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Der Israelit · 1889-03-04 · Heft 18 (4.3.1889) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 18 (4.3.1889)
Date
1889-03-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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der dortige griechische Consul anwohnte. Dieser theilte Herrn Luzzatti mit, daß nun auch die griechische Regierung solche Banken ins Leben zu rufen gedenke, und bat er ihn um seine Unterstützung, die dieser auch bereitwilligst zufagte. Das griechische Blatt „Ephimeris" veröffentlicht den Brief, den Herr Luzzatti in dieser Angelegenheit an den Consul gerichtet und in dem er sich über Griechenland folgendermaßen ausdrückt: „Ich liebe das alte und zugleich das moderne Griechenland, dessen Fortschritte ich mit Liebe studire. Ich werde Ihnen aus Padua meine (national-ökonomischen) Werke als Geschenk senden, um Ihnen so ein Zeichen meiner griechenfreundlichen Gesinnungen zu geben. Ich bin auch bereit, mit allen Mitteln an der Schaffung Cooperativer Gesellschaften in Griechenland, dem wir doch alle zum Danke verpflichtet sind, theilzunehmen. Empfangen Sie meine herzlichen Grüße. I. Luzzatti. Die Juden Thessaliens d. h., die in den beiden Städten Larissa und Bolo leben, gehörten bis zur Lostrennung dieser Provinz vom türkischen Reiche und ihrer Vereinigung mit dem Königreiche Griechenland, 1881, quasi zum Rabbinate von Salonichi, da sie sich immer in schwierigen Fällen an den Chacham Baschi in dieser Stadt zu wenden pflegten. Heute hat nun mit der politischen auch die religiöse Verbindung mit Salonichi aufgehört und anstatt nach dieser Stadt wenden sich nun die thessalischen Juden mit ihren religiösen Anfragen (Schaaloth) an den Rabbiner von Chalkis auf der Insel Euboea (Negroponte). Türkei. Smyrna, 18. Febr. Vor wenigen Tagen hat hier eine türkische Zeitung für Israeliten zu erscheinen. begonnen. Dieselbe führt den Namen „Estas", ist in türkischer Sprache abgefaßt, wird aber mit hebräischen Lettern gedruckt, so, daß sie auch solchen Personen zugänglich ist, die zwar türkisch sprechen, jedoch von den verzwickten türkischen Buchstaben keinen Begriff haben. Diese Zeitung liefert deutlich den Beweis, daß die Juden des türkischen^ Reiches, die bisher nur Spaniolisch und Italienisch sprachen, nun zu erkennen anfangen, welchen Werth für sie die vollständige Kenntniß der Regierungs- und Landessprache haben kann und wird, da dieselbe ihnen den Weg auch zur Erlangung der Stadt- und Staatsämter bahnen und sie zugleich den Osmanen, die sie bisher nur als Emigrirte aus Spanien oder Italien betrachteten, näher bringen wird. Aber auch für den Weltverkehr ist die Kenntniß der türkischen Sprache eine Nothwendigkeit, da diese Sprache von den Ufern der Donau bis nahezu an die chinesische Mauer gesprochen und verstanden wird. Selbst in Persien und Afghanistan ist das Türkische ungemein stark verbreitet und die Juden Mittelasiens sprechen gewöhnlich nebst dem Persischen — das Arabische ist in jenen Gegenden nur wenig verbreitet und wird es dort nur als die Glaubens- und Gelehrtensprache betrachtet — auch das Türkische und bedienen sie sich dieser Sprache auch in ihrem Verkehre mit den mohamedanischen Provinzen Chinas, so mit Kaschjar, Chotan, Kuldscha Turfan 2c. Muß doch selbst die chinesische Regierung in allen diesen Provinzen ihre Erlasse und Verordnungen nebst in der chinesischen auch in der türkischen Sprache kund machen. Auch in Peking, der Hauptstadt des chinesischen Reiches, wo die Mohamedaner Central-Asiens eine eigene Moschee besitzen, kann man schon mit dem Türkischen vorwärts kommen. Der „Estas" ist daher berufen, die Juden des türkischen Reiches mit ihren Glaubensbrüdern in Mittelasien in geistige Berührung zu bringen und sie einander zu nähern. Dieses Blatt wird aber hoffentlich auch ein Bahnbrecher für andere Schöpfungen der türkisch-jüdischen Literatur sein und voraussichtlich werden wir bald auch ein mit hebräischen Lettern gedruckte türkische Bibelübersetzung und ebenso auch eine Uebersetzung der Gebet- und Andachtsbücher in die Hand bekommen. F e u i H e t o n. Schuld und Sühne. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Radimskow, der durch einen Zufall den Aufenthaltsort des Majors erfahren, hatte diesen ausgesucht, um ihn durch seinen Ueberfall zu zwingen, ihm mit den Waffen Genugthuung zu geben, denn der Schimpf, der ihm widerfahren, konnte einzig und allein durch Blut abgewaschen werden. Orloffski ließ sich jedoch nicht bewegen, das seiner Mutter geleistete Versprechen zu brechen. Als jedoch der Andere selbst während des Ringens mit seinen Beschimpfungen nicht nachließ, unablässig schwur, daß er den Major verfolgen werde bis an's Ende der Welt und nicht ruhen werde bis Einer von Ihnen auf dem Platze geblieben, da Üeß sich Orloffski endlich Hinreißen, sich zu einem sogenannten amerikanischen Duell bereit zu erklären. Mit wilder Leidenschaft ging der Andere auf diesen Vorschlag ein und beide kamen überein, die Sache sofort zum

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