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Der Israelit · 1889-09-02 · Heft 70 (2.9.1889) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 70 (2.9.1889)
Date
1889-09-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1213 sophisches AbstracLum bleibe, verkörpert sie unser Machsor, indem es mit Frakturschrift in diese Sätze die Namen pna» und npm verwebt. Es sind dies keine theologischen Träume. Aus der Geschichte unserer eigenen Ahnen, die uns an wn t£*o aus dem Gottesworte vorgelesen wird, kennen wir das sichtbare Eingreifen Gottes in die Geschicke der seiner Führung sich unterstellenden Menschen. Von der Stunde der Geburt bis zu jener der Wiedergeburt auf Moria zieht Jizchaks hehre Gestalt an unserer Seele vorüber. Sein leuchtendes Beispiel selbst das Leben freudig hinzugeben, sein Gottesgehorsam, begeistert noch nach Jahrtausenden die späten Enkel und lehrt sie an diesem Vorbild, wie dasGedächtniß derer ewig lebt, die auf Gottes Geheiß selbst den Tod nicht scheuen. Und neben Jizchak die vollständig gleich hochstehende Lebensgefährtin! Wie leuchtet doch aus der bloßen Thatsache, daß mitten in einer dem entarteten Heidenthum verfallenen Zeit, ein Jizchak, eine Rebekka finden konnte die göttliche Führung und Fügung. Wie hoch und hehr auch Jizchaks sittliche Größe leuchtet, sie erscheint doch als das natürliche Produkt der Erziehung eines Abraham und einer Sara. Daß aber aus dem Haufe eines Bethuel, eines Aramäers, die gleichwerthige Lebensgefährtin eines Jizchak erstehen konnte, bleibt ein ewiges Denkmal der Wunderwaltung Gottes, die auch in der tiefsten Entartung jede Menschen-Seele, welche der Förderung der göttlichen Ziele und Zwecke auf Erden dient, zu finden und sie Gleichgesinnten zuzuführen weiß. Wenn wir uns daher an der Pforte des neuen Jahres vor Gottes Welten-Thron wissen, um Gott aufs Neue als König zu huldigen; wenn uns die Sehnsucht ergreift auch zu der Schaar der Redlichen, Gerechten, Liebeübenden und Heiligen zählen zu dürfen, welche mit jeder Aeußerung und jeder stillen Regung Gottes Erhabenheit und Segen Gottes, Heiligkeit und Lobespreis auf Erden verkünden, dann grüßen uns in unverwMicher Frische die leuchtenden Ahnengestalten, um auch uns, wie groß der Abstand auch immer sein möge, zu ihrer lichten Höhe empor zu heben. (Fortsetzung folgt.) Die Entgegnung des Br. M. Ellinger in New-Uork auf die Hirsch schen Artikel ittt „Jsraelit-Jeschrrrirn" gegen den U. O. B. B. Von Jsaac Hirsch. (Fortsetzung.) Herr Moritz Ellinger hat sich übrigens kein Genüge darin sein lassen, meine ihm nicht genehmen Aufsätze herabzuwürdigen, sein heiliger Ordenseifer ist mit den gegen dieselben geschleuderten leichtfertigen, gehässigen und nichtigen Vorwürfen noch lange nicht befriedigt. Ich hätte mich trotz dieser Anklagen, selbst wenn sie ebenso berechtigt gewesen wären, wie sie hinfällig sind, in anständiger Gesellschaft blicken lassen können. Hirsch ist ein schlechter Schriftsteller und läßt sich ^von vorgefaßten Meinungen zu einer heftigen und gehässigen Krittk hinreißen, er ist in Sachen der Religion intolerant, aber er kann immerhin ein ganz ehrenwerther Mann sein, neben welchem zu sitzen keine Schande ist; — so hätte man sprechen können. Und deßhalb wäre das zur größeren Ehre des Ordens unternommene Werk des wackern Ordensritters nur halb vollbracht gewesen; es könnte doch der böse Hirsch wiederum das Wort nehmen und man könnte ihm doch wiederum Gehör geben. Damm gilt es ihn moralisch todt zu machen, daß die Erwähnung seines Namens schon hinreicht, um jenen sittlichen Ekel zu erwecken, den Niedertracht und Verworfenheit hervormfen. Und darum schreckt der Mann, dem nach dem Zeugniß der namenlosen Specialredaction für Ordens- Angelegenheiten der „Israelitischen Wochenschrift" „recht viel daran gelegen ist, daß die erhabenen Prinzipien des Ordens ungefälscht in ihrer Reinheit zum Ausdruck kommen", um dieser erhabenen Prinzipien willen selbst nicht vor einem Attentat aus meinen sittlichen Charakter zurück. Ein „sehr elastisches Gewissen" erkühnt den Ordensanwalt bei mir zu diagnofticiren, weil ich des ungeheuren Verbrechens mich schuldig gemacht habe, das Wesen des U. O. B. B. und dessen Stellung zu dem Judenthume der Wahrheit gemäß öffentlich zu kennzeichen. Das wagt der Herr Moritz Ellinger, der sich selbst als einen „guten" Ben-Berith vorstellt und sich seiner langjährigen Ordenswirksamkeit rühmt! Ein Mann, der zu einem solchen verwerflichen Mittel greift, um die von ihm vertretene Sache zu vertheidigen, hat sich in den Augen aller Redlichen selbst das Urthell gesprochen. In niederschmetternder Wucht fällt darum auf sein Haupt der gegen mich geschleuderte Vorwurf des „verblendeten Glaubenseifers", den er als einen solchen charakterisirt, „welcher keine Rücksichten kennt und ebenso unzurechnungsfähig ist, als d er in Krankheitsfesseln geschlagen e V e r st a n d." Er, Herr Ellinger, muß von einer so hochgradigen Verblendung durch seinen Ordenseifer beherrscht sein, daß er sich in solchen unerhörten Verunglimpfungen ergehen mag. Die Wuth über sein Unver-

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