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Der Israelit · 1889-04-01 · Heft 26 (1.4.1889) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 26 (1.4.1889)
Date
1889-04-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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482 statteten Berichte ist auch in unserm Verein eine fortdauernd unentgeltliche Speisung unserer armen Schulkinder in Anregung gebracht. Hoffentlich wird diese Absicht bald zur Ausführung gelangen können! In seiner nunmehr fünfjährigen Thätigkeit hatte der Verein hinreichend Gelegenheit, den Gesundheitszustand der hiesigen jüdischen Bevölkerung zu beobachten, und kann auf Grund der gemachten Erfahrungen nur das überaus große Bedürfniß nach allgemeiner Hülfsthätigkeit für die Physische und moralische Kräftigung derselben feststellen. Soll hier Wandel geschaffen werden, so müssen zunächst die Kinder der Unbemittelten eine bessere Pflege erhalten, durch welche sie an Körper und Geist gestählt werden, um gegen die mannigfachen Mißstände in großen Städten geschützt, den stets sich steigernden Ansprüchen des täglichen Lebens gewachsen zu sein. Unzuttägliche Wohnunugsverhältnisse, mangelnde körperliche Ausbildung, besonders aber ungenügende Ernährung sind vornehmlich die Ursache für den dauernd schwächlichen und kränklichen Gesundheitszustand einer großen Anzahl von israelitischen Kindern. Diesen Uebelstand mit seinen unendlich nachtheiligen Folgen zu beseitigen, zu seiner Hebung nach Möglichkeit bekzusteuern, ist jeder edel Denkende verpflichtet! Wird mit vereinten Kräften für die geistiae und körperliche Entwickelung unserer Heranwachsenden Jugend gestrebt, dann ist unzweifelhaft auch die Grundlage für die Förderung der sozialen Stellung unserer Glaubensgenossen sicherer gefestigt! In gütiger Anerkennung dieser Bestrebungen find dem Verein mehrfache größere Zuwendungen gemacht, mit ganz besonderer Freude kann jedoch mitgetheilt werden, daß in diesem Jahre ein edler Menschenfreund ein Kapital von 30,000 Mk. geschenkt hat, dessen Zinserträgniß bestimmungsgemäß dauernd für die Zwecke des Vereins verwendet werden soll. Zur Erfüllung der dem Verein gestellten schwierigen Aufgabe find große Mittel nöthig, welche nur erlangt werden können, wenn alle Menschenfreunde einen auch uur geringen Beitrag hierzu gewähren. An diese Alle, Frauen und Männer. Jungfrauen und Jünglinge richtet der Verein seinen Aufruf zur thätigen Theilnahme an seinem Werk, das nicht nur der zeitweiligen Besserung des Gesundheitszustandes der jetzigen Jugend gilt, sondern seine segensreichen Folgen der jüdischen Bevölkerung auf Generationen erstrecken soll. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Triest, 10. März. Dem Mitredacteur des „Corriere Jsraelitico" hier, Rabbiner Leone Racah in Livorno, wurde vom Oberrabbiner Prof. I. Costa in dieser Stadt im Vereine mit den Oberrabbinern von Turin und Ferrara, Prof. S. Ghiron und Prof. G. Jara, der Titel eines „Rabbino Maggiore (Oberrabbiner)" verliehen, welche Auszeichnung sowohl hier als auch in Livorno allgemeinen Beifall fand. Rabbiner Racah verdient diese Auszeichnung im vollsten Maße, da seine Artikel in der genannten Zeitschrift, deren eleganter Styl bekannt ist, auch von einer großen Belesenheit und Gelehrsamkeit zeugen. Auch zeichnen sich dieselben durch den ruhigen Ton, in dem sie geschrieben sind und durch ihre strenge Objectivität sehr vortheilhaft aus. Italien. Livorno. Der Verwaltungsrath unseres Gemeindespitals hat beschlossen, dasselbe einer gründlichen Umgestaltung zu unterziehen, damit es den strengsten hygienischen Anforderungen unserer fortgeschrittenen Zeit gerecht und damit es auch mit seinen übrigen Schwesteranstalten im Königreiche auf eine gleiche Stufe gestellt werde. Dasselbe erhält daher elektrische Beleuchtung und einen ausgiebigeren Wasserzufluß. Die Anzahl seiner Aerzte wurde um zwei, die Doktoren Levi und Sonnini, vermehrt, während die Verpflegung der Kranken, die bisher einem Pächter anvertraut war und daher zu großen und berechtigten Klagen Anlaß gab, in Zukunft durch die Verwaltung selbst besorgt, und daher auch bedeutend billiger, als bisher, zu stehen kommen wird. Die hiesige Sparkasse beging vor einigen Tagen das 50jährige Jubiläum ihres Bestandes, aus welchem Anlasse sie ein in der Via Castelli gelegenes, ihr 'gehörendes Haus der Stadt zum Geschenke machte, damit sie dasselbe zu irgend einem wohlthätigen Zwecke verwende. Auf .Befürwortung des Präses unseres Cultusvorstandes, Advokat Jsak Rignano, wurde dieses Gebäude diesmal ausschließlich der katholischen Bevölkerung, zur Umwandlung in ein Versorgungshaus, überlassen. In Anerkennung dessen wurde der Präses unserer Cultusgemeinde zugleich auch zum Ehrenmitgliede des Verwaltungsrathes der katholischen Versorgungshäuser ernannt. Hier hat soeben ein specifisch jüdisch-literarisches Werk: „Picola Bibliotheka delle famiglie israelitiche (Kleine Bibliothek für jüdische Familien)" in vier Bänden die Presse verlassen, dessen Autor seine Leser mit der alten und neuen Literatur der Juden, darunter auch mit den Büchern des Talmud bekannt machen will, um so zu zeigen, über welchen Wissensschatz unser Volk verfügt.

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