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Der Israelit · 1889-03-25 · Heft 24 (25.3.1889) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 24 (25.3.1889)
Date
1889-03-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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434 ist, nicht zu grüßen. Von diesen Menschen haben wir nichts zu erwarten als blinden Haß und wüthende Verfolgung. Unser Hort und unser Schützer ist unser Vater im Himmel. Aber, wie dürfen wir Seine Hilfe anrufen, wenn wir Seine heiligen, Gebote verletzen, vergessen, thatsächlich verhöhnen? Als einst unsre Väter von den Egyptern verfolgt wurden, da schrien sie zu Gott empor und fanden Erhörung; als Haman nahe daran war, seinen Mordanschlag zu verwirklichen, da thaten unsere Voreltern Buße, kehrten aufrichtigen Herzens zu Gott zurück, und der Allbarmherzige vereitelte die Pläne der Bedränger. Auch uns sendet Gott Mahnung auf Mahnung. Seit vierzehn Jahren gewinnt der Antisemitismus täglich an Ausdehnung. Achten wir auf die Zeichen der Zeit, nehmen wir uns zu Herzen die Mahnungen, die Gott uns schickt! Und Ihr, Ihr Führer unseres Volkes, Ihr Rabbinen, Ihr Lehrer der Jugend, Euch liegt es vor Allen ob, den Flügelschlag der Zeit zu verstehen und die Eurer Fürsorge anvertrauten Herzen zu beeinflussen! Erhebet Eure Stimme und mahnet unser Volk zur Umkehr, solange e8 noch Zeit ist. Dann wird der allmächtige Gott uns schützen vor der Feinde Wüthen; sie werden beschämt werden, und an uns wird Er Seine Gnade bewähren wie so oft in den Tagen der Vorzeit und den verflossenen Jahrtausenden. Kagadah schel Ueßach. Vierte Serie. V. Mainz, 21. März. o'iuvI yprwnh wm 2pp' -n> vbitt nvbv toi uw pta *ruV njns?n noN*i -lew«? ptr ahn ZU»3 pN3 3jnn -,23 '2 *p3j6 TON njHD PN '2 ]vi pta nj ,3^' nnyi. „Und er hielt sich dort auf — das will lehren, daß unser Vater Jakob nicht nach Mizrajim hinabgegangen ist, um sich dauernd daselbst niederzulassen, sondern um sich vorübergehend dort aufzuhalten. So heißt es auch (1. B. M., Cap. 47, V. 4): Und sie (die Söhne Jakob's) sprachen zu Pharao: Zu verweilen in diesem Lande sind wir gekommen, denn es ist keine Weide für das Vieh, das deinen Dienern gehört, denn schwer ist der Hunger im Lande Kenaan: und nun mögen doch wohnen deine Diener im Lande Goschen." Die Worte der heiligen Schrift nw toi „und er hielt sich dort auf" bedürfen der Erklärung. Bekanntlich währte der Aufenthalt der Kinder Israel in Mizrajim 210 Jahre. Jakob selbst tarn als hochbetagter Greis dorthin, um den Rest seines Lebens daselbst zu verbringen. Warum wählt also die heilige Schrift den Ausdruck toi „und er hielt sich vorübergehend auf"? Es hätte doch heißen sollen Dtp 3ttn „und er ließ sich dort dauernd nieder". Daraus lernen wir, daß es Jakob's Absicht nicht war, daß seine Nachkommen ihren ständigen Aufenthalt in Mizrajim nehmen sollten, daß sie sich vielmehr stets dessen bewußt bleiben sollten, daß sie einst in das gelobte Land zurückkehren würden, wie ja auch Gott zu Jakob gesprochen: „Ich werde mit dir hinabziehen nach Mizrajim und Ich werde dich wieder heraufführen." — Zum Beweise führt der Baal Hagadah die Worte der Brüder Joseph's an, die sie zu Pharao sprachen: wo p«3 „uns vorübergehend aufzuhalten in diesem Lande sind wir gekommen." — Schon die alten Erklärer der Hagadah werfen die Frage auf, weßhalb hier der ganze Vers herbeigezogen wird; es hätte doch genügt, die Worte anzuführen, die wir soeben wiedergegeben haben. Wenn wir jedoch den in Rede stehenden Vers genau betrachten, so werden wir in demselben einen Widerspruch finden. Wir haben dargelegt, daß das Zeitwort tu einen vorübergehenden Aufenthalt bedeutet, während eine dauernde Niederlassung bezeichnet. So erklären auch unsere Weisen den Vers: (1. B. M., Cap. 37, V. 1): 2wb 3pp' B»P’3 ,V3N»-,1J0 pto 3pp' 3«cni *pr hw njn vhy pp ,n-6tto. Jakob wollte sich dauernd niederlassen in dem Lande des Aufenthaltes seines Vaters; da kamen über ihn die traurigen Ereignisse, die sich an die Geschichte Joseph's knüpften, und er mußte den Gedanken, schon damals von dem gelobten Lande dauernd Besitz zu nehmen, aufgeben. — Wenn nun dem so ist, wie können die Söhne Jakob's zu Pharao sprechen: pN3 “psy w i3Bn nnyi TO uta p*a -in^ „Vorübergehend uns aufzuhalten im Lande sind wir gekommen, und nun mögen sich dauernd niederlaffen deine Diener im Lande Goschen!" Es scheint hierin ein Widerspruch zu liegen, in der That aber sind die hier gewählten Ausdrücke vollkommen sachentsprechend. Es ist damit die eigenthümliche Lage angedeutet, in welcher sich unsere Väter damals befanden, in welcher wir uns heute seit länger als achtzehn Jahrhunderte wiederum befinden. Unsere Väter sollten zwar 210 Jahre lang in Mizrajim bleiben, sie sollten aber nicht die Hoffnung aufgeben, in das gelobte Land zurückzukehren. In Folge dessen durften sie ihren Aufenthalt in Mizrajim, und sollte er auch Jahrhunderte

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