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Der Israelit · 1889-05-09 · Heft 37 (9.5.1889) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 37 (9.5.1889)
Date
1889-05-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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658 trittsversammlung. Herr stud. Rogge, Sohn des Potsdamer Hofpredigers, wurde zum Vorsitzenden einstimmig gewählt. Lei Beginn der Versammlung, die aus 1000 Personen bestanden haben mag, erklärte Herr Rogge nochmals die Tendenzen des Vereins: Deutschthum und Chrkstenthum, — Alles unchristliche sei auszurotten! — Eine große Anzahl neuer Mitglieder wurden ausgenommen, Viele traten aber auch zurück, da sie nicht mit den Prinzipien des Vereines einverstanden. Auch Wilhelm Henpen, der sonst erklärte, kein Antisemit zu sein, wohnte in Gemeinschaft einer großen Anzahl Professoren, Pastoren und Beamten der Versammlung bei. Kein theures Haupt der sonstigen Gesinnungsgenossen fehlte, — sogar Herr Fritzsch war eingeladen! An Herrn Hofprediger Stöcker wurde ein Ergebenheilstelegramm gesandt — und schließlich wurde es Tag beim Glase. K. W. Bereut (Westprenßen), 31. April. Humane, tolerante Gesinnungen, von autoritativen Personen öffentlich geäußert, sind in unserer Zeit als Erscheinungen anzusehen, die beachtet und bemerkt zu werden verdienen. Um so beachtenswerter und bedeutungsvoller sind solche menschenfreundliche Kundgebungen, wenn sie von Männern ausgehen, welche einen maßgebenden Einfluß auf die Heranwachsende Generation auszuüben berufen sind, lieber eine erfreuliche Begebenheit derart ist aus der hiesigen Stadt zu berichten. Am 27. d. M. wurde das hiesige städtische Progymnasium vom Staate übernommen und zu einem königlichen Progymnasium erhoben. Zur Vollziehung des wichtigen Actes traf aus Danzig neben zwei Ober-Regierungsräthen der Provinzialschulrath, Geheime Negierungsrath Dr. Kruse hier ein. Bei einem solennen Festessen, an dem die Beamten und Honorationen der hiesigen Kreisstadt theilnahmen und dei dem auch der hiesige Rabbiner Dr. I. Münz als Religionslehrer des Progymnasiums anwesend war, sprach der Herr Provinzialschulrath Dr. Kruse seine Anschauungen über den Geist, der in der Schule zu walten hat, in einer Weise aus, die bei jeden: unbefangenen, gerade denkenden Menschen Beifall und Zustimmung finden muß. Er hob mit besonderem Nachdruck den Gedanken hervor, daß in der Schule kein Raum für konfessionelle Unterschiede sein dürfe und daß die Lehrer mit dem Beispiele edler Menschenliebe und Humanität den Schülern vorangehen müssen. Diese vom Herrn Provinzialschulrath kundgegebenen Intentionen scheinen sich auch am hiesigen königlichen Progymuasium voll und ganz realisiren zu sollen. Der von der Regierung neueingesetzte Rector des Progynmasiums ist ein humaner, toleranter Mann. Derselbe hat sich dem Rabbiner gegenüber bereit erklärt, allen seinen Wünschen bezüglich des Religionsnnterrichtes Rechnung zu tragen. Bei dieser Gelegenheit sei auch erwähnt, daß der hiesige Rabbiner Dr. I. Münz im Geiste seines Vaters Herrn Dr. L. Münz in Kempen, in streng religiösem Sinne wirkt und daß die Gemeinde seinen Anregungen willig Folge leistet. So wurde allen seinen Wünschen bezüglich Einrichtung des rituellen Bades, wpv, bereitwillig entsprochen. Th. Oeflerr.-Ungar. Monarchie. Wie», 5. Mai. Der durch seine große Gelehrsamkeit auf dem Gebiete unserer hervorragende ijn ’dtid '*1 ist verflossenen Freitag nach langem schweren Leiden aus dem Leben geschieden, und wurde heute unter großer Betheilignng seiner zahlreichen Freunde und Verehrer miapb gebracht. Der Name des Verstorbenen bw ist unfern deutschen Glaubeusbrüdern von seiner Reise, die er vor Jahren nach Deutschland machte, wohl bekannt; es wäre daher überflüssig über den Verlust dieses n"n näher zu sprechen, allein es drängt den Schreiber dieses, der oft seinen Vorträgen in unserem YorD, gr. Schiffg., wo der Verstorbene durch eine Reihe von Jahren D'tnsa Dy 'yd: vortrug, lauschte, seinem Andenken einige wenige Worte zu widmen. Ans den Verstorbenen lassen sich im vollsten Sinne die Worte im 'nw »pns anwenden: pyvv -amen! Wie leicht und fließend kam die min überfeine Lippen, wie klar und durchdringend waren seine Erklärungen. Es war für den Zuhörer ein wahrhafter wsr .wy seinen Vorträgen zu lauschell! Dieser Mund, der so schön rnni sprach, ließ auch im Vethause, gr. Schiffg., zwanzig Jahre seine Stimme erschallen, ich will nur hervorheben, wie erschütternd sein *)pn runai, wie erhebend seine miay auf den Zuhörer wirkte, wie da kein Auge thränenleer blieb! Nun ist der Mund, von dem man sagen konnte: dswö -i:nn 7IQ2N p'12 's für iimitei* verstummt; jeder fühlt die Lücke, die durch den Tod des lyu ’DTio '“i eingetreten, ein Jeder zerdrückt eine Thräne im Auge und spricht man pi -jra! Der omv w vergißt auch der kleinen unmündigen Kinder des Verstorbenen und der Wittwe nicht, denn schon gehen seine Freunde daran, die Mittel herbeizuschaffen, um die beiden kleinen Söhne des Verstorbenen bi, nach Preßburg zu schicken, um

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