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Der Israelit · 1889-04-11 · Heft 29 (11.4.1889) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 29 (11.4.1889)
Date
1889-04-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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532 und ich bin überzeugt, Sie werden seine Anordnungen pünktlichst vollziehen. Bevor er fortgeht, schicken Sie ihn zu mir; ich möchte genau wissen, wie es um das unglückliche Mädchen steht. — Und nun kommen Sie, lieber Graf", wandte er sich an diesen, indem er ihn mit sich aus dem Zimmer zog, „das war ein trauriges Intermezzo bei Ihrem Empfang." „Für den Augenblick allerdings traurig", versetzte der Graf. „Doch ich hoffe, es wird gelingen, das junge Leben zu erhalten und dann war es jedenfalls ein glückliches Intermezzo." Der Hausherr führte seinen Gast in das Speisezimmer, wo ein trefflich zubereitetes Souper ihrer harrte, und trotz der Erregung, in die sich beide versetzt sahen, erwiesen sie dennoch dem Menu der Frau Karawelawska volle Ehre und ließen es sich trefflich munden. Nach nahezu zwei Stunden erschien der Arzt, den Iwan aus der nächsten Stadt herbeigeholt hatte. Er harte die Kranke untersucht, die Wunde zugenäht und verbunden und kam nun, dem Wunsche Orloffski's entsprechend, diesem das Resultat seiner Untersuchung mitzutheilen. Der Major ging dem ihm wohlbekannten Arzt entgegen und reichte ihm grüßend die Hand. „Wie finden Sie die Patientin, Herr Doctor?" Der Arzt zuckte die Achseln. „Die Verletzung ifl eine überaus schwere, die edelsten Theile sind in Midleidenschaft gezogen —." „Wie?" rief Orloffski erbleichend, „Sie geben die Hoffnung auf?" „Das habe ich nicht gesagt. Solange Athem ist, ist Hoffnung — aber — die Hoffnung ist eine sehr schwache. — Wissen der Herr Major nicht, wodurch die Verletzung erstanden? — Frau Karawelawska wußte mir keine Auskunft darüber zu geben — für die Behandlung wäre es immerhin wünschenswerth, die Ursache der Verwundung zu kennen." Der Major schüttelte den Kopf. „Es thut mir aufrichtig leid, aber auch ich bin nicht im Stande diese Frage zu beantworten. Ich war den Tag über in der Stadt, als ich gegen Mitternacht heimkam, war das Unglück bereits geschehen. Ich bitte jedoch dringend, Herr Doctor, nichts unversucht zu lassen, was zur Rettung der Verunglückten beitragen könnte — wollen Sie den Kostenpunkt nicht in Betracht ziehen." Der Arzt verneigte sich zustimmend. „Ich werde morgen in den Vormittagsstunden wieder Nachsehen; bis dahin hat Frau Karawelawska ausreichende Verhaltungsregeln." Der Arzt empfahl sich; auch die Freunde trennten sich bald, zwei Uhr war bereits vorüber. Der Hausherr geleitete seinen Gast in das für denselben bestimmte Zimmer,'doch bevor er selbst sein Lager aufsuchte, begab er sich nochmals in das Krankenzimmer, um sich zu vergewissern, daß die Anordnungen des Arztes pünktlichst vollzogen würden. Aber Frau Karawelawska war eine vortreffliche Pflegerin, besseren Händen hätte die Kranke nicht anvertraut werden können. Für den andern Morgen hatte Orloffski einen Spazierritt mit dem Freunde geplant, doch bevor der Arzt den in Aussicht gestellten Besuch ab gestattet hatte, konnten beide sich nicht entschließen, das Haus zu verlassen. Heftiges Wundfieber hatte sich eingestellt. Der Arzt wußte wenig Tröstliches zu sagen und versprach gegen Abend wiederzukommen. „Kommen?ie, lieber Graf, wir können dem Kinde doch nicht helfen, lassen Sie uns hinaus in's Freie." (Fortsetzung folgt.) „Israelit" und „Jrschurun" erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und Donnerstags, ledesmal in mindestens 2 Bogen Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch Leu Duchhan-rl bestehen bet E. F. Stetnacker, Fripstg. Noßptatz 18. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. Inhalt <Hanptblatt): Leitende Artikel: Hagadah schel Peßach. — Zum „Großen Sabbat". — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: 3mal Berlin. — Frankreich: Paris. — England: London. — Afrika: Tunis. — Ein Denkmal für Kaiser Friedrich. — Feuilleton: Schuld und Sühne. — Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. — Frankreich: Paris. — Centrat-Asien: Mexico. — Mittel-Asien: Bokhara. — Feuilleton: Zur Geschichte der Juden in Oesterreich. — Seder- Abend (Rösselsprung). — Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Amöneburg. Biblis. Haigerloch. Mannheim. Friesenbeim. Berlin. Eolberg. Leipzig. — Feuilleton: Erklärung des Wortes — Teder-Abend (Rösselsprung). — Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit" Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei (Oscar Lehmann) in Mainz. Hierzu zwei Beilagen nebst Omer-Tabelle.

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