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Der Israelit · 1889-05-06 · Heft 36 (6.5.1889) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 36 (6.5.1889)
Date
1889-05-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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637 die mit den hebräischen Ausdrücken vielleicht nicht ganz vertraut sein dürften, über den wirklichen Sinn des Wortes „Chalukah" aufzuklären, mit welchem in jenen „Stimmen" wiederholt versucht wird, die bisherige Unterstützung lächerlich zu machen. „Chalukah" ist nicht etwa, wie jene „Stimmen" es vermuthen lassen, eine lähmende Giftpflanze, deren Genuß einen unbesiegbaren Widerwillen gegen jede geschäftliche Thätigkeit einflöße und gewaltsam zu völliger Faullenzerei zwingt. Nein, und abermals nein! „Chalukah" bedeutet ganz einfach — Ber theiluua, mithin selbstverständlich auch der für die Armengesammtheit Palästinas veranstalteten Sammlungen, aus welchen jedem Einzelnen der ihm entfallende Antheil zur Fristung seiner Existenz verabfolgt wird, ohne ihm damit einen anderen Zwang aufzuerlegen, als die Führung eines streng jüdischen Lebenswandels. Und wenn der „p'2 wv^"-Verein aus seinen Einnahmen dem Einen zur Erlangung eines Gewerbes, dem Anderen zur Fortsetzung seines Geschäfts die Mittel gewährt, so nimmt derselbe gleichfalls eine „Eh alukah"-Vertheilung vor. Und selbst Herr Dr. Salvendi, welcher in Rubrik VIII seiner Spendenverzeichnisse Gaben aufführt, für „höchst würdige und dürftig onaan »nns^n in p"nn" und einen Theil davon z. B. für S. L. und I. B. bestimmt und ebenso aus den in Rubrik IX für „arme Wittwen und Waisen daselbst" verzeichneten Spenden u. A. Feige Levy betheiligt — befleißigt sich dadurch nicht weniger einer „Chal u k a h"- Vertheilung jener Gelder. Eine höhere Rücksicht ist es aber namentlich, welche uns schon jetzt die Feder in die Hand drängt. In der Fortsetzung mehrerwähnter „Stimmen" heißt es nämlich wörtlich: „Die Vorsteher verfügten nach Willkür und Gunst über die eingehenden Gelder." Wäre eine solche Beschuldigung den jetzt lebenden d»jido an den Kopf geschleudert worden, so würden wir Schweigen beobachtet und ihnen selbst die Vertheidigung überlassen haben. Nachdem hier aber die bereits vom Schauplatze ihrer irdischen Thätigkeit abberufenen Vorsteher angegriffen werden, die nicht mehr selbst ihre Vertheidigung zu führen vermögen, und man obendrein, bei dem Umstande, daß diese d’jibd von jeher zu den hervorragendsten Talmudgelehrten gehörten, sich des Vergehens schuldig macht 'Tühn bv jnv'v nrw D’ODn, müssen wir nothgedrungen für die Ehre der im Grabe Beleidigten eintreten und, an der Hand der in unserem Besitze befindlichen Belege, die Erklärung abgeben, daß hinsichtlich der jenen v'nvv von uns zur Vertheilung überwiesenen Gelder, diese Verdächtigung fällig grundlos ist und daher hiermit auf das Entschiedenste zurückgewiesen wird. Amsterdam, Nissan 5649 (April 1889.) Pekidim und Amarkalim der israelitischen Gemeinden des heiligen Landes zu Amsterdam. M. de Lima. B. S. Rubens jun. M. S. Rubens jun. I. L. Lehren. M. I. Goldschmidtson. Zeitungsnachrichten und Correspoudeuzen. Deutschland. Berlin. Der vom Vorstand der hies. Gemeinde eingerichtete allsabbatliche Jugendgottesdienst hat bereits eine charakteristische Einschränkung erfahren. Als die Kinder am letzten Sabbat-Nachmittag zum Gottesdienste kamen, fanden sie, wie man uns mittheilt, verschlossene Thüren und einen Portier, welcher ihnen sagte, daß der „allsabbatliche" Gottesdienst nur alle 14 Tage stattfände. Alle 14 Tage einen Eßlöffel Religion: das religiös kranke Kind könnte sich sonst den Magen verderben! — Am letzten Peßachtage brach in der Kaiserstraßensynagoge während der Predigt des Dr. Maybaum eine Panik aus. Eine Dame, die sich einer Ohnmacht nahe fühlte, rief „Wasser!" Eine zweite mißverstand den Ruf und schrie „Feuer!" Unter wüstem Lärm erhoben sich alle Anwesenden, um hinauszustürmen. Der Redner brach natürlich sofort ab, rief laut „ivn" in die Versammlung hinein, der Chor begann zu singen, und die Erregung legte sich allmählich. — An Stelle des verstorbenen Berliner Rabbiners Dr. Frankel soll ein neuer Geistlicher gewählt werden. Am Peßach begab sich eine Deputation der Gemeindevertretung nach Stettin, um einer Predigt des Rabb. Dr. Vogel stein beizuwohnen und mit dem genannten Herrn, einem geborenen Detmolder, in Unterhandlung zu tteten. Dr. Vogclstein soll dem Vorstande eine Reihe von Bedingungen gestellt haben. (Wie uns telegraphisch gemeldet wird, ist derselbe bereits gewählt. Red.) Italien. Turin, 24. April. In unserer Gemeinde hat sich soeben ein höchst erschütternder Fall ereignet, durch den zwei angesehene und respectable Familien plötzlich in Trauer und Unglück versetzt wurden und der abermals beweist, melche traurige Folgen

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