Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 29 (11.4.1889)
- Date
- 1889-04-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XXX. Jahrgang. Ztveite Beilage ya.MZS i>es„IsraeM"L„Aeschurun". Zeitungsna chrichten und Correspondenzen. Deutschland. Amöneburg. (Hessen.) Heule p»j 't wurde der vorgestern in seinem noch nicht vollendeten 77. Lebensjahre saust entschlafene Großhändler und Kreisvorsteher Herr Abraham Strauß dahier zur ewigen Ruhe bestattet; den Leichenconduct bildete ein überaus zahlreiches Geleite von leidtragenden Israeliten und Nichtisraeliten aus Nah und Fern. Mitinhaber der rühmlich bekannten Großhandlungs-Firma „Gebrüder Strauß" hat er über ein halbes Jahrhundert durch Fleiß, Umsicht und strenge Rechtlichkeit den begründeten Namen und Rus derselben zu erhalten und zu erhöhen gestrcbl. In seiner Familie, in der Gemeinde und in seinem mehrjährig verwalteten Amte als Vorsteher des Kreises, seiner Obliegenheiten und Pflichten bewußt, bat er diesen gemäß stets gehandelt. Gegen Arme und Hilfsbedürftige war er wohlthätig und zwar nicht blos gegen diejenigen, die seine Hilfe und Unterstützung nachsuchten, sondern er war auch bemüht in Nah und Fern sog. verschämte Arme zu entdecken, denen er regelmäßig spendete. Religiösität war stets der Leitstern seines Lebens und Handelns. n*a rrns '’nn moswi na*v lmoa Biblis. Am 31. März wohnte ich der Prüfung in dem unter der Direction des Herrn Dr. V arn aß stehenden Institut in Pfungstadt bei. Ich kann nicht umhin, mitzutheilen, daß die Prüfung auf mich den besten Eindruck gemacht hat. Die Art und Weise der Prüfung, die pünktlichen und richtigen Antworten der Schüler, die ganze Einrichtung des Instituts, wie die Erziehung der Knaben verdienen alles Lob. Die cm aus n»!?n mmoi nnw* ^’&n wurden ausführlich gefragt und beantwortet. Das ist sicher, daß in dieser Anstalt ein echt jüdischer Geist herrscht. B. Haigerloch. Vorigen Freitag, den 5. d. M., hielt der von der hies. Gemeinde einstimmig erwählte Rabbiner seinen Einzug in hies. Stadt. Herr Dr. A. Wolfs, seither in Kurnik in der Provinz Posen, hat am 1. April seine alte Heimath verlassen und an dem obenbezeichneten Tage sein Amt dahier angetreten. Da der Vorstand von der Ankunft des genannten Herrn unterrichtet war, so ist derselbe dem Ankommenden bis zur nächsten Station entgcgengcfahrcu und fand auch alldort eine herzliche Begrüßung statt, die sich alsdann in dem engeren Heinl des Einziehendeu zu einer sympathischen Kundgebung gestaltete, und den neuen geistlichen Lehrer der Gemeinde erkennen ließ, daß man dessen Amtsantritt mit Freuden allseitig entgegennimmt und daß auch mit Hinblick auf diesen wahrhaft freundlichen Empfang das Verhältniß zwischen Rabbiner und Gemeinde ein gutes werden und bleiben wird. In diesem Sinne sprach sich auch Herr Dr. A. Wolfs in seiner glanzvollen Rede aus, die er am vorigen Sabbat vor der zahlreich versammelten Gemeinde hielt. Waren es doch Worte der Innigkeit, reich an Gedankenfülle und geschmückt durch die Wahl des klassischen Ausdruckes, die der Redner seinem Texte: vsbw ppm Dito am« pn« to rTobno »in „Sei von den Schülern Aron's, friedliebend, Frieden stiftend, Menschen liebend und sie zur Thora leitend", ansügte und die so recht erkennen ließen, daß die Gemeinde in ihrem neuernaunten Rabbiner nicht allein einen reich begabten und gebildeten Mann erkoren, sondern auch einen Freund des wahren Friedens in ihrer Mitte haben wird. Möge es ihm auch vergönnt sein, den Baum der Erkenntniß des sittlichen und religiösen Lebens nach seiner neuen Heimath zu verpflanzen und mögen die Früchte desselben dort auch jene Labung gewähren, die dem Judenthum zur Erfrischung und der gesammten Menschheit zur Kräftigung wird und daraus jener Segen sich entfalte, der zum Bande der Eintracht werde zwischen den Bekennern aller dort lebenden Confessionen. Mannheim. Dem Jahresbericht für das Schuljahr 1888/89 der hebräischen Schule (Lemle Moses'sche Klausstiftung) in Mannheim entnehmen wir: Mit der Einweihung der neuerbauten Klaussynagoge wurden weitere zwei Säle für Schulzwecke frei und werden daher seit Beginn des Kalenderjahres sämmtliche Klassen in den neuerrichteten hellen und luftigen Schulräumen unterrichtet. Die auf den Unterricht und die Leitung der Schule ungünstig einwirkende Lokaltrennung ist somit beseitigt und eine ruhige Entwickelung unserer Anstalt nach dieser Seite hin gewährleistet. Bei Eröffnung des Schuljahres betrug die Zahl