Leiden erlegen. Geboren 1816 in Berlin war er lange Jahre im Vereine mit dem verstorbenen Geheimen Commerzienrath Joel Wolf Meyer, dem Vater unseres Gemeindepräses Justizrath M., dem Stadtrath M. MagnuS, feinen! altern Bruder, dem stellvertretenden Stadtverordneten, Vorsteher Adolf M. und dem Industriellen A. L. Bein, Inhaber der Firma Jakob Abraham Meyer. — Die Firma erfreute sich bis zu ihrer Liquidation eines Weltrufes, den sie durch ihre strenge Reellität ehrlich verdiente. — Seit 25 Jahren widmete der nunmehr verblichene I. I. Meyer seine Thätigkeit der jüdischen Gemeinde, als deren Vorstandsmitglied er in der AltersversorgungScommisfion den Vorsitz führte und um deren Entwickelung er sich bleibende Verdienste erworben. Auch viele andere Wohlthätigkeitsinstitnte erfreuten sich seiner besondern Fürsorge. — Der unerforschliche Rathschluß Gottes ließ ihn an demselben Tage, für welchen die Hochzeit seiner einzigen Tochter, die mit einem bedeutenden Gelehrten verlobt ist, festgesetzt war, aus dem Leben scheiden. Wie ich eben vernehme, wurde die Trauung der Verlobten einige Minuten vor dem Hinscheiden des sei. M., also am Sterbebette vollzogen. Am ersten Slichaustage wird seine sterbliche Hülle zu Grabe getragen. -In dieser Woche hat auch die Synagogengemeinde eines ihrer treuesten Mitglieder verloren. Herr Heinrich Löwen heim erlag im jüdischen Krankenhanse einem tückischen Leiden. An seiner Bahre sprachen die Rabbiner der Adaß-Jisroel- Gemeinde und ein Docent des Rabbinerseminars. Beide Redner rühmten an dem Verblichenen die Liebe zur Thora, die Hochachtung vor dem jüdischen

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