Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 51 (27.6.1889)
- Date
- 1889-06-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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866 Amerika. New-Uork, 7. Juni. In der portugiesischen Synagoge in W. 19. Str. fand heute eine Versammlung statt, um über die Feier des doppelten Jahrestages von 1492, die Vertreibung der Juden aus Spanten und die Entdeckung von Amerika zu berathen. Aus Briefen hervorragender Männer war ersichtlich, daß man der projektirten Feier in den weitesten Kreisen lebhaftes Interesse entgegenbriugt. Dr. Köhler wies darauf hin, daß es eine geeignete Gelegenheit wäre, eine Würdigung der Toleranz und Freiheit in diesem Lande zu zeigen. Dr. Pereira Mendez beantragte die Abhaltung einer Versammlung im Herbst, zu welcher Repräsentanten aller israelitischen Organisationen des Landes eingeladen werden sollen. Die spanisch-portugiesische Gemeinde ist die älteste der Stadt. Ihre erste Synagoge, die vor 160 Jahren gebaut wurde, war in Mill-Str. Die Gemeinde wurde von Nachkommen der Flüchtlinge von 1492 gegründet. 8iil Denkmal fit Kaiser Müritz. Den Ruf'Namen Friedrich erhielten: 508) Söhnchen des Hrn. Zacharias Frank in Sickenhofen im Odenwald. 509) Söhnchen des Hrn. Simon Metzger in Mainz. 510) Söhnchen des Hrn. Julius Leßmann in Bochum (mitgetheilt von Hrn. Mohel Jonas Simon). 511) Söhnchen des Hrn. A. A. Vyih in Calcar (mitgetheilt von Hrn. A. Oppenheimer). 512) Söhnchen des Hrn. Max Drepfuß in Ulm (mitgetheilt von Hrn. Mohel L. Essenger). 513) Söhnchen des Hrn. S. Jacoby in Magdeburg, 514) Söhnchen des Hrn. M. Herzfeld in Bleicherode, 515) Zwillingssöhnchen des Hrn. E. Heilbrunn in Mühlhausen, 516) Söhnchen des Hrn. H. Sander in Nordhausen, 517) Söhnchen des Hrn. M. Rogazinsky in Magdeburg, 518) Söhnchen des Hrn. M. Spott in Hoym, 519) Söhnchen des Hrn. Schmidt in Magdeburg, 520) Söhnchen des Hrn. Simon Sern au in Halle a. d. S. (mitgetheilt von Hrn. Mohel Joseph Dessauer in Halberstadt). Berichtigung. Nr. 48, Rubrik 481, soll es nicht Jacob Mayer, sondern Jacob Mager heißen, ebenso daselbst statt mitgetheilt von A. Mayer von A. Mager. Feuilleton. Schuld und Sühne. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Hermann, tief erschüttert durch den Schmerz des Unglücklichen, war nicht sofort im Stande, ihm zu erwiedern. Doch als er den Druck im Halse, der ihm das Sprechen unmöglich gemacht, überwunden hatte, trat er näher zu dem Trauernden. „Es paßt sich zwar nicht, daß ich, der Jüngere, der Dir Ehrfurcht schuldet und auch zollt — daß ich mir erlaube ein tadelndes Wort gegen Dich auszusprechen — aber ich glaube doch nicht schweigen zu sollen. — Denn ich glaube nicht, daß man sich derartige Qualen bereiten darf, wie Du sie Dir bereitest. — Was die Tante betrifft — sie ruht in Frieden. — Wer hier aus Erden so gelebt hat wie sie, für den brauchen wir das Jenseits nicht zu fürchten — sie ist glücklich — sie empfängt bereits den Lohn, für all das Gute, das sie hier geübt." Seine Stimme zitterte, er vermochte nicht sogleich weiterzusprechen. Löwenstein ergriff seine Hand und drückte sie heftig. Nach einigen Augenblicken fuhr Hermann fort, aber seine Stimme war bei den ersten Worten noch unsicherer als zuvor, denn er batte seine Cousine geliebt und seit er das Entsetzliche vernommen, war ihr Name nie mehr über seine Lippen gekommen. Doch es galt, ihren unglücklichen Vater zu trösten, er mußte überwinden. „Was aber Leah betrifft — so habe ich die feste Zuversicht — daß sie dereinst zur Einsicht kommen und zu Dir zurückkehren wird — Sie wird zurückkehren", fügte er mit fester Zuversicht hinzu, „ich weiß es mit Bestimmtheit — Sie ist doch noch so jung", fuhr er wiederum leiser fort, „können wir wissen, welcher Täuschung, welcher Verführung sie erlegen ist? — Aeltere, Erfahrerne als sie sind gestrauchelt, wenn die Verführung ihnen genaht. — Aber sie wird zur Einsicht kommen — sie wird wieder zurückkehren — und für sie mußt Du Dich erhalten — umsie dann zu stützen, sie wieder aufrichten zu können." Der Trauernde ließ das Haupt auf die Brust sinken, Thränen entstürzten seinen Augen, es waren die ersten, die seinem gepreßten Herzen eine Art Erleichterung gewährten.