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Der Israelit · 1889-09-05 · Heft 71 (5.9.1889) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 71 (5.9.1889)
Date
1889-09-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1233 diese Lehre, o König, und du bist von deiner Krankheit genesen. — So geschah es, und zu all den guten Eigenschaften des edlen Herrschers gesellten sich nunmehr die der Demuth und der Bescheidenheit. So blieb er beglückt bis in das höchste Alter und durfte am Ende seiner Tage das ewige Leben erhoffen. *) Aus dem Machsor für die D'KTOT D’O’ von Bezirks - Rabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz). III. Mit mit dem Gedanken, der uns Gott als König auf seinem erhabenen, getragenen Weltenthrone denken lehrt, ist der Grundgedanke ausgesprochen, zu welchem das Machsor für die o’N-mn die Ausführung bietet. „König" nennt Ihn die Sprache der Sterblichen, nachdem wir im Früh -Kaddisch es bereits ausgesprochen, daß noch höher als sonst — xhyb — in diesen Tagen der Verantwortung Gottes heiliger Name über alle menschliche Anerkennung und Huldigung erhaben bleibt. Nirgends gelangt unsere menschliche Unzulänglichkeit und Gottes, alle Gedanken und Sprache himrnelhoch überragende Größe uns mehr zum Bewußtsein, als durch die Nothwendigkeit solcher unzureichender Bezeichnungen für eine Huldigung Gottes. Der Anblick jeder irdischen Majestät, läßt den jüdischen Mund segnend \ sich zum König der Welt erheben, der bon seiner Herrlichkeit einen Abglanz dem Fleisch und Blut gespendet hat, jedes irdische Königthum wird uns nur als Widerschein des himmlischen denken gelehrt, ja die irdischen Könige selber erkennen ihre bevorzugte Stellung als von Gottes Gnaden all, und wir haben zum Ausdruck für Gottes Erhabenheit und Größe keine Bezeichnung als ihren irdischen, sterblichen, hinfälligen Reflex, als das Wort: König! Gewiß empfanden die Verfasser unserer Pijutim diesen Abstand zwischen dem ohnmächtigen Worte und dem allumfassenden Gedanken, den es darftellen möchte noch viel tiefer und sie gaben dieser Empfindung wiederholt drastischen Ausdruck.**) Aber die Leichtigkeit, Geläufigkeit und Selbstverständlichkeit, mit welcher diese und ähnliche Metaphern in unfern Pijutim nach dem Beispiele unserer hei¬ *) Wir beschließen für dieses Jahr diese Abhandlungen, um sie unter göttlichem Beistände im nächsten Jahre fortzuseven. **) Eine klassische Stelle hierfür ist die Zusammenstellung von fvty *]^D und in dem Piut "pD im bm 'W ovb manpi ov^> ppia. ligen biblischen Urkunden gebraucht werden, legt den Gedanken nahe, daß bei dieser Anwendung doch vielleicht von einem ganz anderen Gesichtspunkt ausgegangen wird, als derjenige ist, den wir gewöhnlich einnehmen. Man mag die Anwendung menschlicher, sinnlicher Attribute zur Bezeichnung des Göttlichen mit unserer menschlichen Unvollkommenheit wie auch immer zu erklären und zu rechtfertigen suchen, die bloße Nothwendigkeit einer solchen Rechtfertigung macht diese selbst illusorisch. Greifen wir aus den vielen, sogenannten Antropomorphismcn irgend ein beliebiges z. B. die Bezeichnung die Stimme, inp die Stimme Gottes heraus. Da wir uns keine Stimme ohne sie vermittelnde Stimmorgane und diese uns nicht ohne Körper denken können, so haben wir conseguent mit der Stimme auch Gott einen Körper vindicirt. Dieser Schwierigkeit geht man mm aus dem Wege, indem, wenn man auch *n bip mit Gottesstilmue wiedergibt, man doch daran festhält, daß es sich hier nur um eine für uns wahrnehmbare göttliche Kundgebung handelt, die aber nicht durch Sprachwerkzeuge, nach den Gesetzen des Schalles, aber durch ein anderes uns unbekanntes körperliches Medium an den Menschen zn gelangen braucht, deren eigentliches Wesen uns vielmehr wie alles Göttliche verhüllt ist. Folgende Erwägung dürfte jedoch der ganzen Schwierigkeit von vornherein jeden Boden entziehen. Wenn man die Art und Weise göttlicher Kundgebung durch dieselbe Bezeichnung wicdergibt, die wir auch für die menschliche Stimme haben, so stellen sich dem die erwähnten Bedenken entgegen. Aber ist dies wirklich der Fall? Ist nicht auch dasGegentheil möglich, daß nämlich die menschliche Stimme nach der Bezeichnung benannt wurde, die wir für göttliche Kundgebung haben? Diese Frage ist nur, welche Anwendung des Ausdrucks b'p die ursprüngliche und welche die übertragene ist, und diese Frage dürfte sich nach den Andeutungen unserer Weisen ohne Schwierigkeit beantworten lassen. Sie machen gewiß nicht nur aus linguistischen Rücksichten auf die Momente aufmerksam, aus denen sich ergibt wvpn pafcj tnaw, daß die heilige Sprache älter als die Welt und ihre Bewohner ist. Welches Geheimniß auch über dem „Ursprung der Sprachen" waltet, es reicht nicht an dasjenige heran, dem unsere heilige Sprache entstammt. Wenn sie älter ist als die Menschheit, so wird ihre Bezeichnung nicht nach menschlicher Anschauung gewählt, dann dient sie in erster Reihe dem göttlichen Ursprung, dem sie entstammt. Gottes Wort ist älter

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