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Der Israelit · 1889-03-28 · Heft 25 (28.3.1889) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 25 (28.3.1889)
Date
1889-03-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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450 schast. Der Einzige, welcher eine Maßregel dagegen ergriff, war Amram; ferner zeichneten sich die Hebammen durch ihre Gottesfurcht aus, indem sie ihr eigenes Leben wagten, um nicht zu Mörderinnen zu werden. Jochebed, Mirjam, Aharon, Moscheh sind die Helden dieses Zeitalters. Die große Menge der Israeliten waren Götzendiener, und vergeblich ermahnte sie der Prophet Aharon, wie wir es im Buche Jecheskel lesen, vom Götzendienste zu lassen. — Nachdem wir dieses festgestellt haben, werden wir erkennen, daß die Wortstellung in unserem Verse eine durchaus sachentsprechende ist. Die fiebenzig Personen, welche zu Anfänge des Aufenthaltes der Familie Jakob's daselbst lebten, waren allesammt fromm, edel, gottesfürchtig. „Und er zog hinab nach Mizrajim und hielt sich dort auf mit geringer Anzahl", das heißt, während des ganzen Aufenthaltes der Israeliten in Mizrajim war die Anzahl der hervorragenden Männer und Frauen nur eine geringe, „obgleich er dort ward zu einem Volke, groß, mächtig, und zahlreich." Die Zahl der Edlen. Frommen und Gottesfürchtigen blieb eine geringe, wiewohl die Volksmenge in ganz erstaunlicher Weise zunahm. Nunmehr werden alle Fragen beantwortet sein. Um das zu erklären, müssen wir den als Beweis angeführten Vers einer näheren Betrachtung unterziehen. „Mit fiebenzig Personen zogen deine Väter nach Mizrajim, und jetzt hat dich gemacht der Ewige, dein Gott, wie die Sterne des Himmels so zahlreich." Und jetzt? Jetzt, nach vierzig Jahren des Aufenthaltes der Kinder Israel in der Wüste? Waren denn die Kinder Israel in Mizrajim nicht bedeutend zahlreicher als zu der Zeit, da Moscheh diese Worte an die Gemeinde Jakob's richtete? Lehren doch unsere Weisen, daß Hunderttausende von Israel, die nicht mitziehen wollten in die Freiheit, während der drei Tage der Finsterniß in Mizrajim gestorben und begraben sind l Während des Aufenthaltes in der Wüste hatte sich die Anzahl der Kinder Israel nicht vermehrt. — Allerdings, der Zahl nach war Israel nicht größer geworden, aber der Bedeutung nach. Israel hatte die Thora empfangen; ein neues Geschlecht war unter Moscheh's Leitung herangewachsen; die Hinneigung zum Götzendienste war aus den Herzen gebannt; sie alle hatten das Bestreben, Gott zu dienen und Seine heiligen Gesetze zu beobachten. „Den Ewigen, deinen Gott, sollst du fürchten, Ihm sollst du dienen, und Ihm sollst du anhangen und bei Seinem Namen sollst du schwören. Er ist dein Ruhm und Er ist dein Gott, der mit dir gethan hat diese großen und diese furchtbaren Dinge, die deine Augen gesehen haben. Mit fiebenzig Personen zogen hinab deine Väter nach Mizrajim, und jetzt hat dich gemacht der Ewige, dein Gott, wie die Sterne des Himmels, so zahlreich." — In jener Stunde waren die Kinder Israel allesammt wie die Sterne des Himmels so zahlreich. Wie die Sterne des Himmels in den Höhen wandeln und im reinsten Glanze erstrahlen, so hoch und erhaben waren damals alle Söhne und Töchter unseres Volkes, so strahlten ihre Gottesfurcht und ihre Tugend im reinsten Glanze. — Von der Ankunft in Mizrajim bis zum Auszuge aus Mizrajim waren der Edlen immer nur wenige gewesen; jetzt aber strahlten sie alle wie der Sterne Pracht. Der Baal Hagadah wollte die auffallende Wortstellung in unserem Verse erklären. Um dieses zu thun führte er den Vers 5. B. M., Cap. 10, V. 22 an und keinen andern; auch war er genöthigt, den Schluß des Verses zu erwähnen, denn gerade aus ihm geht die Wahrheit hervor, daß während des ganzen Aufenthaltes der Kinder Israel in Mizrajim es der hervorragenden Männer und Frauen nur wenige gegeben hatte, während am Schluffe des Aufenthaltes in der Wüste sie alle in Tugend und Gottesfurcht glänzten wie die Sterne am Himmel. Die Israeliten werden nicht gezählt, sie werden gewogen; ein gottessürchtiger Mann, ein gottesfürchtiges Weib wiegen Tausende auf. Das ist uns ein Trost in diesen Zeiten, da die rat* nnj Hzom ’bix so zahlreich sind. Möge am Sedertische der fromme Hausvater es feinen Söhnen und Töchtern an's Herz legen, daß sie sich kräftigen und stärken, um zu sein oder zu werden die Säulen und Stützen unseres hochheiligen Volkes. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 22. März. Die Leser erinnern sich, daß im November v. I. sich eine aus 75 Mitgliedern bestehende Commission unter dem Vorsitz des Fabrikanten Weinberg hier bildete, welche für die Errichtung von vier neuen Gotteshäusern, sowie einer Anzahl Religionsschulen in den verschiedenen Stadttheilen agitirte und ihre Wünsche in einer Eingabe an den Vorstand der jüdischen Gemeinde niederlegte. Dem geschäftsführenden Ausschüsse ist vom Gemeindevorstand die folgende von den Herren Meyer, Herz und Cunow Unterzeichnete Antwort zugegangen:

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