Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 71 (5.9.1889)
- Date
- 1889-09-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2447947-2447997--28750-2476449- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1234 als der Menschen Stimme. Wenn nun bip unstreitig die Bezeichnung für eine wahrnehmbare Kundgebung ist, so gilt dies in erster Reihe für göttliche Aeußerungen. Wenn dann Gott den Menschen in seinem Ebcubilde geschaffen, so bekundet sich unter anderem diese Ebenbildlichkeit und Achnlichkeit auch darin, daß dieselbe Bezeichnung, die für Kundgebung Gottes ursprünglich bestimmt war, auch für die menschliche Stimme angewandt werden darf. — Dasselbe findet bei allen ähnlichen Ausdrücken statt. Wenn der stehende Ausdruck für Gottes Allmacht 1', für Gottes Allwissenheit py, u. s. w. ist, so ist es gestattet das Organ des menschlichen Körpers, in welchem die Macht des Menschen sich äußert und das die menschlicheErfahrnng vermittelt, mit denselben Bezeichnungen zu belegen. 'Alle diese Bezeichnungen versinnlichen nicht das Göttliche, sondern vergeistigen das Sinnliche im Menschen, indem sie an seine göttlichen Beziehungen erinnern. Vielleicht will das tiefe, dunkle Wort unserer Weisen: rpia mmn bo n-apn bw rrvo», „daß die ganze Thora nur Benennungen Gottes enthalte, dieser Wahrheit präcisen Ausdruck geben. Wenden wir nun diese von Rabbi Elieser Aschkeuasi in seinem Werke 'n 'L-yv vertretene und eingehende, mit Beweisen unterstützte Auffassung auf die Bezeichnung ,,-j^d, König" an. Hier ist uns die Sachlage um vieles geläufiger. Sammeln wir uns doch täglich, bevor wir den Kampf mit der Welt antreten, vor dem „Herren der Welt" und beleben uns immer aufs Neue die tröstliche Ueberzeugung, daß der Herr der Welt schon Melech vor der Erschaffung irgend eines Geschöpfes war, und er als Melech auch den Untergang des gesammten Universums überdauern wird, wenn auch die Bezeichnung Melech und die damit verbundene Huldigung Gottes erst nach Vollendung der Schöpfung mit der Erschaffung des Menschen auftritt. Gott war *\bu und wurde mit diesem Namen genannt, bevor es irdische gab. Weil das irdische Königthum in Wirklichkeit pyo y’pT7 ttn'abü ein Widerschein des himmlischen ist, deßhalb führen menschliche Majestäten das Emblem der göttlichen, aber nicht umgekehrt. Er ist, wie unser Machsor treffend sagt riaiten tfn D’ate ybnnn, derjenige der die Könige zu Königen macht, aber das Königthum verbleibt ihm d. h. ist sein Ntribut. Wenn daher der heidnische Seher, dessen unheilvolle Größe in der Virtuosität gipfelt, das Göttliche in den Dienst des Gemeinen zu jochen, Israel fluchen möchte, so wissen ihm die Vertreter der wahren jüdischen Lebensanschauung keinen nachhaltigeren Fluch in den Mund zu legen als die völlige Umkehrung dieses ^v-Begriffes. *) „Der Begriff in reinster Auffassung ist erschöpft durch die Merkmale p b, d. — d: Derjenige von dem alles ausgehen soll, b: gu dem alles zurückkehren und v: der das V o r b i l d, das Ideal für alle sein soll. — der Edelste, Weiseste, Voranleuchtcndfte, das ist's, was den jüdischen König zum Könige machen soll; denn im jüdischen Schriftthum ist das Königthum durchaus nicht aus dem auf Erden zu gründenden Gottesreiche verwiesen. Auch unsere und der Menschheit Zukunft erfüllt sich durch einen nn&en pv." (Hirsch's Pent. Comment. I. 10. 10.) Wenn die Bezeichnung "ibo sich ursprünglich auf Gott bezieht und erst später auf irdische Könige übertragen wurde, so wirft diese geistvolle Eharakterisirung des wahren pv durch die einzelnen Laute, aus denen sich sein Namen zusammensetzt, ein Helles Licht auf die dunkle Stelle in dem Piut Tn imNn: So sicher wie sein Name, ist auch seine Verwirklichung in der That, Pi iPnn p ivw nm inP yw tww D\r&ND Aber alle sind auch überzeugt, daß außer ihm Niemand ist. — Noch präciser geben die Worte pPnn p ivwn »n diesen Gedanken wieder. Zwischen dem Ideal, das dieser Name veranschaulicht und seiner Verwirklichung durch die That klafft kein Zwiespalt, aber dieses Beispiel steht nach aller Ueberzeugung einzig da. Wie selten dieses Königsideal bei irdischen Königreichen seine Verwirklichung findet, davon weiß auch unser Machsor zu berichten: nnPo nDer Königsmantel! nptyn no bv Wem ist er hingeworfen! roten *6 wyi Aber von Dauer war solches Königthum nie! Es werden dann die Königslaunen und Königssünden aufgczählt, welche die Dauer eines solchen Königthums unmöglich machen, bis unser Lied zu dem sich wendet, der über alle Könige erhaben, die entartete Königswürde der verdienten Erniedrigung Preis gibt, um seines Königthums wieder selber zu walten. ite te bv Q") Pdd np»yjn nnite ywn pi _ (Fortsetzung folgt.) nd n"to too’DD yn n"n Din ,3"y '“i mr rnny (* rrnpni -on rvn P'i nwn nvyiv nytto yiy rvn .in “j?d nynni n'nnnn pc -iow dbh