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Der Israelit · 1889-05-30 · Heft 43 (30.5.1889) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 43 (30.5.1889)
Date
1889-05-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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751 Worte mit bett folgenden acht Wörtern des Verses stehen, von denen Heidenheim sagt, daß es nui«6 nxraj brn „in der Bibel vorkommende Ausdrücke für Profetie seien." Außerdem ist zu bemerken, daß diese Krönung der Buchstaben bereits vorher unter dem Buchstaben Yd1? erwähnt wird, wie Heidenheim ebenfalls in seinem Kommentar angibt. Ich glaube daher, daß hier ein alter Schreibbeziehungsweise Druckfehler vorliegt. 2 3) Bei dieser Annahme stütze ich mich aus einer Stelle im Bereschith Rabba Cap. 44.- jnn .inim nanpj tiunrö mry 'idi »na htdn nun neun. Derselbe Ausspruch findet sich im Jalkut z. St., im m nw Kap. 34, im Midrasch mwna mjN Cap. 14 im Midrasch mn III, 4. An jeder dieser Stelle werden zehn Ausdrücke für twoi oder vnpn rvn aufgezählt, aber stets mit einzelnen Varianten. Jedoch an keiner dieser Stellen werden alle acht Ausdrücke, wie sie unser Pijut aufzählt, angeführt. Wir müssen daher annehmen, daß der Verfasser unseres Pijut, eine Midraschstelle kannte, welche diesen Ausspruch in anderer Fassung wiedergab, so daß die angefühten acht Ausdrücke vollzählig darin vorkamen, wie ja auch Heidenheim bemerkt vn rooaj bv riuirrh. Wenn nun dies feststeht, so kann es weiter keinem Zweifel unterliegen, daß auch die ersten zwei Worte des Verses hnidj bv nuns6 sein sollen, wodurch denn die Zehnzahl der Ausdrücke voll gemacht wäre, denn es ist doch nicht anzünehmen, daß der Verfasser des Pijut, nur acht dieser Ausdrücke anführen und zwei auslassen werde. Welche zwei Ausdrücke für jwdj haben wir nun in den beiden Wörtern nn nv'vy zu suchen s Betrachten wir noch einmal die angeführte Stelle im Midrasch Rabba und im Jalkut, so finden wir gleich am Anfang das Wort yitn angeführt. Wem fällt nicht sogleich ein, daß auch an unserer Stelle statt inn das Wort ]m gelesen werden muß? Ein Wort, welches ja, wenn Ausdrücke sür hndj zusammengestellt werden, nicht fehlen darf, da es ja nächst der häufigste Ausdruck firr Profetie ist. Und ebenso einleuchtend ist es hernach, daß nv'vyfür das im Midrasch nächstfolgende neon steht. Unser p”B brauchte ein 'y als Anfangsbuchstaben für seinen Vers, weil er in der Reihenfolge des Alphabetes bei diesem Buchstaben hält. Da nun unter diesen zehn Ausdrücken kein einziger mit 'y beginnt, so hat er nach Art der von der poetischen Lieenz Gebrauch gemacht und aus nDton ein Wort nd'vy gebildet. Unsere 2) Der Fehler, wenn ein solcher vorliegt, muß schon sehr alt sein, denn er findet sich bereits in den verschiedenen Machsorhandschriften der hiesigen kgl. Bibliothek, die ich zu diesem Zwecke eingesehen habe. 3) Vergl. z. B. in den nnrndt zum ersten Tage niyiDB' Stelle muß demnach mit E. 'im rum r6na ,\m ,rß’By gelesen werden. München, yb. Dr. H. E. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzeu. Deutschland. Berlin, 27. Mai. Anknüpsend an meine ersten Zeilen, welche Ihnen den schmerzlichen Hintritt Samuele Alatri's meldeten, will ich heut einige Einzelheiten aus dem Leben dieses vortrefflichen Mannes mittheilen. Geboren am letzten Adartage 1804 als der Sohn des allgemein geachteten Jacob Vita Alatri, erlebte der Verblichene in seiner Kindheit die erfreulichen Tage des französischen Regiments, welche bald der mittelalterlichen Schreckensherrschaft Leo XII. und Gregor XVI. Platz machten. Frühzeitig in den Dienst der Oeffentlichkeit tretend, gehörte er 60 Jahre lang der Verwaltung der jüdischen Gemeinde zu Rom, zuletzt als Ehrenpräsident, an; mit rastlosem, nie ermüdendem Eifer weihte er sich den Interessen seiner Glaubensgenossen, bei allen Deputattonen an den Pabst war Samuele Alatri Mitglied oder Sprecher. 1848 wurde der Verblichene in die Stadtvertretung gewählt und von diesem Jahre an datirt seine öffentliche Thättgkeit für Stadt und Staat. Ganz besonders entfaltete sich hier sein finanzielles Genie, bald wurde er Kämmerer der Stadt, und seine Jahresberichte fanden durch ihre Klarheit und Präciston allseittge Bewunderung. In der zwölften Legislaturperiode wurde er in das Parlament gewählt, wo er als das hervorragendste Mitglied der Commission für die Prüfung der staatlichen Finanzen galt. Er gehörte der gemäßigten Fraktion an, verleugnete indeß nie auch der Regierung gegenüber Standpunkt und Ueberzeugung. Bald trat er als Provinzialrath in die Verwaltung der Laue«. romana, der Sparkassen und vieler anderer Institute ein: der König lohnte seine Verdienste durch mannigfache Auszeichnungen, er ernannte ihn zum Commendatore und zum Großosfizier des Kronenordens. Trotz aller äußeren Ehren aber hatte er ein warmfühlendes Herz für die Interessen seiner Glaubensgemeinschaft; wo es galt, zu helfen und zu wirken, stand Alatri in der Reihe der Ersten; die Bestrebungen eines Montefiore, Mocatta, Albert Cohn, Rothschild und anderer begeisterungsfroher Vorkämpfer der die Wortbildung j'viv ruPDN st. ruppn; ferner muy statt mjnn, weil der ]ü”C im ersten Falle ein 'kt, im zweiten ein 'y brauchte.

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