Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 44-45 (3.6.1889)
- Date
- 1889-06-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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lassen, von jeglicher Anerkennung und Billigung, ja vor jeglichem Schein einer Anerkennung und Billigung des Prinzips der Gesetzwidrigkeit in Acht zu nehmen, auf daß wir nicht den Abfall fördern und durch unsere Anerkennung und Billigung an ihm theilnehmen. vrny nw ns&w 'n min: iri&nn “pn »D’ion niw -ipt? — ,»rorw “jmim »nio» crsyD — ,irmtnT 2b b22 .raynsi 'mm Das Heil findet seine Förderung nur in der Lehre Gottes, in der treuen Mahnung der Zeugnisse Gottes, in der vollen Hingebung an Gottes Willen. Alles Schwankende, Halbe, Unentschiedene ist mir verhaßt, nur die Lehre Gottes ist meiner Seele Freund; ich hasse die Lüge und verabscheue sie.*) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. Der Schah von Persien ist bereits in Rußland zum Besuch des Kaisers von Rußland eingetroffen und beabsichtigt sämmtltche europäische Höfe zu besuchen. Wir möchten bei dieser Gelegenheit den sämmtlichen Vorständen der jüdischen Gemeinden Europa's, deren Städte der Schah von Persien besuchen wird, bitten, die Gelegenheit zu ergreifen, um eine Audienz beim Schah von Persien nachzusuchen und wegen Verbesserung der Lage der Juden Persiens vorstellig zu werden, insbesondere möchten wir die Aufmerksamkeit der Alliance Jsraslite zu Paris, der Anglo Jewish Association zu London und der löbl. Gemeinde - Vorstände zn Berlin und Wien auf diese edle Sache lenken. Italien. Mantua, im April. Anläßlich des jüngsten Geburtstages unseres vielgeliebten Königs Humbert rrr hat der hiesige Bischof unsere Stadtbehörde darauf aufmerksam gemacht, daß er sie nicht zur kirchlichen Feier im Dome empfangen werde, falls sie dann auch, wie es schon üblich, in die Synagoge gehen wollten. Natürlich erklärten sich die klerikalen Organe Italiens mit diesem Vorgänge des Bischofs *) Während der Veröffentlichung dieser Abhandlung sind mir manche anerkennende und zustimmende Kundgebungen geworden, für welche ich hiemit freundlichst danke. Dieselben haben mich umsomehr erfreut, als sich auch unter ihnen einige befanden, die aus dem Kreise von Mitgliedern des Bene-Berith- Ordens stammen. Ich habe übrigens auch Zuschriften empfangen, welche nicht gerade in schmeichelhafter Weise sich über mein Auftreten gegen den U. O. B. B. aussprechen. Auch über deren Empfang sei hiermit quittirt. Ich gebe den Verfassern dieser Schreiben anheim, eine ernste Widerlegung zu versuchen. Hohe Phrasen und leere Rodomontaden machen keinen Eindruck. vollkommen einverstanden. Daraufhin erlaubte sich die „Capitale", das Leiborgan der Radiealen, Atheisten und Anarchisten in Rom, ihre Wuth über den fanatischen Bischof durch folgende Worte Lust zu machen. „Jedes Jahr findet in Mantua, schreibt sie, an diesem Tage eine lächerliche Comödie statt, indem die Staats- und Stadtbehörden, nachdem sie im Dome den Gott der Christen angebetet haben, sich in die Synagoge begeben, um dort wieder den Gott Israels anzurufen." Der „Corriere Jsraelitico" ist nun der „Capitale" die Antwort auf diese Blasphemie nicht schuldig geblieben und erinnert er sie daran, daß ja auch die Christen den Gott Israels anbeten und unterscheiden sie sich nur dadurch vor den Juden, daß sie dem Verkünder ihrer Religion eine göttliche Abstammung zuschreiben. Sonst aber beten Juden und Christen denselben Gott an. Rumänien. Dr. C. Bukarest, 24. Mai. Nach einer geraumen Zeit nehme ich meine Berichtsthätigkeit wieder auf. Der am nächsten liegenden Veranlassung entsprechend, will ich von unseren Osterfeiertagen her mittheilen, daß unter den Auspicien des hiesigen Tempelgemeinde-Komites, an dessen Spitze sich Herr I. I. Schönfeld befindet, eine Kommission gebildet wurde, welche 2704 Francs sammelte und an die israelitischen Armen von Bukarest vertheilte. Dieselbe Kommission sorgte dafür, daß die in der Hauptstadt in Garnison liegenden israelitischen Soldaten rituelle Kost erhielten. Wie voriges Jahr geschah dies im „Barasch"-Saale der Gemeindeschule zweimal täglich und zusammen 17 Mal. 68 Soldaten waren es im Maximum, die 933 Portionen erhielten; dieselben waren zumeist aus der Moldau. Die Speisung geschah unter den üblichen von den Soldaten verrichteten Tischgebeten in größter Ordnung und es wurden ferner am Tage des 50. Geburtstages des Königs (20. April N. St.) auf diesen, die Armee und die Regierung in patriotischer Weise Toaste ausgebracht. In diesem Jahre wurden auch von der sogenannten „Großen Synagoge" 10 und von der im Hause des Herrn A. E. Gerster befindlichen Synagoge 5 isr. Soldaten bewirthet. Das vorjährige Beispiel der Tempelgemeinde hat demnach gute Nachahmung gefunden. — Auch die Bürgermeisterei hat insofern Theil an unserer Festesfreude, als sie nach einer vom Director der isr. Gemeindeschule, Herrn Dr. Beck, einverlangten Liste 20 arme israelitische Schüler mit Kleidung versehen hat. Diese Kleidung entnahm sie von den 221 Anzügen, welche ihr unsere Glaubensgenossen, die Garderobenfabrikanten A.