Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 46-47 (12.6.1889)
- Date
- 1889-06-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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791 WafirHeit und Hrug. Von Isaak Hirsch. I. r6xn niyon b nx wyn t&\ wn 01 „Wenn Ihr in den Jrrthum gerathen solltet", also heißt es in deui dieswöchentlich zur Verlesung gelangenden Abschnitt des Gotteswortes, „wenn Ihr in den Jrrthum geratheu solltet, daß Ihr nicht mehr alle diese Gebote zu erfüllen hättet, die Gott zn Moses gesprochen, Alles, was Gott euch durch Moses geboten von dem Tage, daß Gott Gebote ertheilt hat und weiter zu euren Nachkommen." Es schaut demnach das Gotteswort auf eine Verirrung hin, welche in der Leugnung der ewigen Verpflichtung zur Erfüllung aller der Gebote gipfelt, die Gott Israel für alle Zeiten zur unverbrüchlichen, gewissenhaftesten Beobachtung gegeben. Es spricht das Gotteswort von dem nimi b bv b'<y npns, von dem Wahne, der Verbindlichkeit zur Befolgung aller Gebote des Judenthums sich entschlagen zu können, von dem hochmütigen Dünkel das Gesetz meistern und in anmaßender vermeintlich „wissenschaftlicher Kritik" das Judenthum und seine heiligen Urkunden bekritteln zu können, indem man mina d*jd nbso, den Maßstab seines kleinen Verstandes an das Gottes- und Prophetenwort legend es nach Willkür deutet und korrigirt: idin n'riw ntwo po ’sn hut nnjN2 tenn ttfb’S nrvn j/jorn nttftb ib rpn no *). Und es spricht das Gotteswort sogar von dem Falle, wenn eine solche Abirrung nicht von einem Einzelnen, oder in einem Kreise von Ungebildeten und Unwissenden D»Dv*in, sondern sogar von der Elite des Volkes, von den höchsten Gesammtheitsrepräsentanten, von dem myn vy von dem yi rra brm, begangen wäre, und es weist uns den Weg zur Sühne des Jrrthums, dieser Neigung zur heidnischen Anschauung und zur Vollziehung von heidnischen Kultushandlungen. Im ip2 p id hat das ganze Volk, welches durch diesen Verirrung seiner höchsten Vertretung dem unjüdischen Wahne zu verfallen drohte, hat ein jeglicher Stamm seine volle ungeteilte Kraft, im nroo seine gesummte materielle Existenz und in “jdj sein höchstes irdisches Glück Gott durch die treue Erfüllung des einzigen jüdischen Lebensberufs in der wandellosen Treue gegen alle Gebote Gottes zu weihen, und im nxan zu geloben: „nicht wieder gedankenlos hinabzusinken von der Höhe, aus welche Gott uns gestellt und i'M-Festigkeit allen uns von unserem Lenker und Leiter weglockenden Versuchungen entgegenzustellen." *) ntm tu nvyn iwe psm, heißt es aber weiter: „Die Person jedoch, die es mit gehobener Hand thut, von Eingeborenen oder aus der Fremde Eingetretener Einer, der spricht damit Gottes Lästerung aus, und diese Seele wird entwurzelt aus ihres Volkes Mitte; denn ein Wort Gottes hat er verachtet, hat ein Gebot von Ihm unwirksam gemacht, entwurzelt, entwurzelt wird diese Seele, ihre Sünde kehrt wider sie." Wer hdi io „mit gehobener Hand" D’jorfc, aus Uebermuth, in Verleugnung seiner Verpflichtung zur Erfüllung eines Gebotes dieses Übertritt, wer die Göttlichkeit auch nur eines Satzes in dem Gottesworte in Abrede nimmt baw3) 1-ids xb& NI piDDD pn treten p nba minn >2 1VX hd 'i im '2 o iDsy ’dd twü „wer die Göttlichkeit der ganzen Thora anerkennt, aber einen einzigen Satz davon ausnimmt, von welchem er behauptet, nicht Gott, sondern Moses habe diesen aus eigener Willkür ausgestellt, der hat das Gotteswort verachtet, pn d’dkm p minn b iön bsxi nn 'i im '2 xn m n tv.isd ni i"pD nr pnpno ja wer von der unmittelbaren Göttlichkeit des gesammten Gotteswortes auch nur einen Ausdruck, oder die Gültigkeit einer durch die als »j»dd nmb nabn überlieferte onn nnu mw nno festgestellten Gesetzesbestimmung leugnet, der hat das Wort Gottes verhöhnt. Er hat jn Bezug auf seine Micht Gott den Gehorsam gekündigt, hat ein Wort sich gegenüber für unwirksam gemacht; „Gottes Gesetz bleibt in seiner heiligen Unantastbarkeit bestehen, aber auf ihn fällt sein Verbrechen zurück: er hat mit der Höhnung des Gesetzes sich um seine Zukunft gebracht: .12 ruiy wnn »wn min rron" (Hirsch's Kommentar zur Stelle.) Sollten wir uns nicht unter dem Einflüsse dieses Gesetzeswortes fragen, wie denn wir, wie unsere Zeit zu Gott und Seinem Worte sich verhalten, ob wir uns frei wissen von einer solchen Verirrung, ob unsere geistige Elite, unsere Leiter und Führer und Lehrer nicht dem heidnischen Wahne verfallen sind, ob keiner von uns .ivi Y2 „mit erhobener Hand", v'y2i^, in prinzipieller Mißachtung und Auflehnung by pns sich von der gewissenhaften Befolgung des Gesetzes oder eines Theiles desselben emancipirt, niemand von uns mina D’Js nb» robo, das Gesetz umdeutet und auslegt nach seinem Belieben-? Sollten wir uns und unsere Zeit nicht einer solchen Prüfung unterziehen namentlich in dem gegenwärtigen Augenblicke, da die Töne des Schabuothsestes noch in unserer Seele nachklingen? 1) äu 'i mrvi2 2) Hirsch's Commentar zu V2 ,1"2 12122 3> pnruD