Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 72 (9.9.1889)
- Date
- 1889-09-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1258 Wortsprache sich so unzulänglich 'erweist. In dem rmx dV? nianp heißt es im Pijut 'x wn nns in diesem Sinne: Seine Krone ist Heil vma Sein Gewand: Wohlthun npnx iwi Sein Ueberwurf: Eifer nwp lnoyo Der Gurt: rächende Vergeltung napj ib*m Sein innerstes Wesen ist Geradheit ->«" nnv Daß die Krone der uns zugänglichen göttlichen Waltungen, in dem Heil gefunden wird, das GotteZ Liebe auf alle von ihr getragene Wesen herniederstrahlen läßt, bedarf [feiner besonderen Erklärung. Wohlthun ist sein eigentliches Gewand, ist die Form, mit der Gottes Wesen in die Erscheinung tritt, Eifer und Rache sind nur Ueberwurf und Gurt! Eifer und Rache sind nur bedingte Eigenschaften Gottes, — sie sind es von unserer menschlichen Auffassung aus. Wir sehen allerdings die Vergeltung, welche Gott übt, aber sie sind nur für die äußere Erscheinung vorhanden. Der Eifer scheint im Verhältniß zu dem Wohlthun, das von Gott ausgeht, nur wie ein Ueberwurf über die bereits vollständige Gewandung, die rächende Vergeltung aber gar nur wie der Gürtel, der an und für sich gar kein Kleidungsstück ist, sondern nur den Zweck hat, die übrigen Gewandstücke zu vereinigen und zusammenzuhalten. Wohlthun, rächende Vergeltung pflegen sonst die Geradheit zu beeinträchtigen — mwn nx pVpVpo nanNi hxjb' — bei Gott ist die Möglichkeit trotz des scheinbaren Gegensatzes seiner uns zugänglichen Waltungen ausgeschlossen: Sein innerstes Wesen bleibt Geradheit bei aller Liebe und allem rächenden Ernste, den wir äußerlich walten sehen. In demselben Sinne nun wie hier die rächende Vergeltung wird in den Worten: miaa -mx i?n die Allmacht Gottes unter dem Bilde des Gürtels dargestellt Scharf wird in der heiligen Sprache zwischen na und miru wie zwischen „Kraft" und „Macht" unterschieden. Wie die „Kraft" sich im Erhalten, Fordern, Gedeihen und Entwickeln bewährt, kommt „Macht" überall da zur Anwendung, wo es sich um das Niederwerfen feindlichen Widerstandes, entgegen stehender Hindernisse handelt, also beim Ueberwinden, Zerstören und Vernichten. So erblicken wir z. B. in dem Wachsen, Blühen und Reifen des in den Boden gelegten Saatkorns die Wirkung der Naturkraft, in dem alles Wachsthum niederschlagenden und vernichtenden Gewitter dagegen eine Natur macht.*) *) Nur der Jude vergißt über der zerstörenden Macht nicht die mit ihr verbundene, reinigende, belebende und erfrischende Gottes Größe bewährt sich in seiner Kraft; nicht in seiner Macht nwiiBrnDD nana mo r6ru. Aber Gottes gütige Waltung kann erst ihre Anwendung finden, wenn alles ihr gegensätzliche beseitigt ist, wie die Sonne ihre Strahlen nicht zu Boden senden kann, so lange sie den Wolkenschleier nicht zerrissen hat, der sich ihrem Lichte entgegen stellt. *) Gottes Macht steht im Dienste der Gottes- Kraft. Diese kann erst in ihrer ganzen Ltebesgröße walten, wenn jene ihre Sendung erfüllt, wie die Gewänder nur durch den sie zusammenhaltenden Gürtel erst ihrem Zweck dienen und in ihrer ganzen Ausdehnung sich entfalten können. Indem aber dieser mächtige Gottes - Ernst es ist, der gurtgleich alle göttlichen Liebes-Waltungen erst verbindet und ermöglicht, steht Gs. Name in Ehrfurcht gebietender Größe da. mujo ivw Wie die Erde nicht den ihr bestimmten Segen aufnehmen, ihn nicht zum Wachsthum und zur Reife führen kann, ohne vorher durch die sie verwundende Pflugschaar und die alles Unkraut ausgätende Hand dafür empfänglich gemacht zu sein, so muß Gottes Macht erst den Boden lockern, den Gottes Liebe bestrahlen soll. Wo wir diese Lockerung selber vollziehen, wo wir im Bewußtsein unserer Nichtigkeit und Fehlbarkeit vor Gottes-Antlitz treten und ihn mit reinem, neuen Herzen für eine Spanne Zeit um feine Liebe und Gnade bitten, dürfen wir der Erfüllung dieser Bitte vertrauensvoll entgegen harren. Wo wir aber auf starren, harten unbearbeiteten Herzensboden Gottes Wohlthaten erflehen, da muß Gottes Allmacht diesen Boden erst empfänglich machen, da kommt die mit dem Gottesnamen verbunden alles Widersetzliche bekämpfende Macht in ihrer vollen Größe uns zum Bewußtsein, dann müßte Gottes nma:i der von Ihm erbetenen npnx vorangehen, dann ist n-naja io» Aber Gottes Liebe schreitet selbst dann nicht mit ihrer ernsten Vorbotin ein, wartet und wartet ein ganzes verfehltes, irrendes, trotzendes Menschenleben lang. Der strafende Arm steht bereit, mit einer alles menschliche Denken überragenden Allmacht ausgerüstet, und fällt nicht nieder auf das schuldbeladene Haupt, Gott hält ihn zurück dessen liebende Waltungsgröße die strafende überflügelt. Kraft und blickt daher beim grollenden Donner zu dem empor: dessen Kraft und Macht die Welt erfüllt. Er sieht selbst im zuckenden Blitz kein Werk der Zerstörung, sondern der Schöpfung und der Gedanke an den mflna SUCny nimmt dem schauerlich züngelnden Blitzstrahl seinen Schrecken. — Auch von den Himmelslichtcrn heißt es in diesem Sinne: ban aapa o*Wönvna Dna n: mian na. *) Treffend heißt es in diesem Sinne im: mVX Dl’^ FjDlD.