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Der Israelit · 1889-05-27 · Heft 42 (27.5.1889) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 42 (27.5.1889)
Date
1889-05-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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742 2000 Familien, 10,000 mit den gemuthmaßten 842 nichtverheiratheten Gesellen 10,842 Seelen ausmachen, was bei einer israelitischen Bevölkerung von 25,000 Seelen8) einen ganz riesigen Prozentsatz an Handwerkerstand — als solcher ist ja die Schlußziffer zu betrachten — ausmachen würde. Schon allein die Zahl 2842 Seelen bei 25,000 Seelen ergibt einen Satz von 11.37 °/0 an wirklichen, an thäLigen Handwerkern; notwendig aber müssen ihre Angehörigen ihnen zugezählt werden, da die Besitzer der Werkstatt, bezw. die verheiratheten Personen, auch die Ernährer ihrer Familien sind und diese zur Zahl der israelitischen und der Gesammtbevölkerung der einzelnen Lokalitäten gehören, auch eine besondere Thätigkeit nicht haben und für sich nicht erwerben. Bei der Frage ferner, ob die Förderung des Handwerks in Rumänien nöthtg oder erwünscht ist, kommt sicher erst in Betracht, ob dasselbe auch Fortkommen findet, ein Fortkommen, daß man auch Frau und Kinder ernähren kann, die naturgemäß und ganz besonders nach mosaischem Gesetz zu den primitivsten und zugleich vornehmsten Lebensbedürfnissen zu rechnen sind. Nimmt man nun die Zahl 10.842 als Grundlage des Vergleiches zur israelitischen Stadtbevölkerung von reichlich bemessen 25,000 Seelen oder, was gleich, 2068 gegen die Gesammtzahl von 5000 Familien, so ergibt sich trotzdem das überraschende Resultat von 43.36°/0 an israelitischem Handwerkerstand in der Stadt Jassy. Diese 43.36stellen den wirklichen, mir bekannten und hier einzeln aufgeführten Stand der gelernten Handwerksfamilien vor. Nach den vorhergegangenen thatsächlichen Angaben und Ausführungen aber muß noch eine bedeutende Zahl anmanu'llenArbeitern bezw. Handlangern und Hilfspersonen hinzukommen, als da sind: die Frauen und Mädchen, welche in den Schneider rc.-Werkstätten thätig find, die Per- *) In früheren Jahren konnte man 25.000 rechnen; aber starke Auswanderungen nach Amerika, Türkei rc., sowie Uebersiedelungen nach Bukarest haben diese Bevölkerung so fühlbar vermindert, daß ste setzt wohl nur etwa 17.000 sein wird. Nur um mich von jedem Vorwurf freizuhalten, laste ich mit Absicht die größere Bevölkerungszifser bestehen und mache durch Abzug von nichtverheiratheten Gesellen eine kleinere Handwerksseelenzahl. In Wirklichkeit aber habe ich s. Z. berichtet, daß pro 1896 allein aus Newyork und nach Jassy 4000 Gratulationen zu Rosch Haschana eintrafen, und nach einem in der „Revista Jsraelita" publtzirten Briefe eines Emigrirten datirt 20. Januar a. c. sollen in Newyork allein 1500 Familien fast alle aus Jassy sein. Wollen wir diese allein, in Seelen 7500 abziehen, ohne die nach anderen Städten, namentlich Europa'8 Gegangene zu berücksichtigen, so ergibt sich schon danach, daß die israelitischen Einwohner Jassy's in Seelen nur 17.500 sein können. sonen, die in den Staats- und Privat-Fabriken Beschäftigung haben und schließlich diejenigen, welche schwere Gewerbe oder dem Handwerk verwandte Thätigkeiten ausüben, deren Gesammtzahl mir unbekannt und in dem Berzeichuiß nicht angegeben, aber vorhanden ist. Die Zahl dieser Arbeiter zu kennen, wäre ebenfalls von großem Interesse, denn ist es klar, daß je größer die Summe der Arbeiterklasse in den verschiedenen Unterabtheilungen und Klassifikationen unter den Israeliten Rumäniens ist, desto kleiner ist die Summe derjenigen von ihnen, die sich mit Handel oder Zwischengewerbe (wie Vermittelung) abgeben; desto größer ist ferner die Neigung vom bloßen „Arbeiten" zur Ausübung eines bestimmten „Handwerks" in Selbstständigkeit, als Werkstattinhaber, überzugehen — darum dann vermehrte Konkurrenz —, desto kleiner endlich ist die Zahl der nur zu nothwendigen gebildeten Elemente. Um wie viel immer aber der feststehende Prozentsatz von 4336 dann höher käme, würde es gar nichts Verwunderliches sein, denn namentlich die eigentlichen, die ausübenden Handwerker stellen nicht blos das Verhältniß zur israelitischen Bevölkerung von hoch präsumirt 25000, sondern auch den Handwerker-Bestand der G esa m m t bevölkerung der Stadt Jassy von ca. 83,000 Seelen vor. Von letzterer aber bilden die israelitischen Handwerksfamilien noch 1307 Prozent — wohlgemerkt reines Handwerk, ohne schwere Gewerbe u. s. w., ohne „Arbeiter" und Handlanger, (Hilfspersonen), ohne Frauen und Mädchen. Die israelitischen Handwerker arbeiten eben für den Bedarf der ganzen — auch christlichen ■— Bevölkerung und bilden den Handwerkerstand überhaupt. Die paar christlichen Schuhflicker, Schmiede und andere unbedeutenden Gewerbe, die paar pariser und wiener christlichen Modisten und Schuhmacher und die im Laufe der Jahre aus den Handwerksschulen des Staates, (in welchen Israeliten nicht zugelassen werden) hervorgegangenen christlichen Handwerker, die sich nur in wenigen größeren Städten vorfinden, sind Alles in Allem noch so gering an Zahl, daß sie gegen unsere Glaubensgenossen nur sehr relativ in Betracht kommen können, wobei ich hinzufügen darf, daß ganz zuletzt der Letzteren Arbeit, weil besser und billiger, von Christen vorgezogen wird. (Fortsetzung folgt).

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