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Der Israelit · 1889-03-25 · Heft 24 (25.3.1889) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 24 (25.3.1889)
Date
1889-03-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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442 tandesrabbiner in Mähren, R. Mordechai Baneth ^«m, einem in Wien im Jahre 1815 erschienenen Gebetbuche beigedruckt worden. Der 12D hat also jedenfalls absichtlich gegen die für ihn geltende Vorschrift verstoßen. Uebrigens ist bei den mir vorgelegten auch die Scheidung der vier Fächer beim two bw rva keine wirkliche, sondern nur eine äußerliche." Mit diesem Schreiben versehen, begab ich mich bei meinem nächsten Besuche in Leipzig in die betreffende Buchhandlung, mein für die gekauften bezahltes Geld reklamirend, und erhielt dasselbe, nachdem ich das Schreiben vorgezeigt, bereitwilligst zurück. Der „Israelit" hat mit Anregung dieser Frage ein überaus wichtiges Gebiet berührt. Berlin, 10. März. Die Schriften des h e b r ä ischen Literaturvereins „Mekize Nirdamim“ (vierter Jahrgang 5648/1888) sind im Drucke hergestellt und werden noch im Laufe dieses Monats den Mitgliedern zugestellt werden. Die Theilnahme an den Bestrebungen des Vereins steigert sich in immer erfteulicherem Maße, seine Leistungen finden allseitige Anerkennung, wohl auch deßhalb, weil sie den verschiedenen literarischen Neigungen Rechnung tragen. So erscheinen in diesem Jahrgange: 1) Die Fortsetzung des Mischna-Commentars des Matmonides, besorgtvonJ. Derenburg; 2. Die Ha lach ot Gedolot nach der einzigen Handschrift in der Vaticana, herausgegeben von Rabbiner Dr. I. H i l d e s h e i m e r; 3. Das S e s e r Hasikoraun von Josef Kimchi, zum ersten Male' edirt von Dr. W. Bacher; 4. Pachad Jizchak, Schlußband, mit dem das ganze Werk, deffen Anfang im vorigen Jahrhundert erschien, endlich seinen Abschluß findet; 5. Sammelband, enthaltend das gesammte Material über die 10 Stämme aus Handschriften und seltenen Druckwerken, von Dr. A. Neubauer; in der zweiten Abtheilung: Hebräische Poesien aus der mittelalterlichen Geschichte der Juden in Rom und in Polen u. s. w. u. s. w. Der Druck der Schriften für den 5. Jahrgang hat begonnen; für denselben sind bereits großartige literarische Unternehmungen in's Auge gefaßt, so z. B. die Drucklegung des Machsor Vitry, das, man darf sagen, eine ganze Bibliothek der jüdischen Literatur in sich faßt. Wir dürfen den Lesern mittheilen, daß die Edirung dieses Werkes R. Simon Hör Witz in Leipzig übernommen hat. Auch der zweite Theil des Tarschisch gelangt im nächsten Jahre zur Veröffentlichung. Der Verein hat die stattliche Zahl von etwa 400 Mitgliedern, welche in allen Welttheilen wohnen und allen religiösen Richtungen angehören. Die Mitgliedschaft erwirbt man durch einen Jahresbeitrag von 10 Mark; Meldungen nimmt Herr Dr. A. B e r l i n e r (Krausnickstraße 8) entgegen. — Dr. Ludwig Stein, einstiger Zögling des Berliner Rabbiner-Seminars, ist von der Universität Zürich zum ordentlichen Professor der Philosophie für einen eigens errichteten Lehrstuhl dieser Disciplin ernannt worden. Bl. Hamburg, 3. März. Donnerstag m my cnpia ’jfiy tw wurde Hierselbst wie von jeher üblich D’napn rwyn abgehalten und an diesem Tage wurde auch die dem sel. Raw abseiten der „Talmud-Thora höhere Bürgerschule" gewidmete nayo gesetzt. Die Gedächtnißrede hielt Herr Dr. Eahn, Provinzialrabbiner aus Fulda, Schwiegersohn des b'^i am während unmittelbar nach der Enthüllung der Sohn, Herr sind. phil. Mayer Stern eine längere Rede hielt, die mit ebenso großem Beifalle ausgenommen wurde, wie die des Herrn Dr. Cahn. Einige hundert Personen waren gegenwärtig. Nachmittags wurde in der Klaus, welche fast ganz gefüllt war, jra» abgehalten, während in der großen Synagoge die alte pn versammelt war. Gestern Abend war unsere p*n unter Ehrenvorsitz des rühmlichst bekannten Rabbi Getsch Schlesinger, im Hause des Herrn M. I. Meyer versammelt. Die von einer Commission ausgearbeiteten Statuten fanden Annahme und wurden darauf neben Herrn Meyer zwei Gaboim gewählt: Herr W. R. Levy und Herr P. Möller, außerdem 4 Deputtrte: S. D. Levy, I. Flörsheim, A. Jacobsen und H. Bachra ch. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien, 13. März. Ein Localblatt erzählt heut folgende Heldenthat von dem ehemaligen jüdischen Kanonier Sigmund Hüttner: Heute Vormittag wird der Mann zu Grabe getragen, der Held eines bürgerlichen Trauerspieles modernster Art, ein Cridatar, der seine kaufmännische Ehre verloren hatte und dem diese Ehre so viel galt, wie das Leben. Mehreren Lesern ist der Selbstmord des Spiritushändlers Sigmund Hüttner bereits bekannt. Daß jedoch mit Hüttner ein Held aus dem Jahre 1866 der Erde übergeben wird, wissen wohl die Wenigsten und zwar ein Held, dessen Thaten nicht vergessen werden sollen. Sigmund Hüttner trug im Jahre 1866 den braunen Ehrenrock eines Artilleristen und er maschirte mit hinaus nach Böhmen. Er hatte sich während aller Scharmützel und Kämpfe brav und tapfer gehalten und kam nun nach Königgrätz. Die preußischen Kugeln hatten bereits die Offiziere der Batterie kampfun-

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