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Der Israelit · 1889-05-27 · Heft 42 (27.5.1889) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 42 (27.5.1889)
Date
1889-05-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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m XXX. Jahrgang. Be>lageM.M42 ö es „Israelit"L„Ieschurim". Leitenver Artikel. KandwerK und schwere Kröeil bei den Israeliten Rumäniens. Vergleichende Studie zu deren Bildungsstand und -Bedürfniß. Von Dr. Elyiee If. Corman. *) III. Die gegebene Liste ist nur die Mindestangabe, denn jedenfalls ist sie nicht vollständig; es fehlen z. B. Glaser, Steinmetze, namentlich für Mazewoth, Graveure, Stein- und Buchdrucker, Posamentirer, einzelne Wäschnäherinnen und Putz- (Hut-) Macherinnen, die wie alle, welche mir bekannt sind, ausschließlich von Israeliten ausgeübt werden. Außerdem fehlen die sch w e r e n Gewerbe der Lastträger*) (als regelmäßige Beschäftigung nur von Israeliten getrieben), ferner Droschken-, Pritschen-, Ueber Landwagen- und Lastfuhrwerks-Kutscher, Wasserfahrer und -Trägers u. s. w. Auch solche, die sich mit der H e r st e l l u n g von Produkten der Viehzucht befassen, gibt es. Denn bei der großen israelitischen Bevölkerung, der die „Reform" unbekannt ist, werden z. B. die Milch und ihre Produkte, Butter und Käse, von israelitischen Verfertigern auf den Markt gebracht, die ihre eigenen Kühe zc. warten. Ebenso ist es mit Geflügel und seinen Erzeugnissen, welches ausschließlich lebend, zum Theil allerdings auch durch christliche, d. h. bäuerliche Händler verkauft wird. Die Mühlenfabrikate sind ebenfalls israelitisch. Meist sind es Pferdemühlen, *) Ohne volle Ueberschr ist ist jede Reproduktion untersagt. YSie werden im Jargon nur „Träger" genannt und in Wahrheit besteht ihre Thätigkeit darin, daß sie bei Wohnungsumzügen oder den Kaufleuten im Auf- und Abladen von Möbeln und Maaren Dienste leisten, Kisten und Ballen ein- und auspacken und an andere Stellen tragen, bei den Eisenbahnen die Waggons rangiren u. dgl. m. In Deutschland würden sie wohl in die Kategorie von „Arbeitsmann" zu stellen sein, da „Dienstmann" nur leichte Dienste thut. Wie die Hafenarbeiter in Konstantinopel, besitzen die israelitischen „Träger" in Rumänien eine Riesenkraft und es ist erstaunlich zuzusehen, wie ein solcher ein schweres, eisernes Geldspund mittlerer Größe, einen sog. „Wertheimer", auf den Rücken nimmt und mit Leichtigkeit beliebig wohin trägt. Dabei ist ihre Belohnung nur eine kärgliche und sie führen ein sehr mageres Leben. *) Das Trink- und Waschwasser wird — nächst vorhandenen fließenden Brunnen — in Fässern auf den Straßen herumgeführt und unter dem Ausruf „Wasser, Wass-er" (in Jargon- Jüdisch) in kleinen Fäßchen verkauft. die von unseren Glaubensgenossen, ich könnte sagen, ausschließlich betrieben werden. Die Unsumme der Mehl-, und besonders Graupenarten, welch' letztere spezifisch israelitische Speisen sind, werden von, hauptsächlich für Israeliten erzeugt. Die Branntweinbrennereien sind eine weitere Thätigkeit dieser. So ließe sich eine große Anzahl von Beschäftigungen aufzählen, die theils reines Handwerk, thells als Mittelding zwischenHandw erk und Handel, ihrer Natur nach dem Er st er e n (als Handa rbeit) zugezählt werden müssen und mehr oder weniger ausschließlich in den Händen der Israeliten sich befinden, theils als Besitzer, theils als Arbeiter, theils als Beides. In der neueren Zeit sind auch eine Anzahl industrieller Etablissements oder größere Arbeitsstuben entstanden. So gibt es in Jassy auch 1 Stricke-, 1 Stuhl-, 1 Leder-, 1 Wäsche-, 3 Kravatten-, ein paar Schirm-, Cigarettenpapier-, Kartonage, zc -Fabriken, die Israeliten gehören. Die Fach- und Vorarbeiter sind meist Deutsche bezw. Oesterreicher, die anderen Arbeiter sind Israeliten. Allein die Wäschefabrik hat 100 Frauen und Mädchen, die in der angegebenen Liste nicht fiquriren. Zu diesen allen kommen die israelitischen Arbeiter in der Tabaksfabrik des Staates, als: Sortirer, Verpacker, Klempner u. f. w., männliche und weibliche Personen; (auch Arbeiter in anderen Staatswerkstätten gibt es, z. B. im Arsenal — in Bukarest und bei den Eisenbahnen.) Diese Alle bei Seite gelassen, sind die 2842 eigentliche Handwerker, die ich aufgezählt habe, natürlich Meister bezw. Werkstätten, nämlich Familien. Gesellen sind nur bei den Bäckern erwähnt, aber das meist vertretene Gewerbe der Schneider arbeitet auch blos mit Frauen und Mädchen, deren Zahl in der Liste nicht angegeben sind; die anderen sind entweder kleine Meister, die allein arbeiten, oder mit auch verheiratheten Gesellen. Ich will indeß ein Uebriges thun und von der Hauptsumme, die 842 — was bei dem als Kleingewerbe anzusehenden Gros des Handwerks eher zu hoch gegriffen ist — für nichtverheirathete Hilfsarbeiter abrechnen und sie dann zu den verbleibenden rund 2000 Familien als Einzelpersonen hinzurechnen, um die Summe der gesammten Personen zu erlangen, die im Handwerk sich befinden. Dies festzustellen ist sehr wichttg, denn nach der üblichen statistischen Durchschnittsberechnung würden

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