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Der Israelit · 1889-05-06 · Heft 36 (6.5.1889) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 36 (6.5.1889)
Date
1889-05-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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636 Also der ehrwürdige Herr Expräsident Siegmund Simmel reiste von Berlin ab und traf am Dienstag den 11. Januar 1887 in Alexandria ein, von einer Deputation der weisheitsbedürftigen 27 Kairoaner erwartet, welche ihn noch am selben Abend nach Kairo geleitete, wo er „bei seiner Ankunft am Bahnhofe von sämmtlichen Mitgliedern in recht enthusiastischer Weise begrüßt und auf das Herzlichste willkommen geheißen wurde." Am 16. Januar 1887 „Nachmittags 3 Uhr" wurde von ihm „die Konstituirung der Loge vorgenommen." Ueber die Vorbereitungen und gewiß höchst erbaulichen ernsten Belehrungen, welche der Konstituirung voraufgingen, erfahren wir leider nichts; wir find auf Vermuthungen angewiesen; der Phantasie ist der weiteste Spielraum eröffnet; was mag in der Zeit von Dienstag Abend bis Sonntag Nachmittag in Kairo zwischen dem ehrwürdigen Berliner Weisen und seinen 41 Novizen verhandelt worden sein, bis sie für reif befunden werden konnten, in den großen Orden einzutreten! Leider erfahren wir auch nichts von der „Einweihungs-Cermonie" selbst, sondern nur von dem sich an dieselbe anschließenden Souper, „welches erst gegen 12 Uhr beendigt wurde und Freude und Entzücken allerseits hervorrief." Wie wichtig und bedeutend aber diese Gründung der Maimonitats-Loge zu Kairo aber ist, davon kann sich unsereins nur eine Vorstellung durch die Schlußworte des Berichtes machen, welche also lauten: „Dies dürfte wohl als ein erfreuliches Zeichen anzusehen sein, daß nun me hr für dt e Juden im Oriente eine neue Aera ei »getreten ist, den Geist des Friedens und der Eintracht mit sich führend und dasjenige verwirklichend, was der Orden B'nai B'rith anstrebt und wozu jeder Bruder gelobt hat, mitzuhelfen von ganzer Seele, zum Heile des Judenthums und der ganzen Menschheit!" Begreifen können wir so Großes allerdings nicht! Also weil Herr Simmel aus Berlin nach Kairo gekommen und im Auftrag des Newyorker Executiv-Eomitö eine Loge des B.-B.-O. mit 41 Mitgliedern konftituirt hat, darum find die I uden im Orient in eine neue Aera eingetreten und es wird nunmehr für das Heil des Judenthums und der ganzen Menschheit daselbst Großes gewirkt! Muß doch ein erfreulich bedeutendes Geheimniß in dem Orden stecken, von welchem die Außenstehenden keine Ahnung haben!! Es ist aber durch diese mit der ernstesten Miene mitgetheilte Alfanzerei zur Evidenz dargethan, daß der Orden den Anspruch erhebt das höchste Heileswerk der Menschheit und des Judenthums zu vollbringen, und er hat nicht einmal den vollen Inhalt der jüdischen Liebespflicht, nicht einmal den reinen jüdischen Begriff der Humanität zu erfassen vermocht! (Fortsetzung folgt). Dr. Salvendi’s „Mmmkn uns Ittufoltm iider Ken Peteln sl'L w>2>' Die Fortsetzung des in der Ueberschrlft genannten Artikels in Nr. 295 und 296 der von Herrn Bezirksrabbiner Dr. Adolf Salvendi in Dürkheim herausgegebenen Spendenverzeichnisse vom 18. April d. I. (Extra-Beilage zu Nr. 31 des „Israelit" und „Jeschurun") wurde von uns mit weit mehr Interesse gelesen, als der in Nr. 283 und 284 dieser Verzeichnisse vom 24. Januar d. I. (Extra- Beilage zu Nr. 7 des „Israelit" und „Jeschurun") enthaltene Anfang desselben. Der Grund dieses erhöhten Interesses liegt in Nachstehendem. In einem gegen diesen „Anfang" gerichteten Artikel der verehrlichen Redaction des „Israelit" und „Jeschurun", den dieselbe Nr. 7 brachte, wird nämlich ein ihr zugegangenes Schreiben der Herren Oberrabbiner von Jerusalem angeführt, in welchem dieselben sich in ganz anderem Sinne über den neuen palästinensischen Hilssverein ausfprechen, wie jene „Stimmen" sich vernehmen lassen und seitdem haben die erwähnten Oberrabbinen in einer hebräischen Extra - Beilage zum „Israelit" und „Jeschurun" ihre diesbezügliche Ansicht unter der Ueberschrift „p'LvpvM ^p" der Oeffentlichkeit vorgeführt. Wenn nun, dessen unerachtet, Herr Dr. Salvendi die Veröffentlichung seiner „Stimmen aus Jerusalem" fortsetzte, muß doch wohl angenommen werden, daß dieselben von solchen Männern herrühren, deren Urtheil, vermöge ihrer Gelehrsamkeit und Frömmigkekl, auf Glaubwürdigkeit mehr Anspruch hat, als das der Oberrabbiner der heiligen Stadt. Mit Spannnung sehen wir deßhalb denn auch dem Schluffe jener „Stimmen" entgegen, um endlich zu vernehmen, wer denn eigentlich dieser überwiegenden Autorität sich rühmen kann, da doch Herr Dr. Salvendi gewiß sich von der Schuldigkeit durchdrungen fühlen wird, die Urheber der von ihm dem Publikum vermittelten „Stimmen" am Schluffe derselben mit Namen zu nennen. Schon jetzt aber erachten wir es als unsere Pflicht, diejenigen unter den Lesern und Leserinnen,

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