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Der Israelit · 1889-05-09 · Heft 37 (9.5.1889) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 37 (9.5.1889)
Date
1889-05-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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r* 659 sie dort zll wahrhaften, frommem omn» zu erziehen irsn “lya ’dtiö '-i NVM r6yir6! Möge der Allgütige dies schöne Vorhaben mit bestem Erfolge begleiten, 'm nyu \m! Wilhelm Freistadt. Budapest. Das neue isr. Spital, welches in seinen äußeren Partien nahezu vollendet ist, liegt im Nordwestcn des Stadtwäldchens, inmitten einer von einem hübschen Gitter umfriedeten Gartenparterre und besteht aus vier stattlichen, einstöckigen Pavillons im Rohbaustyl, die mittelst gedeckter Gänge mit einander verbunden sind. Es ist nach den Plänen des Architekten Freund erbaut, kann sehr bequem 150—160 Betten fassen und kostet beiläufig 500,000 Gulden. Die eingehende Besichtigung desselben belehrt uns, daß dieses Gebäude der idealsten Anforderung entspricht. Fast könnte man sagen, das Spital sei verschwenderisch gebaut. Licht, Luft und Raum in solcher Fülle, wie sie der reiche, verwöhnte Patient in seiner privaten Behausung kaum zu finden vermag. So sind z. B. für je einen Patienten 12 Quadratmeter Raum und 50 Kubikmeter Luft berechnet. Dabei ist allen Anforderungen der modernen Wissenschaft — von der sinnreichen Fensterverschlnßvorrichtung bis zur Niederdruck -Dampfheizung — die weitestgehende Rechnung getragen. Das Spital, welches aus einer internen, chirurgischen und Augenklinik, sowie aus sehr ausgedehnten Räumen für ambulante Patienten besteht, wird im Oktober seiner Bestimmung übergeben. Zur Besichtigung desselben erschienen am 27. April Bürgermeister Gerlozie, Baudirektor Lechner, Oberphisikus Dr. Gebhardt, Spitalsdirektor Professor Müller und Oberbuchhalter L a m p l. Die Gäste wurden vom Spitalsdirektor Pro f e s s o r D r. B ö k e, dem Primachirurgen Dr. B ar o n, dem Architekten Wilhelm Freund und den Mitgliedern des Baukomitv's empfangen und sodann durch sämmtliche Räume des prachtvollen Institutes geleitet. Direktor Böke begrüßte die Gäste mit einer kurzen Ansprache, in welcher er die Geschichte des Spitalbaues skizzirte, wies darauf hin, daß das neue Krankenhaus selbst den idealsten Anforderungen der Wissenschaft und der Hygiene entspreche und erbat für das humanitäre Institut das Wohlwollen der Hauptstadt. In längerer Erwiederung führte Bürgermeister Gerlozie aus, er habe als Präses der Spitalsuntersuchungskommission wiederholt Gelegenheit gehabt, sich von der Opferwilligkeit der israelitischen Gemeinde zu überzeugen. Es freue ihn, daß dieselbe nunmehr einen Bau errichtet, in welcher der leidenden Menschheit zum Wohle und der Hauptstadt zur Zierde gereiche. Im Namen der Hauptstadt spreche er hiefür der isr. Gemeinde Dank und Anerkennung aus. Redner schließt mit dem Wunsche, daß das Krankenhaus nicht nur ein Stück der Humanität, sondern auch ein Stück der Wissenschaft sein mögel Aus S. A. Ujhely wird dem P. Lloyd geschrieben: „Seitdem ein Theil der hiesigen israel. 8tLtu« guo-Muttergemeinde sich zu einer separaten „autonomen orthodoxen Gemeinde" konstituirte, ist die Muttergemeinde redlich bemüht, die Gemeindeverhälnisse derart zu konsolodiren, daß die Gemeinde-Organisation in Zukunft gegen alle Eventualitäten geschützt sei; den lokalen Zuständen und den Wünschen der konservativen Gemeindemitglieder Rechnung tragend, hat sich der Gemeindevorstand auch veranlaßt gesehen, den auf die Organisation der Gemeinde und die religiösen Institutionen derselben bezüglichen Theil der Gemeindestatuten in der Weise zu modifiziren, daß in den betreffenden Paragraphen deutlich ausgesprochen werde, daß eine Reform der auf dem „Schulchan-Aruch" basirenden Gemeindeinstitutionen selbst in dem Falle nicht vorgenommen werden dürfe, wenn die Modification derselben die Majorität der Gemeinde beantragen sollte. Die in diesem Sinne abgeänderten Gemeindestatuten wurden mm in der am 18. April stattgehabten Generalversammlung der hiesigen iSr. Status guo- Muttergemeinde nach längerer Debatte angenommen. Die Annahme dieses Statuts dürfte überall mit Freude begrüßt werden, da durch einen solchen Beschluß jeder Versuch, einen Keil in die Gemeinde zu schieben, unmöglich gemacht wird. F e ii i U e t o n. Baschok! Skizze von S. HoroWitz in Krakau. (Fortsetzung.) Einige Tage waren verstrichen und Herr Neublum hatte sich von seiner ersten Bestürzung insoweit erholt, daß er Anstalten traf, sein Besitzthum, das oben erwähnte Häuschen zu verkaufen, seine Bücher in Ordnung brachte und über ein zu wählendes Domicil nachdachte. Er war die eigentliche Seele des Geschäftes. Denn der Fabrikseigenthümer, Herr Demeter Bauderoff, ein vielfacher Millionär, hatte seinen Wohnsitz in Moskau und besuchte nur von Zeit zu Zeit seine industriellen Etablissements im Königreich Polen. Bauderoff war ein Emporkömmling, und was er besaß, hatte er seiner Findigkeit zu verdanken. Sein Vermögen hatte er

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