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Der Israelit · 1889-04-08 · Heft 28 (8.4.1889) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 28 (8.4.1889)
Date
1889-04-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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■ r * y> "f ji^rowgp 514 und Nachmittags bekam Herr Rabbiner Dr. Rosenberg seitens des Szathmarer Behörde die Verständigung, daß mit dem Knaben nicht nach jüdischem Ritus vorgegangen werden dürfe, da der Vater vor einigen Monaten Christ geworden sei und der Sohn eines Christen auch Christ sei. Die Meinungen sind bezüglich dieses behördlichen Bescheides getheilt. Die Sache wird dem Cultusministerium unterbreitet werden. Bukarest, 22. März. Die tröstliche Thatsache, daß die Rädelsführer der antisemitischen Massen vielfach Spitzbuben der schlimmsten Sorte sind, findet eine drastische Bestätigung bei dem Ihnen schon bekannten Capitän in Reserve Moroi, welcher, wie Sie sich erinnern werden, ein antisemitisches Blatt hier herausgegeben hat, einer der Veranstalter des internationalen antisemitischen Congresses in Bukarest war, und eine Klage gegen Herrn Dr. Beck seiner Zeit eingeleitet hat , weil dieser in der „Revista Israelita“ die Mittheilung gebracht hatte, daß er, Moroi, aus den Reihen der Armee, unsittlichen Verhaltens wegen, schimpflich cassirt worden sei. Charakteristisch war es bereits für Moroi, daß er gegen ein Douceur — und nur auf ein solches war vom Anbeginn bei dem Prozeß abgesehen — von einigen hundert Lei von der Klage zurücktrat. Nun klärt sich die befremdliche Thatsache, daß seit einiger Zeit der biedere Capitän sich von der Oeffentlichkeit zurückgezogen hatte, dadurch auf, daß er inzwischen in beschaulicher Zurückgezogenheit sich mit der Fabrikation falscher Briefmarken beschäftigte. Inäsxenäanoo Roumaine vom Freitag am 22. März, Nr. 3440, schreibt unter der Spitzmarke: Gefälschte Briefmarken: „Gestern wurde der Polizeidirection eine der schwersten Anschuldigungen überbracht. Es handelte sich um nichts Geringeres, als um das Vorhandensein einer Markenfabrik direkt im Mittelpunkte der Hauptstadt. Der angegebene Fälscher heißt Moroi, und ist Hauptmann außer Dienst. Der Oberst Algiu, Polizeipräsident, sandle sogleich den Polizeiinspector Carlova ab, um Erhebungen zu pflegen. Nachdem Herr Carlova einige Voruntersuchungen angestellt hatte, gewann er die Ueberzeugung, daß etwas Zweideutiges in der Wohnung des pensionirten antisemitischen Hauptmanns Moroi vorgehe, er benachrichtigte von dieser Thatsache die Herren Boldour-Voinesco, den ersten Oberstaatsanwalt, und Papp, Untersuchungsrichter, und alle Drei begaben sich zu Moroi. Bei einer ersten Untersuchung fanden sie eine beträchtliche Menge neuer Marken. Der Hauptmann, befragt über deren Ursprung, antwortete, daß er einen Großverschleiß von Marken habe, welche er an die Liebhaber im Lande und im Auslande verkaufe und welche neu scheinen, weil er sie überfärbte. „Die Beamten nahmen die Marken in Beschlag und begaben sich hierauf zur Post und Telegraphen- Direction und ins Finanzministerium, wo die Postwerthzeichen angefertigt werden. Dort antwortete man den Polizeibeamten, daß die Marken nicht falsch, nur die Farbenschattirungen gefälscht wären. Indessen wurde im Laufe des Abends Herr Corlova aufgefordert, seine Nachforschungen in der Wohnung des Moroi fortzusetzen, mit der Versicherung, daß er an einem Orte, den man ihm genau angab, eine große Menge Cliches finden werde, die zur Fabrikation von Marken nicht blos rumänischer sondern auch auswärtiger dienten. Die Herren Boldur- Voinesco und Carlova begaben sich am andern Morgen dorthin und fanden daselbst mehr als 200 Clichss vor. Es befindet sich eines darunter, welches zur Anfertigung von Marken von Buenos-Ayres dient. „Der Capitain Moroi, derart in flagranti erfaßt, ma&te umfasse Geständnisse und wurde nach Vacaresti überführt. „In dieser Affaire siud übrigens noch Viele mitbetheiligt. Man spricht sogar von der Tbeilhaberschaft eines hohen Post- und Telegraphenbeamten." So weit das rumänische Journal. Aus der obigen Darstellung des rumänischen Blattes ergibt sich, daß derartige antisemitische Helden in Rumänien, was die moralische Qualität anbelangt, den Genossen in Oesterreich nicht nachstehen. Diese Rasse bleibt sich in allen Ländern und unter allen Himmelsstrichen vollständig gleich. Der ehrenwerthe Patriot und Markenfälscher wird zweifellos von dem internationalen antisemitischen Vereine zum Ehrenpräsidenten ernannt werden. Ci« Denkmal für Kaiser Friedrich. Den Ruf'Namen Friedrich erhielten: 403) Söhnchen des Herrn Siegmund Kirschbaum in Ufsenheim (mitgetheilt von Hrn. Mobet Sonn in Marktbreit). 404) Söhnchen des Hrn. Sander Sander aus Heidelsdorf (mitgetheilt von Hrn. Lehrer Heinemann Schiff in Andernach). 405) Söhnchen des Hrn. Bernhard L ew inski in Loslau (mitgetheilt von Hrn. Lehrer A. S. Reich). 406) Söhnchen des Hrn. Joseph M. Oppenheimer in Gemmingen (mitgetheilt von Hrn. Mohel Jsac Weingartner in Flehingen). 407) Söhnchen des Hrn. Salomon Meier in M. -Gladbach (mitgetheilt von Hrn. Mohel L. Winter).

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