Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1889)
- Date
- 1889-04-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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besucht wird, wäre es von großer Tragweite, wenn der löbl. Gemeinde-Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Ems, womöglich noch vor Beginn der Kursaison die vacante Rabbinerstelle durch einen Candidaten der streng orthodox jüdischen Richtung besetzen würde. JFrankfurt a. M., 3. April. Der Verein erpflegung kurbedürftiger Israeliten in süddeutschen Bädern, sagt in seinem soeben ausgegebenen Rechenschaftsbericht: „Indem wir hierdurch zum dritten Male der angenehmen Pflicht Nachkommen, über die Wirksamkeit unserer Kuranstalt in Bad Soden im Taunus zu berichten, sprechen wir vor Allem den edlen Spendern, welche uns durch ihre Gaben in den Stand gesetzt haben, ein solch' hervorragendes Werk der Menschenliebe zu vollbringen, unseren herzlichen Dank aus. Es ist uns auch im vergangenen Jahre gelungen, einer großen Anzahl armer Glaubensgenossen (58 Männer, 40 Frauen und Kinder) in dem für Brust- und Lungenkranke so günstig gelegenen Badeorte Soden, mehrwöchentlichen Kuraufenthalt, mit angemessener Verpflegung und ärztlicher Behandlung kostenlos zu ermöglichen. Die vorzüglichen Erfolge haben uns in vielen Fällen den Beweis geliefert, daß unsere Thätigkeit eine bisher bestandene Lücke in der Ausübung der Wohlthätigkeit in wirksamer Weise erfüllt. Hierdurch angeeifert, waren wir bestrebt, unsere Anstalt, den Anforderungen der Gesundheitspflege entsprechend, zu erweitern und ist ein großer luftiger Speisesaal erbaut worden, welcher Gelegenheit bietet, den Patienten nicht allein die unbedingt zum Erfolg der Kur notwendige angemessene Ernährung, sondern auch den ruhigen Aufenthalt in gut ventilirten Räumen, bei jeder Witterung zu gestatten. Die Mittel zur Errichtung des neuen Hauses sind uns in der hochherzigsten Weise durch die Großmuth der Freifrau Wilhelm von Rothschild zur Verfügung gestellt worden und wir erlauben uns nochmals an dieser Stelle dieser edlen und unermüdlichen Gönnerin unserer Anstalt den innigsten Dank abzustatten und um fernere Erhaltung ihres Wohlwollens zu bitten. — Wir hoffen, daß auch in Zukunft bei freudigen und traurigen Anlässen, unsere wohlthätige Anstalt auf die Spenden unserer Glaubensgenossen zählen darf und daß wir durch recht zahlreiche Mitgliederbeiträge in den Stand gesetzt werden, den Betrieb unserer Anstalt in geordneter Weise zu leiten. — Herr Dr. Jean Köhler in Soden hat sich im vergangenen Jahre durch die ärztliche Leitung unsere vollständige Anerkennung erworben; Frau Bertha Baruch hier, hat im Verein mit anderen wohlthätigen Frauen dem Wirthschaftsbetriebe in der eifrigsten und erfolgreichsten Weise vorgeftanden; Herr Rechtsanwalt Plotke hat uns seinen bewährten Rath und Beistand in vollstem Maße gewährt; allen Vorgenannten unfern herzlichsten Dank für ihre Bemühungen." Frankfurt a. M. Unter dem Namen „Verein zur Pflege und Unterstützung israelitischer Kranker" hat sich hier ein neuer Verein gegründet, dessen Mitglieder durch persönliche Besuche sich von den Bedürfnissen armer Kranker, namentlich verschämter, überzeugen wollen und durch Zeichnung jährlicher Beiträge die nöthigen Mittel aufzubringen suchen, um diesen das zu ihrer Pflege und Heilung Nothwendige zu gewähren. Der Vorsitzende des Vereins ist Herr Dr. med. Hirsch. Hamburg, 2. April. Die Einführung des Oberlehrers Dr. Jo sef Goldschmidt aus Frankfurt a. M. in seine neue Stellung als Direktor der Talmud-Thoraschule, höhere Bürgerschule der israelitischen Gemeinde, fand heute Morgen in Gegenwart des Schulrath Prof. Hoche und einer großen Anzahl geladener Festtheilnehmer in feierlicher Weise statt. Der Präses des Gemeinde-Vorstandes Herr Ph. Bauer hielt eine längere Rede, in welcher er der Thätigkeit des früheren Ephorus der Schule, des im März vorigen Jahres verstorbenen Oberrabbiners Dr. Stern gedachte, unter welchem die Schülerzahl von circa 200 auf 615 gestiegen sei, deren Unterricht in 12 Klassen durch 18 Lehrer besorgt werde; dem neuen Direktor, der lange Zeit als Lehrer an der Schule gewirkt habe, bleibe ein weites Feld zum Bebauen, welches ihm und der Gemeinde hoffentlich reichen Segen bringen werde. Direktor Goldschmidt antwortete mit warmen Worten des Dankes und der Anerkennung für die treffliche Unterstützung , welche der Direktion Seitens des ganzen Kollegiums der Schule zu Theil geworden sei. Aurich, 31. März. In Nr. 25 Ihrer werthen Zeitschrift machen Sie auf Seite 472 Bl. für die isr. Schule zu dem Satze: „Machen Sie aber einmal bei dem verehrten Jubilar eine leise Anfrage über die Ehrerbietung und das Entgegenkommen, das ihm während seiner langen Dienstzeit zu Theil geworden, nun, da werden Sie Aeußerungen hören, die gerade keine Hymnen sind", die Bemerkung: Der Herr Verfasser ist hier ungerecht. Das ist ein sehr harter Ausdruck, den ich in diesem Falle nicht verdient zu haben glaube, und ich bin es mir selber schuldig, mich von dieser Beschuldigung zu reinigen, eingedenk der Worte: ^>*wd 'hd D’p: onwni. Ich sehe mich darum zu folgendenden Bemerkungen veranlaßt.