Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1889)
- Date
- 1889-06-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Derselbe hatte eine Empfehlung des Rabbiners seines Landes, sowie des Oberrabbines von Konstantinopel mitgebracht, auf Grund welcher er vom Rabbiner der Tempelgemeinde in Bukarest zu SpendenbewMgungen in lRumänien empfohlen wurde. Eine solche Lifte aus der Stadt Foltischeni, die mir zu Gesicht kommt, weist die Summe von 160 Franken auf. Für die Armuth der Israeliten dieser Stadt ist dies ein bedeutender Betrag. Wahrscheinlich wird der Almosensammler auch andere Länder aufsuchen. — Der frühere Präfekt P. H. Cortazzi und der ehemalige Staatsanwalt G. Pe tr o w an, beide in Dorohoj, sind wegen Amtsmißbrauch zu je vier Monaten Gefängniß und in ooliäum 10,000 Francs Geldstrafe verurtheilt worden. Ich habe wiederholt Gelegenheit gehabt von diesen zwei Stützen der bratianischen Verwaltung gleichzeitig als von den ärgsten Judenschindern zu sprechen. Endlich ist auch ihnen einigermaßen die Zeit gekommen zu fühlen, was sie unzählig und in viel schärferer Weise Anderen durch Bedrückungen aller Art zufügten. — Von Druckfehler-Berichtigungen, namentlich solchen, die wochenlang nachgehinkt kommen, halte ich nichts, da sie, überhaupt wenn es mehrere sind, nur ein unverständliches Zeugniß bilden und wohl selten Jemand sich interefsirt die Zeitungsnummer hervorzusuchen, um den betr. Artikel unter Anwendung oer Berichtigungen nochmals zu lesen. Aus diesen Gründen habe ich es bis jetzt unterlassen zu den in meinen Beiträgen leider vielfach vorkommenden Druckfehlern, nachdem mir die bezügl. Nummer zugekommen, die Correkturen nachzuseuern. Ein scheinbar geringfügiger Fehler aber gibt mir die Veranlassung mit Heutigem so zu sagen eine Generalberichtigung zu erlassen oder vielmehr eine allgemeine Benachrichtigung, daß die in meinen Beiträgen vorhandenen Fehler jeder Art, die allerdings mit Hilfe deS Gedächtnisses sich auf das Richtige zurückführen lassen, nicht von mir herrühren, sondern Lediglich beim Drucken entstanden sind. Es muß mir daran liegen dies einfür allemal festzustellen, namentlich denjenigen gegenüber, die meine Arbeiten später einmal nachschlagen würden zu ihrer Unterrichtung über die rumän.-tsrael. Sachen gegenwärtiger Zeitläufte. Dies gethan, bemerke ich korrigirend, daß in meinen jetzt erscheinenden Aufsätzen „Handwerk und schwere Arbeit bei den Israeliten Rumäniens", TV. „Israelit" Nr. 46/47 die Note 2 nicht „do." (d. h. nach dem Amtsblatt), sondern blos „pro 1888", d. h. (wie es im Text heißt: „nach Angabe" oder) nach meinem Korrespondenten in Roman. So geringfügig die Sache aussieht, ist darin ein großer Unterschied. Von unserer offiziellen „Statistik" halte ich bekanntlich nichts und darum habe ihr, weil ich sie hatte, die Ziffer meines Gewährsmannes gegenübergestellt, nach welcher ich dann die Berechnungen angestellt habe. Nichts für ungut! Rußland. Aus Warschau vom 10. d. wird uns berichtet : Vorgestern verließ nach dreizehntägtgem Aufenthalte der Schah von Persien Warschau. Die unlängst aufgetretenen Gerüchte von einer nicht guten Behandlung der Juden in Persien, welche auch dem Daily Telegraph aus Wien telegraphirt wurden, sind ganz unwahr; bei einem Besuche, den der Unterrichtsminister Hassan Khan in Warschau dem hiesigen jüdischen Prediger Dr. Chlkow abftattete, erwähnte der Prediger der Gerüchte, welche der Daily Telegraph gebracht hatte. Darauf erwiderte der Minister: „Glauben Sie an all das nicht; mein Souverän, der Schah, sowie die Personen, welche seine Regierung repräsentiren, kennen keine Glaubensunterschiede und behandeln alle Unterthanen ganz gleich." Amerika. New-Aork, 11. Juni. Bekanntlich hat die Congreg. „Schars Schomajim" ihre Synagoge in der Rivington - Street verkauft*) und ist nach der oberen Stadt gezogen. Samstag den 8. d. Mts. hat genannte Congreg. ihren Gottesdienst zum letzten Male in dieser von ihr seit vielen Jahren benutzten Synagoge abgehalten. Der berühmte Cantor und Verfasser des Werkes „Pinkes Pesnach", Rev. P. Hast, fungirte als Vertreter und hat mit seiner heroischen Stimme und vorzüglich musikalischem Talent bei allen Zuhörern ungetheilten Beifall gefunden. Er hat auch die beste Aussicht, daß die in der Congreg. vacante Cantorstelle durch ihn besetzt wird. Feuilleton. Schuld und Sühne. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) „Aber bei welcher Gelegenheit habe ich denn zum ersten Male den Hut vor der Kleinen abgezogen? — vermuthlich hatte ich zuviel getrunken." „Das kann wirklich möglich sein, wenigstens bist Du aus unserem Schankzimmer gekommen, bist längst der Fronte unseres Hauses dem Walde zu- *) An wen? zu welcher Bestimmug, mit welcher Erlaubnih? Red.