Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 74 (16.9.1889)
- Date
- 1889-09-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Dasselbe wird auch bei Moses hervorgehoben, als er die Heerden Jithro's in die Wüste führte, um sie von fremdem Besitzthum fernzuhalten. (Exodus,. Cap. 3, V. 1, Raschi das.) Von den Einwohnern Sodom's und Gomorah's sagt der Talmud, daß sie deßhalb zu Grunde gingen, weil sie mit mißgünstigem Auge auf die Kapitalisten blickten. (Sanhedrin 109 a.) In Aboth (Absch. 2, V. 17) wird strenge geboten: „Das Eigenthum deines Nächsten sei dir so werthvoll, wie das deinige." In Tractat Szota (12 a) heißt es: „Den Gerechten gilt ihr Vermögen mehr als ihr körperliches Wohl." Ferner wird hervorgehoben, wie nützlich der Reichthum des Einzelnen für die allgemeine Welt ist. So heißt es; „Rabbi Simon, Sohn des R. Jehuda, sagte im Namen des R. Simon, Sohn des Jochai: Der Reichthum ist nützlich für den Gerechten und nützlich für die Welt." (Aboth, 6, 8.) Nicht nur das Verlangen nach fremdem Besitz wird auf das strengste untersagt, selbst der Neid des Besitzlosen den Besitzenden gegenüber ist nicht gestattet. So lautet ein Ausspruch: „Der Neid führt zum sichern Verderben." (Aboth 4, 28.) Aus allen diesen Stellen ist deutlich zu ersehen daß der practische Socialismus in Bibel und Talmud als unzulässig erscheint, ja selbst wo die Bibel denselben in einem Punkte zulassen möchte, nämlich im Schuldenerlaßgesetze im „Erlaßjahr", aus Rücksicht für den Armen, dem es bisher unmöglich war, seine Schuld zu bezahlen, selbst da mußte der Talmud dieses Gesetz beschränken, indem er aus Schutz vor Betrügern das „Prusbul" einführte. (Schebiit 46 a und Gittin 36 a.) (Fortsetzung folgt.) Z>ie Entgegnung des Br. M. Ellinger in New-Aork auf die Hirsch schon Artikel irn „Israelit Jeschrrrun" gegen den U. O. B. B. Von Jsaac Hirsch. (Schluß.) Der Ordensanwalt glaubt aber seiner Pflicht nicht volles Genüge geleistet zu haben, wenn er unsere unbequeme Gegnerschaft durch den Versuch der öffentlichen Brandmarkung unserer Person zu beseitigen sich bemühte. Auch des Todten darf nicht geschont werden. Für die schlechte Sache ist auch das verwerflichste Mittel recht. Das Prinzip des Unabhängigen Ordens B'nat-B'rith ist eine Lüge, eine Fälschung des jüdischen Ideals. Der U. O. B. B. hat im jüdischen Lager ein Idol aufgestellt und läßt den Ruf diesseits und jenseits des Ozeans erschallen: Dies ist die Wahrheit des Judenthums! An Stelle des glorreichen Banners der Gesetzestreue pflanzt er die Standarte des Leichtsinns und des Abfalls im jüdischen Kreise auf, führt unter ihm Reigen auf, und ruft in keckem Muthe aus: Zu mir her, Israel, schaare dich um meine Zeichen, sie sind die echten, wahren des Judenthums, sie allein führen dich „auf die Höhe der Lebensanschauung", sie Min zeigen dir den Weg zu „Moral, Sittlichkeit, Mdrmg Md Familienreinheit", sie allein sind die rechte „ÄWchte" deiner „heiligen Mission" J Die allgütW Vsrßchm^ der nimmer schlummernde allmächthe b&fr Ritter Israels hat aber in unserer Zett chM Ipr erstehen lassen, welcher: njnjn hy DJDrirm „dem auf Bergesgipfel aufgepflanztm «atzrBchchdem von der Höhe herabwallenden B«m« gleich^ feine Zeitgenossen um Riesengröße übey»A«ch; aß.Wc wahrhaftige „Leuchte" ihnen den efjtgjgea »e« voranwandelte, auf welchem die „heilige von Gott dem jüdischen Stamme ertheilte AnWicke, zu vollbringen ist. Dieser Mann hat das alte, echte Panier des Judenthums mit gewaltigem Arme in Mitten der fahnenflüchtigen und verzagten Gegenwart aufgerichtet und die Brüder zu erneuter Treue, zu frischem Muthe, zu hingebender Begeisterung für das einzige, wahrhafte Heiligthum, für das orthodoxe Judenthum, zu wecken verstanden. Dieser Mann ist der Lüge mit der Wahrheit, dem Verrath mit der unerschütterlichen Treue, der gleißnerischen Pseudo-Wissenschaftlichkeit mit der Hellen, klaren Erkenntniß und Wissenschaft siegreich entgegengetreten. Er hat die Lüge und den Trug entlarvt, er hat die Hohlheit und die Nichtigkeit der hochtönenden Phrasen, mit welchen die Reform das Volk zum Abfall zu verlocken sich bemühte, schonungslos dargethan. Er hat der Leichtfertigkeit den alten jüdischen Ernst und die alte jüdische Gewissenhaftigkeit entgegenstellt, er hat die ewige Verpflichtungskraft des ganzen jüdischen Gesetzes den stumpf gewordenen Gewissen wiederum gelehrt, er hat die vielköpfige Hydra der Neologie bezwungen', er hat den Treugebliebenen von seinem großen Geiste mitgetheilt, daß sie den Kampf gegen die Lüge aufnehmen, fortsetzen und unter'Gottes mächtigem Beistand siegreich zu bestehen vermögen. . Wir sind uns des ungeheuren Abstands voll bewußt, in welchem wir uns zu einer Größe befinden, und weit von dem vermessenen Gedanken entfernt, als ob unsere schwache Hand seine Helden-