Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 29 (11.4.1889)
- Date
- 1889-04-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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531 Gi« Denkmal für Kaiser Friedrich. Den Nuf'Namen Friedrich erhielten: 418) Söhnchen des Hrn. Moses Krieger in Mainz, und 419) Söhnchen des Hrn. Elias Hanau in Mainz, (mitgetheilt von Hrn. Mohel Jonas Bondi). 420) Söhnchen des Hrn. Alexander Barth in Illingen (mitgetheilt von Hrn. Hermann Barth). 421) Söhnchen des Hrn. M. Nassauer in Hattersheim (mitgetheilt von Hrn. Moses Klein). 422) Söbnchen des Hrn. Bernhard Apfel in Bebra. 423) Söhnchen des Hrn. B. Baruch in Schönsee (mitgetheilt von Hrn. Mohel Meyer). 424) Söhnchen des Hrn. Salo Tich au er in Piossek, 425) Söhnchen des Hrn. Moritz Reich in Rosdzin, und 426) Söhnchen des Hrn. Ferdinand G a ß m a n n in Myslowitz (mitgetheilt von Hrn. Mohel L. A. Kiksmann in Myslowitz). 427) Söhnchen des Hrn. Bernhard Fleischhacker in Merchingen (mitgetheilt von Hrn. A. Kallner). 428) Söhnchen des Hrn. Wolf Rosenthal in Lübeck. 429) Söhnchen des Herrn Wilh. Weil in Aschaffenburg). 430) Söhnchen des Hrn. Moses Nutz bäum in Wehrda (mitgetheilt von Hrn. Lehrer S. Loewenstein). 431) Söhnchen des Hrn. Hermann Heu mann in Stolberg (mitgetheilt von Hrn. Mohel Markus Voß in Forst). 432) Söhnchen des Hrn. Joseph Ohmsberg in Deisel (mitgetheilt von Hrn. S. Vorenberg). 433) Söhnchen des Hrn. David Bär Hahn in Nenzenheim (mitgetheilt von Hrn. Mohel N. Sonn in Marktbreit). 434) Söhnchen des Hrn. Herz Levi in Grebenhain (mitgetheilt von Hrn. Mohel Emil Bing in Ober-Seemen). Feuilleton. Schuld und Sühne. Erzählung von Friedrich R o t t. (Fortsetzung.) IX. Sie hatten Orloffski's Landhaus erreicht. Vorsichtig hoben die Männer die Verwundete aus dem Wagen, der sich nach des Majors Anordnung sofort wieder in Bewegung setzte, um den Arzt herbeizuholen. Die Dienerschaft war nicht wenig überrascht, als sie die Herren, die sie erwartet hatten, eine blutige Frauengestalt in das Haus tragen sahen. Diensteifrig sprangen sofort einige herbei, um ihnen die Last abzunehmen, doch Orloffski wehrte ihnen. „Laßt nur, laßt — wir werden sie selbst weiter tragen. Ruft mir nur Frau Karawelowska, die weiß am besten, wo sie untergebracht werden kann." Die Frau des Verwalters war rasch zur Stelle; voll Entsetzen schlug sie die Hände ineinander, als sie die Verwundete erblickte. Doch Orloffski kannte sie. „Liebe Karawelawska, Sie müffen uns helfen, ein Werk der Barmherzigkeit zu vollbringen. Das Kind hier scheint schwer verwundet, wir haben es auf der Straße gefunden, und Iwan holt bereits den Wundarzt. Wo glauben Sie, daß wir es zunächst hintragen sollen?" „Hierher, Herr Major", entgegnete die Frau vorauseilend und die Thür eines Zimmers öffnend, „legen Sie sie nur vor allem dort auf das Bett. — Herr, Du mein Gott", rief sie abermals die Hände zusammenfchlagend, „ist das eine Maffe Blut.' —" Die Männer hatten die Verwundete auf das Bett gelegt, Orloffski hatte die Thür fest in's Schloß gedrückt und war dann zu der Frau des Verwalters hingetreten, die sich mitleidsvoll über die leise Aechzende neigte. „Liebe Karawelawska", sprach er in leisem Ton zu ihr, „Sie sind eben so gut wie klug. Der Iwan behauptet, das Kind wäre die Tochter von dem Schankpächter, dem Löwenstein —". Frau Karawelawska nickte zustimmend. „Mir scheiuts auch so, gnädiger Herr." „Außerdem hat er mir allerhand schlimme Gerüchte erzählt, die über den Löwenstein im Umlaufe sind." Frau Karawelofska fuhr sich mit dem Schürzenzipfel über die Augen. „Was ist der Mensch?" seufzte sie. „Wenn alles wahr ist, was der Iwan erzählt hat, so könnten wir Unannehmlichkeiten haben, wenn man erfahren würde, daß Löwenstein's Tochter hier im Hause ist. Ich wünsche daher, daß der Name der Verwundeten nicht bekannt werde. Iwan wird schweigen, der Doctor wird sie nicht kennen und was Sie betrifft, Frau Karawelawska —" „Mich kennen der gnädige Herr und wissen, daß man mir über dergleichen nichts zu sagen braucht." „Das weiß ich, meine liebe Karawelawska, das weiß ich, wenn man etwas Gutes und Gescheidtes gethan haben will, so muß man sich nur an Sie wenden. Und darum möchte ich Sie ersuchen, übernehmen Sie die Pflege des Kindes, dessen Vater — das glaube ich mit Bestimmtheit — durch ein unverschuldetes Unglück betroffen worden ist. Uebergeben Sie alle ihre andern Arbeiten den Mädchen und weichen Sie nicht von der Kranken; meiner Erkenntlichkeit können Sie sich versichert halten." „O, Herr Major, Sie kennen die Karawelawska." „Gewiß, gewiß", entgegnete er, ihr freundlich zunickend. „Ich hoffe, der Arzt wird bald hier sein,